„Geld war mein Antrieb“: Dominique Taboga zu Gast im ULG Sportjournalismus
Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Crossmedialer Sportjournalismus“ unter der Leitung von Dozent Alexander Friedl erhielten die Studierenden des Universitätslehrgangs Sportjournalismus einen offenen Einblick in die Schattenseiten des Profifußballs. Ex-Bundesliga-Profi Dominique Taboga sprach im Interviewtraining über seine Karriere und den Weg in den größten Wettskandal des österreichischen Fußballs.
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Einblicke in eine außergewöhnliche Karriere
Dominique Taboga zeichnete den Weg eines Spielers nach, der seinen Kindheitstraum verwirklichte, jedoch an falschen Prioritäten scheiterte. Statussymbole und finanzielle Anreize prägten früh sein Denken: „Geld war mein Antrieb in dieser Geschichte“, so Taboga. Als er in der zweiten Liga vergleichsweise wenig verdiente, erschien ihm ein erstes Angebot zur Spielmanipulation als einfache Lösung – mit weitreichenden Konsequenzen.
Besonders eindrücklich schilderte er die Dynamiken der Wettmafia. Was zunächst wie eine kontrollierbare Entscheidung wirkte, entwickelte sich rasch zu einem System aus Druck und Abhängigkeit. Nach einer gescheiterten Manipulation geriet er zunehmend unter Druck – bis hin zu Drohungen gegen ihn und seine Familie. Seine zentrale Erkenntnis: Wer einmal einwilligt, verliert die Kontrolle.
Wendepunkt und Aufarbeitung
Der Zusammenbruch seines Lügenkonstrukts folgte während seiner Zeit beim SV Grödig. Nach internen Auffälligkeiten kam es zur Konfrontation mit Verein und Trainerteam, schließlich zur Selbstanzeige. Die anschließende Untersuchungshaft beschreibt Taboga rückblickend als paradoxe „Erlösung“ – das Gefängnis sei in diesem Moment der sicherste Ort für ihn gewesen.
Heute lebt Dominique Taboga zurückgezogen, arbeitet als Gastronom und ist im Amateurfußball weiterhin als Trainer aktiv. Seine Botschaft an die Studierenden: Entscheidungen im Sport haben Konsequenzen.
Lernen aus der Praxis
Das Gespräch war Teil eines praxisorientierten Interviewtrainings innerhalb der Lehrveranstaltung „Crossmedialer Sportjournalismus“ von Alexander Friedl, Chefredakteur des Sport Business Magazin. Die Studierenden übernahmen dabei unterschiedliche Rollen – von der Interviewführung über Audio- und Videoaufnahme bis hin zur redaktionellen Aufbereitung und Contentproduktion. Im Sinne eines crossmedialen Zugangs entstanden auf Basis des Interviews verschiedene Formate, darunter Social-Media-Clips und interaktive Inhalte. Das finale Interview wird zudem auf der Onlineplattform des Sport Business Magazin veröffentlicht.
