Beobachterbeobachtung und Revisorrevisionen: zur Rezeption von Nikolaj Gogol’s berühmter Komödie
Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Peter Deutschmann (FB Slawistik) im Rahmen der Ringvorlesung «Kanonische Komödien»
am Mittwoch, 6. Mai 2026, 17:15-18:45
im Unipark Nonntal, Raum 3.409
alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
1836 hat die Uraufführung von Revizor/Der Revisor unterschiedliche Reaktionen und Sichtweisen ausgelöst. Diese Feststellung ist freilich insofern trivial, als sie allgemein für die Rezeption von Kunst und Literatur gilt. In Gogol’s Komödie werden jedoch in dieser selbst unterschiedliche Sichtweisen inszeniert und somit sichtbar gemacht. Zwar ändert sich bei allen Figuren im Verlauf der Handlung das Verständnis der schwierigen Situation, in die sie durch den Besuch eines Revizors geraten sind; mit dieser Revision wird aber nur eine potenziell unendliche Serie von Revisionen eröffnet. Die Abfolge von Revisionen entspricht insofern der theatralen Kommunikation, als das Publikum zwar die Täuschungen der Figuren sieht (und belächelt), aber seinerseits annehmen muss, belächelt zu werden, wenn es die Analogie von Komödienfiktion und Welt ernst nimmt.
