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Veröffentlicht am
März 24, 2026
Letzte Aktualisierung: März 24, 2026

Alpen in Bewegung: Die Brenner-Abschiebung bleibt aktiv

Neue Studie belegt eine durchgehende geologische Bewegung seit Millionen von Jahren

Die Brenner-Abschiebung ist eine große geologische Bruchstelle in den Alpen und zählt zu den wichtigsten geologischen Störungen der Ostalpen. Sie ist damit zentral für das Verständnis der Bildung und Hebung der Alpen. Eine neue Studie, die mit Beteiligung des Geologen Christoph von Hagke von der Universität Salzburg durchgeführt wurde, zeigt auf, dass die Brenner-Abschiebung wahrscheinlich seit rund 19 Millionen Jahren kontinuierlich bis heute aktiv ist.

Vorhergehende Untersuchungen deuteten auf eine Inaktivität der Störung seit etwa acht Millionen Jahren hin. Gleichzeitig lassen jedoch aktuelle Erdbeben auf Aktivität schließen. Um diese zeitliche Lücke zu schließen, nutzte das Forschungsteam eine spezielle Datierungsmethode – die Elektronenspinresonanz-Datierung (ESR) an Quarz. Diese Methode erlaubt es, sehr junge Hebungs- und Abtragungsprozesse zu untersuchen.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie belegen eine Hebung des Gesteins in den letzten rund eine Million Jahren, ausgelöst sowohl durch tektonische Bewegung entlang der Störung als auch durch Erosion durch Gletscher und Flüsse. Berechnungen ergeben, dass sich die Störung langfristig mit rund 3 Millimetern pro Jahr bewegt.

Damit liefert die Studie wichtige Hinweise darauf, wie Gebirgsbildung und Erosion gemeinsam die Landschaft der Alpen prägen und macht deutlich, dass die tektonischen Prozesse, welche die Ostalpen formen, auch heute noch aktiv sind.

Das Forschungsprojekt wurde im Rahmen des Schwerpunktprogramms Mountain Building Processes in Four Dimensions (MB-4D) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Valentina Argante, Doktorandin, Erstautorin der Studie, bei der Probennahme
© Valentina Argante, Doktorandin, Erstautorin der Studie, bei der Probennahme

 Die Ergebnisse der Studie finden Sie in der Advancing Earth and Space Scienes Library.

Der Artikel wurde zudem als  Editor Highlight ausgewählt. Eine besondere Auszeichnung, die nur weniger als 2% der Artikel erhalten, die in AGU-Journal erscheinen.


KONTAKT:

Univ.-Prof. Dr. Christoph von Hagke | Umwelt und Biodiversität
Adresse: Hellbrunner Straße 34/III | 5020 Salzburg

Tel.: +43 662 8044-5401

Foto von den Alpen

Mag.a Susanna Graggaber

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Foto: © Valentina Argante