News

Veröffentlicht am
Juni 18, 2026
Letzte Aktualisierung: Juni 19, 2026

SchülerUNI setzt Zeichen für Sign Languange

Etwa 12.000 Menschen benutzen die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS). Sie ist eine von weltweit über 200 Gebärdensprachen. Lange Zeit galten Gebärdensprachen als rudimentär, weniger komplex als Lautsprachen und sie waren in Gehörlosenschulen sogar verboten. In Österreich ist die ÖGS seit 2005 in der Verfassung als eigenständige Sprache anerkannt.

SchülerUNI „Sign language: Können Hände sprechen & Augen hören?“ mit Dr.in Julia Krebs

Die Linguistin Dr.in Julia Krebs ging bei der SchülerUNI unter dem Titel „Sign language: Können Hände sprechen & Augen hören?“ dem lange auch in der Wissenschaft vernachlässigten Thema Gebärdensprache auf den Grund. Sie gab Informationen zur grammatischen Struktur und wie die Gebärdensprachen im Gehirn verarbeitet wird. Dabei illustrierten viele Videobeispiele auch österreichische Dialekte oder Unterschiede zu Gebärden anderer Länder. Spannend für das Publikum waren auch die Gebärden der Namen zu bekannten Persönlichkeiten wie Alexander Van der Bellen und Donald Trump.

Warum ist ein fehlender früher Zugang zu Gebärdensprache für taube Kinder problematisch?

Mit ihrer Forschung zur ÖGS leistet Dr.in Julia Krebs vom Fachbereich Linguistik in Österreich Pionierarbeit. Sie bringt mit dem neu aufgeschlossenen Wissen wichtige Argumente u.a. dafür, dass der Erstspracherwerb in Gebärdensprache eine zentrale Bedeutung für die allgemeine kognitive Entwicklung tauber Kinder hat. Für rund 10.000 Menschen in Österreich ist sie Muttersprache. Weitere 2.000 Personen beherrschen sie wie die junge Forscherin als Zweitsprache. Für die Verbesserung der Bildungssituation tauber Kinder ist die Grundlagenforschung ein wichtiges Fundament, der aber weitere Schritte folgen müssen.

Weite Anreise: Thema führt Schule aus dem Pinzgau an die Universität

Rund 70 Schülerinnen und Schüler des BORG Nonntal, des Borromäums Salzburg sowie der HBLA für Pflege und Sozialbetreuung aus Zell am See nahmen teil. Für etwa zwei Drittel des Publikums waren laut Onlinebefragung viele Inhalte des Vortrags eher oder völlig neu, wurden jedoch durch zahlreiche Beispiele anschaulich vermittelt. Die Referentin überzeugte mit ihrer Präsentation und konnte in der anschließenden Diskussion auch Unterstützer*innen für den Einsatz einer marginalisierten Gruppe gewinnen – „weil es so wichtig ist!“.


 Alle Fotos der Veranstaltung gibt es im Flickr-Album.

Julia Krebs

Mag.a Sylvia Kleindienst

Wissenschaftskommunikation für junge Menschen

Universität Salzburg | Family, Gender, Disability & Diversity (FGDD)

Kapitelgasse 17, 2. Stock | 5020 Salzburg | Austria

Tel: +43 662 8044-2029

E-Mail an Mag.a Sylvia Kleindienst

Foto: © Simon Haigermoser