FOR APAC Ringvorlesung: „Kollektives Kuratieren in globalen Kontexten: Europa und Asia-Pacific”
Einladung zum Vortrag: Univ.-Prof.in Dr.in Nicole Haitzinger und Timothy Nouzak MA, MAS
Universität Salzburg
Dienstag, 28. April 2026 I 15:15–16:45 Uhr I Sigmund-Haffner-Gasse 18, 3. Stock, HS 888 I 5020 Salzburg | Austria
Im gegenwärtigen geopolitischen Kontext der Frontenbildung bekommt kollektives Kuratieren in der Zirkulation von Wissen und Praktiken zwischen Europa und Asia-Pacific eine spezifische Relevanz. Wir möchten in der Ko-Präsentation dessen soziokulturelle Funktion jenseits einer auf Produktionslogiken basierenden Unterhaltungskultur oder monokulturellen ästhetischen Paradigmen diskutieren. Ímprovisationsbasierte Scores, tanz- und performancebezogene Praxen und spielerische basisdemokratische Entscheidungsprozesse haben unserer These nach das Potential, kuratorische Autorität zu dezentrieren – zum Beispiel, wenn Gruppen über ein körperliches tuning-in ihre Wahrnehmung vor Entscheidungsprozessen kalibrieren. Anhand von Beispielen aus Tanz und Performance diskutieren wir, wie Feedbackkulturen, implizites Wissen (tacit knowledge) und deren situierte Kuratierung als trans-lokale Praxis kollektiv erfahrbar werden.
NICOLE HAITZINGER ist Tanz- und Theaterwissenschaftlerin, Professorin für Tanzwissenschaft an der Paris-Lodron Universität Salzburg, wissenschaftliche Leitung des transdisziplinären und interuniversitären Doktoratskollegs „Kulturen im Wandel“ an der Einrichtung Wissenschaft und Kunst (PLUS und Mozarteum, 2019–2028) und Ko-Leitung des Universitätslehrgangs Kuratieren in den szenischen Künsten in Kooperation mit der RUB und der FU Berlin.
Sie hat mehrere Forschungsprojekte realisiert, Gastvorträge in Europa, Asien, Afrika und den Amerikas gehalten und zahlreiche Artikel und Bücher u.a. zu Resonanzen des Tragischen, Moderne als Plural, Staging Europe, BodyPolitics, Dekolonialität in den szenischen Künsten und Kuratieren von performativen Künsten veröffentlicht. Aktuell arbeitet sie an einer wissenschaftlichen Monographie in Ko-Autorinnenschaft mit Sandra Chatterjee und Franz Anton Cramer zu Choreographing Créolité. (Palgrave, 2025). Als Kuratorin und Dramaturgin hat sie zahlreiche Projekte (Inszenierungen, performative Installationen, Ausstellungen) mit Künstler*innen an der Nahtstelle von Theorie und Praxis realisiert, zuletzt mit Amanda Piña Danza y frontera (2018), Exótica (2023) und To Bloom (2024). Diese wurden u.a. beim KunstenfestivaldesArts, HAU, DeSingel, Festival d’Automne und bei der Ruhrtriennale gezeigt. Nicole Haitzinger lebt und arbeitet in Salzburg und in Paris.
TIMOTHY NOUZAK ist ein österreichisch-amerikanischer Künstler und Kulturwissenschaftler, der an der Schnittstelle von Choreografie, sozial engagiertem Schaffen und Forschung im öffentlichen Raum arbeitet. In seinen Arbeiten entwickelt er kultur- und gemeinschaftsorientierte Formate, die Partizipation, Aufmerksamkeit und relationale Wahrnehmung als kompositorische Materialien behandeln – häufig mittels Partituren, Feldforschung und performativen Interventionen, die untersuchen, wie sich Körper mit (und gegen) den Infrastrukturen des Alltags bewegen.Derzeit ist Timothy Forschungsstipendiat am Angewandte Performance Laboratory (APL) der Universität für angewandte Kunst Wien und promoviert in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Salzburg. Neben seiner künstlerischen Praxis arbeitet er als Strategieberater beim D/Arts Project Office for Diversity and Urban Dialogue. Gemeinsam mit Charlotta Ruth koordiniert er das geförderte Forschungsprojekt „How We Ought To Be Together“ (APL / INTRA „Archives in Practice“), das alternative Methoden der Entscheidungsfindung und des Feedbacks als Praktiken relationaler Präsenz erforscht.
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