Gastvortrag: „Animation unterm Davidstern“
Das Zentrum für jüdische Kulturgeschichte lädt zum Gastvortrag mit Medienhistoriker Mag. Florian Schmidlechner
Dienstag, 2. Juni 2026 I UNIPARK Nonntal HS E.001 I Erzabt-Klotz-Straße 1 I 5020 Salzburg I Austria | Plakat
Die frühe Geschichte des österreichischen Animationsfilms wurde maßgeblich von jüdischen Filmschaffenden geprägt – von Peter Eng (Engelmann), der in den 1920er-Jahren hunderte Filme gestaltet haben soll, bis hin zu Otto Neurath, der mit ISOTYPE grundlegende visuelle Konzepte moderner Piktogramme entwickelte. Zugleich geht es um eine Emigrationsgeschichte: Max Fleischer z.B. verarbeitete seine eigene Migrationserfahrung in der Figur Betty Boop, deren Eltern mit österreichischem Akzent sprechen – und die als „cartoon ambassador“ ein Stück österreichische Identität in die Welt trug.
Referent: Mag. Florian Schmidlechner, Medienhistoriker am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, untersucht in seinem Aufsatz „Der Jude mit der roten Badehose“ (2011) die Darstellung jüdischer Figuren im frühen Animationsfilm. In seinem Buch „Animation in Austria“ (2025) beleuchtet er zudem die eng mit jüdischen Künstlern verknüpfte Frühgeschichte und den Einfluss emigrierter Filmschaffender auf die internationale Entwicklung.
