10. BEPS-Tagung „Betriebsstätten und die Besteuerung der digitalen Wirtschaft als BEPS-Risikofaktoren – aktuelle Rahmenbedingungen und Zweifelsfragen“

Am 16.4.2026 fand die vom WissensNetzwerk Recht, Wirtschaft und Arbeitswelt und dem Fachbereich Betriebswirtschaftslehre der Universität Salzburg gemeinsam mit BDO und LeitnerLeitner veranstaltete BEPS-Tagung bereits zum 10. Mal an der Universität Salzburg statt. Im Fokus der heurigen Tagung standen neben den aktuellen Entwicklungen auf OECD-Ebene und zur Globalen Mindestbesteuerung insb Betriebsstätten, die im internationalen Steuerrecht noch immer zentraler (physischer) Anknüpfungspunkt für ein Besteuerungsrecht in einem Staat sind. Remote Work, Homeoffice und digitale Geschäftsmodelle erschweren dabei die Feststellung, ob bzw wann eine Betriebsstätte vorliegt, eine Gewinnzurechnung zu erfolgen hat und damit eine Besteuerungsanknüpfung gegeben ist. Daher widmeten sich die Vorträge (von Wissenschafter:innen, Vertreter:innen der Finanzverwaltung und des Finanzministeriums sowie von Expert:innen aus der Steuerberatungspraxis) heuer sowohl den Neuerungen in der Besteuerung der digitalen Wirtschaft als auch zahlreichen Zweifelsfragen iZm Betriebsstätten.

In Session 1 (moderiert von StB. Dr. Clemens Nowotny, LeitnerLeitner)bot der Vortrag von Dr.inSabine Schmidjell-Dommes (BMF) zunächst einen Überblick über die bisherigen Entwicklungen und den Stand des OECD BEPS-Projektes sowie die Änderungen im OECD-Musterabkommen und dem Kommentar zum OECD-Musterabkommen. Zentral wurden die neuesten Auslegungsansätze zu Homeoffice-Betriebsstätten und die Sichtweise der österreichischen Finanzverwaltung dargelegt. Der anschließende Vortrag vonStB.in Mag.a Alexandra Dolezel (BDO) widmete sich einer tiefergehenden Betrachtung des Aktionspunktes 1 (Besteuerung der digitalen Wirtschaft) und insb den neuesten Entwicklungen zu Pillar 2 und fokussierte dabei auf die Darstellung der wesentlichen Inhalte und vor allem Problembereiche des Side-by-Side-Package. In Bezug auf den Betriebsstätten-Thematik wurden im Vortrag von Assoz.-Prof.in MMag.a Dr.in Michaela Fellinger (Universität Salzburg) der Betriebsstättenbegriff und die Betriebsstätten-Tatbestandsmerkmale im Spannungsfeld zwischen nationalem und internationalem Steuerecht einer vergleichenden Gegenüberstellung unterzogen.

In Session 2 zum Thema „Zweifelsfragen zu Betriebsstätten“ (moderiert von Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Sabine Urnik, Universität Salzburg) referierte StB. Dr. Clemens Nowotny (LeitnerLeitner) über die zahlreichen Sonderfälle der Identifikation von Betriebsstätten. Im daran anschließenden Vortrag von HR Mag. Roland Macho (Finanzamt für Großbetriebe) standen die Problemfälle der Betriebsstätten-Gewinnzurechnung im Fokus.

Nach und zwischen den beiden Vortragsblöcken bot sich den Teilnehmer:innen die Möglichkeit zur Diskussion und zum Austausch mit den Vortragenden und dem Podium. Wir bedanken uns für die zahlreichen Teilnahme sowie die positiven Rückmeldungen zur Organisation und den Inhalten der Tagung.

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    vlnr: K. Lassacher, S. Schmidjell-Dommes, R. Macho, S. Urnik, C. Nowotny, A. Dolezel, M. Fellinger
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  • Sabine Schmidjell-Dommes
    Sabine Schmidjell-Dommes, BMF
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  • Alexandra Dolezel, BDO
    Alexandra Dolezel, BDO
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  • Michaela Fellinger
    Michaela Fellinger, Universität Salzburg
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  • Sabine Urnik
    Sabine Urnik, Universität Salzburg
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  • Clemens Nowotny
    Clemens Nowotny, LeitnerLeitner
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  • Roland Macho
    Roland Macho, Finanzamt für Großbetriebe
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  • Podium
    Roland Macho, Finanzamt für Großbetriebe; Clemens Nowotny, LeitnerLeitner; Sabine Urnik, Universität Salzburg
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