AdvancEU: Europäisches Netzwerk zur Zukunft der EU-Erweiterung startet in Salzburg
Öffentlicher Auftakt in Salzburg mit Roundtable „EU Enlargement: A Catalyst for Progress? Internal Reform, Resilience and the Future of European Integration.“
Donnerstag, 24. September 2026 | 17:00 bis 18:30 Uhr | Edmundsburg, Mönchsberg 2 | 5020 Salzburg
Vertreter*innen aus Diplomatie, Europapolitik und europäischen Institutionen diskutieren dort über die politischen und institutionellen Herausforderungen einer größeren Europäischen Union und über die Frage, welche neuen Integrationsdynamiken Erweiterung eröffnen kann. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Im Anschluss besteht bei Getränken Gelegenheit zum informellen Austausch.
Wie kann die nächste Erweiterung der Europäischen Union nicht nur bewältigt, sondern zu einem Impuls für Reform und neue Integrationsdynamik werden? Dieser Frage widmet sich das neue Jean Monnet Policy Network AdvancEU unter Leitung des Salzburg Centre of European Union Studies (SCEUS).
Mit September 2026 nimmt das neue Jean Monnet Policy Network „AdvancEU – Advancing beyond Contestation: Addressing the Challenges of Resilient Enlargement“ seine Arbeit auf. Das im Rahmen von Erasmus+ mit rund 965.000 Euro geförderte europäische Netzwerk wird vom Salzburg Centre of European Union Studies (SCEUS) an der Universität Salzburg koordiniert und verbindet 15 Universitäten, darunter CIVIS Partneruniversitäten, aus 13 europäischen Ländern. Das Projekt läuft bis August 2029.
Erweiterung und Reform zusammendenken
Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist die Erweiterungspolitik mit neuer Dringlichkeit auf die europäische Agenda zurückgekehrt. Gleichzeitig steht die Europäische Union selbst unter erheblichem Veränderungsdruck: geopolitische Unsicherheit, wirtschaftlicher und technologischer Wandel, Fragen der europäischen Sicherheit sowie politische Polarisierung und Herausforderungen für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie verlangen nach weitreichenden Anpassungen.
AdvancEU setzt genau an diesem Spannungsverhältnis an. Ausgangspunkt ist die Frage, wie eine Union, die sich erweitern will, gleichzeitig ihre eigene Handlungs-, Reform- und Integrationsfähigkeit weiterentwickeln kann. Erweiterung wird dabei nicht ausschließlich als Herausforderung für die Aufnahmefähigkeit der bestehenden Union verstanden. Das Projekt untersucht vielmehr, ob und unter welchen Bedingungen sie selbst zu einem Impuls für institutionelle Reform, demokratische Resilienz und eine Erneuerung des europäischen Integrationsprojekts werden kann.
Dabei richtet AdvancEU den Blick bewusst auch auf die Beitrittskandidaten: Welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfahrungen und Perspektiven bringen sie in eine zukünftige Union ein? Und wie kann die künftige Gestalt Europas nicht allein für, sondern gemeinsam mit den zukünftigen Mitgliedstaaten entwickelt werden? Das Projekt setzt deshalb bewusst auf den Austausch zwischen bestehenden Mitgliedstaaten und Beitrittskandidaten, um Perspektiven auf die künftige Entwicklung der Union zusammenzuführen.
Forschung, Politik und Lehre verbinden
Das Netzwerk bündelt interdisziplinäre Expertise aus Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Ökonomie und Soziologie und verbindet wissenschaftliche Forschung mit Politikberatung und akademischer Lehre. Neben gemeinsamen Forschungsarbeiten und Publikationen zielt AdvancEU auf die Entwicklung wissenschaftsbasierter Handlungsempfehlungen sowie auf einen strukturierten Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen, zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und weiteren relevanten Stakeholdern. Ergänzt wird dies durch innovative Lehr- und Vermittlungsformate, die aktuelle Debatten zu Erweiterung, Reform und europäischer Integration in unterschiedliche Bildungszusammenhänge übertragen. Ein besonderes Anliegen ist es, die oftmals getrennt geführten Debatten über interne EU-Reformen und den Beitrittsprozess der Kandidatenstaaten stärker miteinander zu verbinden.
