News

Veröffentlicht am
März 12, 2026
Letzte Aktualisierung: März 12, 2026

Theologische Fakultät in Salzburg startete Vortragsreihe zu Franziskus von Assisi

SALZBURG (10.3.2026) / In einem vollen großen Hörsaal begann der Salzburger Franziskaner Guardian P. Thomas Hrastnik OFM am Dienstagabend die Vortragsreihe „Theologie im Zeichen der Zeit. 800 Jahre Franz von Assisi“. Die Premiere der achtteiligen internationalen Reihe der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Franziskanerkloster, unterstützt von Pro Oriente Salzburg, stand unter dem Titel „Leben gegen den Trend – franziskanische Christus-Nachfolge in Geschwisterlichkeit und Verkündigung“.

Franziskus habe eine „radikale Gegenposition“ zu gesellschaftlichen Positionen eingenommen, erinnerte Guardian P. Thomas Hrastnik OFM. In manchen Kirchen Salzburgs nehme er mehr Raum ein als jeder andere Heilige. „Er fand sein Leben inspiriert vom Du Gottes.“ Franziskanisches Leben sei ein schlichtes und kraftvolles Leben nach dem Evangelium. Er ging der Frage nach, was heute zu einem franziskanischen Leben motiviere – als Gegentrend zu einer immer komplexer werdenden Welt mit vielen Krisen.

Franziskus von Assisi steht für Hrastnik neben dem Sonnengesang für Dialog der Religionen, für Gewaltfreiheit und Gastfreundschaft. Dass diese Haltungen Menschen im 21. Jahrhundert ansprechen, habe die Zustimmung zur Namenswahl des verstorbenen Papstes Franziskus gezeigt. Trends unserer Zeit seien Selbstoptimierung und wirtschaftliches Wertedenken. Eine Sehnsucht nach Beziehungen zu Menschen und zu Gott sei das, was Menschen heute antreibe, franziskanisch zu leben. Die unterschiedlichen Ordensgemeinschaften würden zeigen, „dass es DAS franziskanische Leben nicht gibt“. Es gelte, Wege zu finden und Lösungen für die Probleme unserer Zeit – und das etwa durch zuhören und verstehen wollen. Franz von Assisi beschreibt er als „prophetischen Menschen“. Er würde allen Menschen den Mut wünschen, den dieser einst gehabt habe. Es brauche zudem eine „alltagstaugliche“ Spiritualität. Nichts Menschliches dürfe dabei fremd sein.

Faszinierende Bekanntheit des Heiligen

Dekan Dietmar W. Winkler wies in seiner Begrüßung auf die Kooperation und die beiden Veranstaltungsorte hin. Es sei höchst erstaunlich, dass Franziskus von Assisi heute noch so bekannt ist, seien es damals doch Zeiten der Macht gewesen, die bis heute stark in Erinnerung seien. „Gerade der Gegenentwurf der Macht ist Franz von Assisi“, wie weit sei er etwa für die Bewahrung der Schöpfung und für seinen Einsatz für die von Armut betroffenen Menschen bekannt. Der Legende nach war Franz von Assisi mit dem Sultan in Dialog. Neben diesen Themen werde bei der Vortragsreihe auch die Bekehrungsgeschichte und die Wirkungsgeschichte über die katholische Konfession hinaus thematisiert. Der erste Vortragende, Thomas Hrastnik, ist für Winkler ein Mensch, „der hauptsächlich zuhört“.

Hintergrund

Anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi widmet ihm die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Franziskanerkloster, unterstützt von Pro Oriente Salzburg, eine internationale Vortragsreihe im Sommersemester. Beginn ist jeweils um 18 Uhr an wechselnden Orten (Fakultät, Franziskanerkloster). Die Reihe „Theologie im Zeichen der Zeit. 800 Jahre Franz von Assisi“ unterstreiche die bleibende Bedeutung des Franz von Assisi: „Seine Botschaft von Frieden, Geschwisterlichkeit und Einfachheit prägt auch 800 Jahre nach seinem Tod Schöpfungsverantwortung sowie interreligiösen und ökumenischen Dialog“, hieß es seitens der Katholisch-Theologischen Fakultät.

Den Auftakt bildete am 10. März der Vortrag „Leben gegen den Trend – franziskanische Christus-Nachfolge in Geschwisterlichkeit und Verkündigung“. Referent war Guardian P. Thomas Hrastnik OFM, der die Aktualität franziskanischer Lebensformen in einer individualisierten Gesellschaft beleuchtete. P. Willibald Hopfgartner wird in seinen Reflexionen „Armut und die Schönheit“ Betrachtung auf die Festspielidee von Salzburg einfließen lassen: Hugo von Hofmannsthal verfügte, in einem Franziskaner-Habit aufgebahrt zu werden und Max Reinhardt wollte, dass man den Festspielen auch einen „humanitären Charakter“ geben solle. Am 14. April spricht Erzbischof Franz Lackner OFM zum Thema „Franziskanisches Sein – bischöfliches Tun“.

800 Jahre Franziskus

Das Franziskusjahr 2026 ist eigentlich der Abschluss und Höhepunkt eines mehrjährigen Gedenkens an den heiligen Franz von Assisi. Seit vier Jahren feiern die Gläubigen in Teiljubiläen mit der franziskanischen Familie zunächst die Weihnachtsfeier und Krippe zu Greccio sowie die Bestätigung der Regel des heiligen Franziskus (1223), danach das Geschenk der Stigmata (1224) und die Niederschrift des Sonnengesangs (1225) sowie heuer den 800. Todestag oder „Transitus“ von Franz von Assisi (3. Oktober 1226).

Die Feierlichkeiten zum 800-Jahr-Jubiläum haben offiziell am 10. Jänner um 10 Uhr in der Portiuncula-Kapelle der Basilika Santa Maria degli Angeli in Assisi begonnen. ( www.centenarifrancescani.org). Die einzelnen Franziskanerklöster setzen im Jubiläumsjahr unterschiedliche Schwerpunkte.

Salzburgs Akzente

Die Franziskaner in Salzburg etwa laden ab Ende Mai zu einer Ausstellung mit 104 Exponaten zu Franz von Assisi ins DomQuartier. Für den Oktober ist eine Podiumsdiskussion zum Thema „Lebenskunst und Sterbekultur“ geplant. Dabei ist vorgesehen, dass 80 franziskanische Schwestern und Brüder aus Europa nach Salzburg kommen und die Ausstellung begleiten. Anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi setzt Salzburg weitere Akzente: Das DomQuartier mit einer Sonderausstellung, die Salzburger Festspiele mit Olivier Messiaens „Saint François d’Assise“ und die Theologische Fakultät der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Franziskanerkloster mit einer internationalen Vortragsreihe im Sommersemester 2026. (Infos unter anderem: www.plus.ac.at/news/theologische-fakultaet-begeht-800-jahre-franz-von-assisi-mit-vortragsreihe)

(Siehe auch Terminaviso zur Vortragsreihe vom 2. März 2026 unter:  https://eds.at/detail/theologische-fakultaet-der-universitaet-salzburg-legt-fokus-auf-franz-von-assisi)

Quelle:  Newsmeldung Erzdiözese

 

©Erzdiözese Salzburg (eds)/Michaela Greil
©Erzdiözese Salzburg (eds)/Michaela Greil
©Erzdiözese Salzburg (eds)/Michaela Greil
©Erzdiözese Salzburg (eds)/Michaela Greil

©Erzdiözese Salzburg (eds)/Michaela Greil

Eva Hartl

Fakultätsbüro

Universität Salzburg | Katholisch-Theologische Fakultät

Universitätsplatz 1 | 5020 Salzburg | Austria

Tel: +43 662 8044-2500

E-Mail an Eva Hartl

©Erzdiözese Salzburg (eds)/Michaela Greil