Randbemerkungen: Die Klassiker der Moderne, jüdisch gelesen
Montag, 01. Juni 2026 | 15:15 –16:45 Uhr, Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Straße 1 | Seminarraum 2.442 | Plakat
Die Geschichte der Moderne ist auch eine der Grenzgänge, des Marginalen, der Spuren, der Ausnahmen und Details, der Indizien und Mikrogeschichte(n). Auch des anderen Denkens und der Isolation und des Exils, des Zuhörens, des Echos der Vergangenheit sowie des elliptischen Verstehens von etwas, das nicht da, aber trotzdem spürbar ist.
Eine Geschichte, in der Randbemerkungen wichtig werden – Randbemerkungen, wie die Kommentare am Rande einer Talmudseite, die Aspekte des Textes aufgreifen und Erklärungsversuche unternehmen.
Der Vortrag wird Klassiker der Geisteswissenschaften sowohl aus dem deutschsprachigen (z.B. Sigmund Freud, Aby Warburg, Walter Benjamin, Hannah Arendt) als auch dem französischsprachigen Raum (Émile Durkheim, Emmanuel Lévinas) in Hinblick auf „ihr“ Judentum, ihre Biografien und ihr Denken deuten, um dadurch einen erinnernden und unerwarteten Blick vorzuschlagen.
Die jüdische Kultur zieht sich wie ein unsichtbarer Faden durch die Geschichte des europäischen Denkens. Die Klassiker „jüdisch“ zu lesen ist auch eine ethische Geste, die eine zum Schweigen gebrachte Geschichte wieder beleuchtet.
Referintin: Prof. Dr. Liliana Ruth Feierstein, Professur für Transkulturelle Geschichte des Judentums am Kulturwissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin
