Philip Ebert: Neuer Professor für Philosophie an der Universität Salzburg
Der international vernetzte Forscher bringt Expertise zu Risiko, Erkenntnistheorie und Philosophiegeschichte sowie innovative Lehransätze an die Universität Salzburg.
Philip Ebert ist 1976 in Heidelberg geboren und besitzt aufgrund seiner Eltern die österreichische Staatsbürgerschaft. Nach dem Abitur in Heidelberg studierte er Mathematik und Philosophie an der Universität Heidelberg und der TU Berlin. Das Masterstudium absolvierte er in St Andrews (Schottland), wo er auch seinen PhD 2005 an der University of St Andrews am Arché Research Centre for the Philosophy of Logic, Language, Mathematics and Mind zum Thema Neo-Logizismus in der Philosophie der Mathematik abgeschlossen hat.
Ebert war PostDoctoral Researcher an der University of St Andrews (2005-2007), Lecturer (2007-12), Senior Lecturer (2012-2019) und ab 2019 Professor an der University of Stirling. Er sammelte außerdem internationale akademische Erfahrung durch Aufenthalte in den USA, Kanada und Deutschland.
Ein Schwerpunkt seiner Forschung, den der Wissenschafter in Salzburg weiterführen wird, bezieht sich auf das Thema ‚Risiko‘, das er sowohl philosophisch als auch experimentell untersucht. Philosophisch arbeitet Ebert an der formalen Unterscheidung verschiedener Risikobegriffe und plädiert hier für einen Risikopluralismus. Parallel dazu setzt er experimentelle Methoden ein, um die Risikowahrnehmung besser zu verstehen.
Die Ergebnisse seiner Forschung finden beispielsweise in der Zusammenarbeit mit europäischen Lawinenwarndiensten praktische Anwendung. Zudem beschäftigt Ebert sich mit der Evaluierung von Vorhersagen für seltene, schwerwiegende Ereignisse (rare and severe events). Seine Forschung ist stark multidisziplinär und angewandt, somit sieht er einen Fokus zukünftig auf der engen Zusammenarbeit mit Kolleg*innen aus anderen Fakultäten.
Sein Lehrschwerpunkt an der Universität Salzburg liegt im Fachbereich Philosophie, insbesondere in der Erkenntnistheorie (u. a. Risiko und Rationalität, Bayesianismus, Theorien des Wissens). Darüber hinaus will sich Ebert mit Kursen zur Philosophiegeschichte einbringen, beispielsweise zum britischen Empirismus oder zur Geschichte der analytischen Philosophie.
In der Lehre setzt Ebert einen Fokus auf gesellschaftlich relevante und aktuelle Themen. Er plant fachübergreifende Kurse, wie Philosophie und KI oder auch Philosophie und Sport, um Philosophie nicht nur „klassisch“ zu vermitteln, sondern auch zu zeigen, dass philosophisches Denken unseren modernen Alltag immer berührt und beeinflusst.
„Philosophie ist für mich überall – egal, was wir denken oder tun, wir treffen ständig stillschweigende Annahmen, die man hinterfragen kann und sollte. Mein Ziel in der Lehre ist es, Studierenden das Werkzeug zu geben, diese Annahmen zu erkennen, kritisch zu prüfen und zu hinterfragen. Das führt hoffentlich auch zu der Erkenntnis, dass Meinungsvielfalt kein Hindernis ist, sondern eher eine grundlegende Bereicherung für das Verständnis unserer Gesellschaft und der Welt. Die Hoffnung ist, dass wir einen offeneren Umgang mit, oder sogar den Mut zur Unsicherheit finden und uns dadurch einander ein wenig empathischer begegnen“, so Philip Ebert.
Für ihn wird es gerade im Zusammenhang mit der rasanten Entwicklung der KI immer wichtiger, den menschlichen Aspekt in der Lehre zu betonen: das gemeinsame Nachdenken, das echte Hinterfragen und den direkten Austausch miteinander.
Am Fachbereich Philosophie in Salzburg schätzt der Wissenschafter die internationale Vernetzung und die exzellente Forschung. Er ist beeindruckt von der langjährigen Förderung junger Wissenschafter*innen, wie die renommierte Konferenz SOPhiA für jung Philosoph*innen (Salzburg Conference for Young Analytic Philosophy) belegt, sowie auch vom Masterstudium das auf Englisch angeboten wird. Ein fantastisches Angebot im deutschsprachigen Raum.
Für Ebert besitzt die Universität Salzburg trotz der Nähe zu Standorten wie München oder Wien ein eigenständiges Profil und es gelingt ihr dadurch Top-Talente anzuziehen. Zudem biete die Uni Salzburg durch ihre überschaubare Größe und die enge Vernetzung der Fakultäten – etwa im Rahmen der interfakultären Schwerpunkte und Zentren – ideale Bedingungen für seine multidisziplinäre Forschung, die zur Erhöhung der internationalen Sichtbarkeit Salzburgs beitragen soll. Geplant sind zudem interdisziplinäre Forschungsprojekte mit Forscher*innen aus dem Ausland.
In puncto Lebensqualität ist Salzburg für Ebert eine einzigartige Stadt, die Kultur und beeindruckende Landschaft mit Seen und Alpen vereint. „Ich freue mich nicht nur akademisch auf Salzburg, sondern auch persönlich: auf eine gute Life-Work-Balance und darauf, mit meiner Familie in einer der schönsten Ecken des europäischen Kontinents zu leben“, zeigt sich der zweifache Vater, passionierte Bergsportler und Musikliebhaber von seinem neuen Lebens- und Arbeitsumfeld begeistert.
Die Universität salzburg begrüßt Philip Ebert sehr herzlich in Salzburg und gratuliert zur Berufung!
