Neue Professur für Dogmatik an der Universität Salzburg
Franca Spies verbindet klassische theologische Fragen mit aktuellen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskursen.
Franca Spies ist seit Anfang Dezember 2025 neue Universitätsprofessorin für Dogmatik am Fachbereich Systematische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg.
An der Universität Salzburg widmet sich die Theologin Fragen, die viele gegenwärtige Debatten prägen: Wie verändert beispielsweise die ökologische Krise unser Denken? Spies beschäftigt sich mit paradigmatischen Neuorientierungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften (Anthropozentrismuskritik, kritischer Posthumanismus, Neuer Materialismus etc.), die das theologische Denken herausfordern.
Besonders wichtig ist der Wissenschafterin, diese Denkräume offen und differenziert auszuloten und dabei den großen theologischen Freiheitsgewinn im neuzeitlichen Anthropozentrismus nicht aus dem Blick zu verlieren. Auch in der Lehre beschäftigt sich Spies mit grundlegenden Fragen wie der Trinität oder der Anthropologie bis hin zu Vertiefungen etwa im Bereich von Kirche und Politik.
Der Dogmatikerin ist es ein besonderes Anliegen, Studierenden ein breites Panorama theologischer Themen zu vermitteln: „Theologie ist ein Fach, in dem man denken lernen kann, und dessen Komplexität sich mit dem eigenen Forschen und Lernen immer weiter steigert. Mir ist wichtig, den Studierenden Denkangebote zu machen und ihnen das Werkzeug zu geben, sich argumentativ darin zurechtzufinden und zu eigenen Positionen zu kommen. Das Studium ist ein (nicht nur wissenschaftlicher) Reifeprozess, den man sich selbst zugestehen sollte: offen im Denken bleiben, produktive Zweifel kultivieren, eigene Positionen erstreiten.“
Den Ruf an die Universität Salzburg nahm sie mit großer Freude an. Ausschlaggebend waren für sie das inspirierende Kollegium, die exzellenten Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt die lebendige Kultur- und Wissenschaftslandschaft der Stadt.
„Das reiche Kulturleben ermöglicht ein produktives Hinterfragen der eigenen Fachgrenzen“, so Spies und ergänzt: „Hier lässt sich Religion als das erleben und studieren, was sie ist: ein Gebilde aus Überzeugungen, Praktiken, Geschichte(n) und Kultur und nicht zuletzt aus Machtpolitiken.“
Die 1990 in Ulm geborene und in Heidelberg aufgewachsene Theologin studierte in Freiburg im Breisgau und im Theologischen Studienjahr in Jerusalem. 2020 promovierte sie in Freiburg mit einer Arbeit zur katholischen Theologie des Judentums im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil. 2023 folgte ihre Habilitation an der Universität Luzern mit dem Titel „Das Materielle in Schöpfung und Inkarnation. Theologische Erkundungen im Dialog mit Karen Barads Agentiellem Realismus“. Die Arbeit setzt sich mit performativen Theorien von Verkörperung und ihren theologischen Resonanzen auseinander, wurde durch den Schweizerischen Nationalfonds gefördert und ist open access erschienen.
Die akademischen Stationen führten Franca Spies von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin im Bereich Dogmatik an der Universität Freiburg bis zur wissenschaftlichen Oberassistenz und zur Privatdozentur für Dogmatik und Fundamentaltheologie in Luzern. Ihre Lehrtätigkeiten, unter anderem in Bochum und Basel, eröffneten ihr einen breiten Einblick in unterschiedliche akademische Kontexte.
In den kommenden Jahren möchte sie Studierende für ihr Fach begeistern, junge Wissenschafter*innen fördern und interdisziplinäre Brücken innerhalb der Universität bauen. Parallel dazu arbeitet die Theologin an neuen Projekten, in denen sie ihre Schwerpunkte weiterentwickelt.
Franca Spies verbringt ihre Freizeit am liebsten in der Natur und schätzt die Nähe zu den Salzburger Bergen sehr. Sie genießt Live-Musik jeder Art, liest gern Romane und verbringt auch die eine oder andere Stunde Screentime.
Die Universität Salzburg gratuliert auf diesem Weg noch einmal herzlich zur Berufung und heißt Franca Spies sehr herzlich in Salzburg willkommen!
