19.4.: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Deutsch-jüdische Literatur? Zur deutschsprachigen Literatur jüdischer Autoren seit der Mitte des 18. Jahrhunderts
Was heißt und zu welchem Ende studiert man Deutsch-jüdische Literatur? Diese an Schiller angelehnte Fragestellung ist Gegenstand des Vortrags. Es geht um die historische Darstellung und Bewertung der Leistungen von Autoren jüdischen Glaubens oder jüdischer Herkunft im Rahmen deutschsprachiger Literatur bis zur Gegenwart.
Für die Bestimmung des ‚Judentums‘ eines Autors oder einer Autorin seit dem 18. Jahrhundert ist wichtig, welche Spuren jüdischer Tradition und Existenz sich im Werk auffinden lassen; es geht also nicht um eine essentialistische Definition des ‚Jüdischen‘ oder ‚Deutschen‘, sondern viel eher um Diskurse über diese Zuschreibungen im Sinn der Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Hans Otto Horch, geboren 1944 in Lörrach, Studium der Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaft in Tübingen und Aachen; 1974 Promotion mit einer textsemantischen Arbeit über Gottfried Benn. 1984 habilitierte er sich mit einer Arbeit über die deutsch-jüdische Literatur im 19. Jahrhundert. Von 1992 bis zu seiner Emeritierung 2009 war er Inhaber der neu gegründeten Universitätsprofessur für Deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte in Aachen.
Horch hat zahlreiche Publikationen zur deutsch-jüdischen Literatur, zur Lyrik der Moderne, zur Erzählliteratur des Realismus veröffentlicht und ist Herausgeber der Reihe „Conditio Judaica“ im Verlag Walter de Gruyter, sowie Mitherausgeber der Zeitschrift „Aschkenas“.
Termin:
Dienstag, 19. April 2016, 18.15 Uhr, SR E.33 (Abguss-Sammlung) Residenzplatz 1, Salzburg
