Wenn die Jüngsten das Wort ergreifen – Österreichischer Vorlesetag an der Universität Salzburg
Am Österreichischen Vorlesetag wurde der UNIPARK Nonntal zum Schauplatz einer ganz besonderen Vorlesung. Ausnahmsweise waren es einmal die Allerjüngsten, die Mikrofon und Lieblingsbuch in die Hand nahmen: 23 Schülerinnen und Schüler der International Bilingual Class der Praxisvolksschule Salzburg gastierten am Fachbereich Anglistik und Amerikanistik und lasen auf Englisch und Deutsch aus Werken der renommierten Kinderautorin Julia Donaldson vor.
Der Besuch verband auf beeindruckende Weise schulische Lesekompetenz mit universitärer Forschung: Im Anschluss an die öffentliche Lesung führte Dr. Thomas Kaltenbacher die Klasse durch das Eyetracking-Labor des Fachbereichs. Dort konnten die Kinder hautnah erleben, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Augenbewegungen beim lauten und leisen Lesen aufzeichnen und vergleichen – ein seltener Einblick in die kognitive Leseforschung, maßgeschneidert für wissbegierige Köpfe.
Nach einer wohlverdienten Stärkung mit frischem Obst durften die Schülerinnen und Schüler ihr Können ein zweites Mal unter Beweis stellen: In der Lehrveranstaltung „Literature and Social-Emotional Learning“ von Dr.in Elisabeth Schober lasen sie für Studierende und Lehrende und hinterließen einen bleibenden Eindruck – so souverän und flüssig meisterten die Kinder der altersgemischten Klasse (1. bis 4. Schuljahr) ihre deutschen und englischen Texte.
Für die Leseforschung am Fachbereich Anglistik und Amerikanistik war der Tag eine ebenso herzliche wie „augenöffnende“ Begegnung. Die Vielfalt der Schriftspracherwerbsstadien, die in dieser mehrsprachigen Klasse lebendig wird, bietet einen in Salzburg einzigartigen Einblick in den frühkindlichen Mehrspracherwerb. Bereits im Juni darf der Fachbereich mit einigen Kindern der Klasse weiterarbeiten und ihren bilingualen Schriftspracherwerb mithilfe von Eyetracking dokumentieren.
