Veranstaltungsrückblick: Zeitgeschichte goes public: „Hitlers Exekutive. Die Polizei im Nationalsozialismus“
Am Dienstag, den 27. Mai 2025, fand die letzte Veranstaltung der Reihe „ZEITGESCHICHTE goes public“ im Studienjahr 2024/2025 statt. Der Abend war dem Thema „Hitlers Exekutive. Die Polizei im Nationalsozialismus“ gewidmet und bot einen eindrucksvollen Einblick in die gleichnamige Ausstellung des Salzburg Museums. Diese wurde im Rahmen des Formats „Salzburg Museum Gastspiel“ in der Stadtgalerie des Rathauses gezeigt und ist noch bis 25. Juli zu sehen.
Die Veranstaltung begann mit einer kurzen Führung durch die Ausstellung, die von dem Salzburg Museums geleitet wurde. Diese widmete sich der Rolle der Polizei im Nationalsozialismus, einer Institution, die eine zentrale Bedeutung bei der Umsetzung und Aufrechterhaltung des Nazi-Regimes hatte. Anhand von Biografien und historischen Quellen wurde verdeutlicht, wie die Polizei und Gendarmerie in Österreich aktiv an der Verfolgung von „Gegner*innen“ des Regimes, der Ausführung des Holocausts und der Unterdrückung der Bevölkerung beteiligt waren. Dabei wurde auch die Problematik angesprochen, dass diese Täterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg lange nicht aufgearbeitet wurde.
Im Anschluss an die Ausstellung folgte eine Podiumsdiskussion, die von Robert Obermair moderiert wurde. Als Expert*innen nahmen daran teil: Barbara Huber, Universitätsassistentin für Europäische Regionalgeschichte an der Universität Salzburg, die sich intensiv mit der Polizei im Nationalsozialismus befasst hat; Karl Heinz Wochermayr, Obmann des Salzburger Exekutivhistorischen Museumsvereins und Leiter des Salzburger Polizeimuseums, der derzeit die Archivmaterialien aus dieser Zeit untersucht; sowie Margit Reiter, Professorin für Europäische Zeitgeschichte an der Universität Salzburg, die die lange unaufgearbeiteten Kontinuitäten nach 1945 in der Polizei thematisiert hat.
Die Diskussion beleuchtete nicht nur die Funktion und Aufgaben der Polizei vor, während und nach dem Nationalsozialismus, sondern auch die komplexen Kontinuitäten und Brüche der Institution im Nachkriegsösterreich. Besonders hervorgehoben wurde, dass viele österreichische Polizisten nach dem Ende des Krieges nicht zur Verantwortung gezogen wurden, obwohl sie aktiv an der Durchführung der nationalsozialistischen Verbrechen beteiligt waren.
Nach der Podiumsdiskussion wurde die Veranstaltung durch eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum abgeschlossen. Die Teilnehmer*innen brachten ihre Gedanken und Fragen ein, was zu einer engagierten und offenen Auseinandersetzung mit dem Thema führte.
Das Team von „ZEITGESCHICHTE goes public“ bedankt sich herzlich bei den Kooperationspartner*innen, insbesondere dem Salzburg Museum, die diesen gelungenen Abend ermöglicht haben, sowie bei dem zahlreich erschienenen Publikum für das große Interesse und die aktive Teilnahme an der Diskussion.
Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit dem Salzburg Museum im Rahmen des Jahresschwerpunkts „Gedenken und Erinnern 1945–2025“ durchgeführt.
