Dissertationsverteidigung
Donnerstag | 15. Oktober 2026 | 13.00h
von Lukas Ascher Bengough zum Thema "Lea Bergstein and the Omer Festival of Ramat Yohanan: Cultural Transmission of Performance and the Hebrew Dance (1918-1948)"
Die Tänzerin und Choreografin Lea Bergstein (1902–1989) und ihr künstlerisches Schaffen markieren eine kultur- und tanzgeschichtliche Schlüsselposition:
Ihre Arbeit war wegweisend für die Entstehung eines neuen hebräischen Volks- und Festtanzes in Mandatspalästina, verdeutlicht aber auch die starke Verbindung zur mitteleuropäischen Tanzmoderne. Ab den 1930er Jahren führten zielgerichtete zionistische Ambitionen und kulturpolitische Diskurse zu Bemühungen um eine autochthone Festkultur.
Trotz ideologisierter Imaginationen eines „jüdischen“ Körpers war das damit verknüpfte tänzerische Bestreben – geprägt durch das Engagement von Einwanderinnen aus Europa – eng mit der europäischen Moderne verbunden.
Vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksichtigung von Bergsteins tänzerischer und pädagogischer Ausbildung in Wien beschreibt die Dissertation auf Basis archivarischer Quellen, tanzwissenschaftlicher und kulturtheoretischer Methoden ihre choreografische Praxis und die stilistische Charakteristik ihres Werks. Im Zentrum steht dabei die performance-historiographische Analyse des Omer-Fests von Kibbutz Ramat Yohanan (1945). Anhand dieser Arbeit und ihrer Entstehung werden Prozesse kultureller Kontinuität, Übersetzung und individueller künstlerischer Kreativität in stark politisierten Kontexten und transnationalen Zusammenhängen verhandelt.
Bild: Lamb and Kid by Lea Bergstein, Beit Alfa, late-1920s. Anonymous photographer. Photo courtesy of Amnon Golan.
Die Verteidigung findet online statt! Die Teilnahme via Zoom ist möglich unter dem nachstehenden Link