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Repräsentation von Macht durch Architektur: Ingonda Hannesschläger demonstriert den Vergleich mit der menschlichen Proportion Spätgotik und Fürstenpracht
Exkursion „Salzburgs Residenzen“ mit Ingonda Hannesschläger
Im Rahmen der Exkursion “Salzburgs Residenzen“ mit Ingonda Hanneschläger lernten wir an zwei Tagen die alte und neue Residenz, die Festung und das Schloss Hellbrunn in besonderer Weise kennen. Dabei galt unser Blick der Bau- und Ausstattungsgeschichte der Bauten und der Frage danach, wie weltliche und geistliche Macht durch Architektur und Ausstattung inszeniert wird. Die Exkursion bot dabei außergewöhnliche Möglichkeiten zur vertieften Auseinandersetzung mit den behandelten Themen, da wir Dank der Reputation und guten Vernetzung unserer Professorin überall herzlich willkommen waren und exklusive Führungen in sonst nicht zugänglichen Bereichen bekamen und dadurch hinter die Kulissen blicken durften. Darüber hinaus bereiteten wir Referate vor und stellten ausgewählte Räume und Objekte direkt vor Ort im Detail vor.
Foto: Johannes Weilbuchner -
Die Herkulesnische in der Dietrichsruh Am ersten Tag starteten wir mit den Prunkräumen des Wolf Dietrich von Raitenau und bewunderten die Fresken und Stuckarbeiten der Familie Castelli. Nach der Mittagspause ging es weiter in die Sala Terrena. Die ursprünglich offene Halle verbindet den umbauten Raum der beiden Höfe und führt in den ursprünglich als Garten angelegten Hof der „Dietrichsruh“ mit ihrer mit prachtvollem Mosaik ausgestatteten Herkulesnische. Ebenso besichtigt wurde die Landkartengalerie im Toskanatrakt sowie das Vier-Jahreszeiten-Zimmer, welche nicht nur Zeugnis der Gelehrsamkeit des Fürserzbischofs waren, sondern auch zu Repräsentation und Legitimierung der Machtansprüche dienten. Nach der Besichtigung schillernder Pretiosen im Dämmerlicht der Schatzkammer ging es schließlich hinaus auf den Residenzplatz, der über Jahrhunderte das politische und symbolische Zentrums Salzburgs war und zur Inszenierung politischer und religiöser Macht diente.
Foto: Johannes Weilbuchner -
Bei Leonhard von Keutschach Zum zweiten Exkursionstag fuhren wir an einem wunderschönen Maimorgen auf die Festung Hohensalzburg. Diese reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück und wurde von den einzelnen Fürsterzbischöfen immer wieder umgebaut.
An die Umfassungsmauer der Festung angelehnt steht im Hof die spätgotische Georgskirche, 1501 unter Leonhard von Keutschach erbaut. Sie beherbergt bedeutende Kunstwerke der Zeit. Im Inneren finden sich die Apostelreliefs, außen ein Christophorusrelief, ein Kreuzigungsrelief mit der Darstellung des Erzbischofs als Stifter sowie das „Denkmal“ für Leonhard von Keutschach. Besonders spannend war anschließend die Besichtigung der Reste der ehemaligen Burgkapelle, die erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt wurden.
Foto: Johannes Weilbuchner -
Kachelofen im Fürstenzimmer Weiter ging es mit den Prunkräumen des Leonhard von Keutschach, den so genannten Fürstenzimmern. Sie zeigen eine Pracht im profanen Bereich, die in der Spätgotik sonst dem sakralen Raum vorbehalten ist. Vergleichbare Räume mit derartig reicher und prunkvoller Ausstattung sind aus dieser Zeit nicht bekannt. Höhepunkt und am aufwendigsten eingerichtet ist die Goldene Stube, wo unter anderem ein spätgotischer Kachelofen zu bewundern ist. Er zeigt in seinen in tiefem Relief ausgearbeiteten Emailfeldern ein interessantes ikonographisches Programm und ist, soweit bekannt, der einzige derart prachtvoll gestaltete seiner Art.
Foto: Rainald Schmieg -
Hellbrunn im Licht des Nachmittags Anschließend ging es zur Villa Suburbana des Markus Sittikus von Hohenems, dem Lustschloss Hellbrunn. Sie wurde Anfang des 17. Jhd. von Santino Solari, einem italienischen Baumeister erbaut und ist mit ihrer Verbindung von Kunst und Natur ein manieristisches Gesamtkunstwerk. Sie war nicht als Wohnhaus konzipiert, sondern diente ausschließlich dem Vergnügen, den Einladungen besonderer Gäste und dem Feiern opulenter Feste. Nachdem wir uns in der Mittagspause im Garten des Schlssrestaurants gestärkt hatten, besichtigten wir zunächst die Repräsentationsräume mit ihren beeindruckenden Fresken.
Foto: Rainald Schmieg -
Unerwartete, aber willkommene Erfrischung am Nachmittag Das Highlight des Tages kam zum Schluss: eine Privatführung durch die Wasserspiele im Garten mit vielfältigen Überraschungen, nicht nur in künstlerischer Hinsicht. Bisweilen unerwartet austretendes kühles Nass bot uns nicht nur eine willkommene Erfrischung an dem heißen Frühsommertag, es ließ uns auch die kultivierte Lebensfreude dieser Menschen der Barockzeit erahnen. In geselliger Runde schlossen wir diesen wunderschönen Exkursionstag geziemend im Schloßgarten mit Aperol ab. Wir erzählten von unseren Studienerlebnissen und lauschten interessiert den Ausführungen unserer Professorin über Erlebnisse auf früheren Exkursionen und Freud und Leid des Daseins als Lehrende an der Universität.
Foto: Ingonda Hannesschläger -
Willkommene Rast Ingonda Hannesschläger sei nochmals sehr herzlich gedankt für die beiden Exkursionstage, die man hinsichtlich des Programms und seiner perfekten „Orchestrierung“ mit Fug und Recht auch als Gesamtkunstwerk bezeichnen kann.
Text: Rainald Schmieg und Johannes Weilbuchner
Foto: Ingonda Hannesschläger
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