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Veröffentlicht am
Juli 28, 2026
Letzte Aktualisierung: Juli 28, 2026

Universität Salzburg bestätigt globalen Trend des Gletscherschwunds

Messungen im Stubachtal belegen den anhaltenden Eisverlust in den Alpen und ergänzen aktuelle internationale Forschungsergebnisse.

Der World Glacier Monitoring Service veröffentlichte die Bilanz für 2025. Die Ergebnisse sowie die Langzeitmessungen der Universität Salzburg am Stubacher Sonnblickkees verdeutlichen die Auswirkungen des Klimawandels auf alpine Gletscher.

Die weltweiten Gletscher haben im hydrologischen Jahr 2025 erneut massiv an Masse verloren. Laut Daten des World Glacier Monitoring Service (WGMS) betrug der globale Nettoverlust rund 408 ± 132 Gigatonnen, was einem Meeresspiegelanstieg von etwa 1,1 mm entspricht. Besonders stark betroffen war wiederum Mitteleuropa.

Langfristig zeigt sich eine deutliche Beschleunigung: Während zwischen 1976 und 1995 jährlich weniger als 100 Gigatonnen verloren gingen, lag der Verlust zuletzt (2016–2025) bei rund 390 Gigatonnen pro Jahr. Insgesamt summiert sich der Gletscherschwund seit 1975 auf knapp 9.600 Gigatonnen.

Auch die Messungen von Bernhard Zagel, Fachbereich Geoinformatik an der Universität Salzburg, bestätigen diesen Trend auf regionaler Ebene:

„Das Stubacher Sonnblickkees ist Teil eines wissenschaftlichen Langzeit-Forschungsgebiets im Oberen Stubachtal. 2024/25 wurde dort eine negative Massenbilanz von –1,27 Mio. m³ festgestellt. Hauptursache waren deutlich überdurchschnittliche Temperaturen (+1,8 °C). Seit Beginn der Messreihe zeigt sich ein klarer Trend: Von 45 Jahren seit 1981 waren 38 negativ, nur 7 positiv. Insgesamt gingen am Stubacher Sonnblickkees seit 1981 rund 53 Mio. m³ Eis verloren.“

Die aktuellen Ergebnisse wurden unter Beteiligung der Universität Salzburg in  Nature Reviews veröffentlicht und unterstreichen die fortschreitenden Auswirkungen des Klimawandels auf alpine und globale Gletscher.

Ergänzend zur globalen Analyse dokumentiert auch der aktuelle Bericht „KryoMon.AT – Kryosphären Monitoring Österreich“ den dramatischen Zustand der österreichischen Kryosphäre. Der nationale Forschungsverbund, an dem auch die Universität Salzburg beteiligt ist, fasst die neuesten Erkenntnisse zu Gletschern, Schnee, Permafrost und Seeeis zusammen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Jahre 2022/23 und 2023/24 zu den stärksten Verlustjahren der österreichischen Gletscher zählen und unterstreichen die Bedeutung langfristiger Monitoringprogramme wie jener am Stubacher Sonnblickkees für das Verständnis der Auswirkungen des Klimawandels auf den alpinen Raum. Der Bericht ist auf der Plattform  KryoMon.AT – Kryosphären Monitoring Österreich zugänglich.

Aufnahme des Stubacher Sonnblickkees

Dr. Bernhard Zagel

LTER Site Koordinator Oberes Stubachtal

Universität Salzburg | Fachbereich Geoinformatik – ZGIS

Schillerstraße 30/III | 5020 Salzburg | Austria

Tel: +43 662 8044-7532

E-Mail an Dr. Bernhard Zagel

Foto: © Bernhard Zagel