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    Fokussiert: Die Mannheimer Ausstellung rekonstruiert den Stellenwert des Expressionismus in der "Quadratestadt"

    Alle Jahre wieder

    Matthias Weiß besucht die Kunsthalle Mannheim

    Fast schon eine liebgewonnene Tradition zum Jahresende ist der Besuch von Matthias Weiß in der Mannheimer Kunsthalle – dieses Mal anlässlich der Sonderausstellung „Kirchner, Lehmbruck, Nolde. Geschichten des Expressionismus in Mannheim“. Dort werden neben den drei im Titel genannten und weiteren wohlbekannten Namen wie Gabriele Münter auch eine Reihe weniger geläufiger, aber unbedingt sehenswerter Künstler:innen präsentiert. Thema ist zudem die Rezeptionsgeschichte expressionistischer Kunst in der sogenannten Quadratestadt: Den Auftakt macht das frühe Sammelinteresse nicht nur des Kunsthallendirektors Gustav Friedrich Hartlaub, sondern auch renommierter Galerien und Privatsammelnder. Negative Auswirkungen hatten die Diffamierung und Bestandsdezimierung zur Zeit des Nationalsozialismus. Unter anderem Rückkäufe sind Ausdruck der Rehabilitierung des Expressionismus nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit anderen Worten: eine absolut lohnenswerte Schau, die per Bahn in nur fünf Stunden zu erreichen ist … Oder in Bälde über den Katalog in unserer Bibliothek goutiert werden kann.
     
    Fotos: Christine Weiß, Matthias Weiß
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    Privilegiert: Seiner Position entsprechend, nahm das vielgestaltige Werk Lehmbrucks einiges an Raum ein
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    Unterrepräsentiert: Gabriele Münter ist in der Schau – als eine von vier Frauen – nur dank einer Leihgabe aus der Privatsammlung Fuchs-Werle vertreten (Gebirgslandschaft, 1910)
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    Noch ein Blauer Reiter: Alexej von Jawlensky (Sommer in Murnau, 1908, Ausschnitt)
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    Zwischen produktiver Aneignung und kolonialer Geste: Max Pechstein (Stillleben: Figur und Blumen, 1917)
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    Bild auf sechs Beinen? Nein, eines der über 150 doppelseitig bemalten Bilder von Ernst Ludwig Kirchner (diesseitig: Gelbes Engelsufer, Berlin, um 1909/10)
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    Wenig subtile Anspielung: Max Beckmann paraphrasierte das erzwungene Exil des Mannheimer Galeristen Herbert Tannenbaum (Tannenbaum geht nach New York, 1947)
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    Jacoba van Heemskerck: Blatt aus einer Mappe mit sechs Holzschnitten, 1915
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    Noch – oder wieder – japonistisch: "Dame in Grün" von Otto Lange, 1918/19
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    Irgendwie snobistisch: Milly Stegers "Frauenbildnis" von 1920
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    Leider lichtgestreift: die "Hirten" von Maria Uhden, 1917
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    So beliebtes wie prekäres Thema jener Jahre: "Bauernköpfe", hier in einer Holzschnittvariante von Karl Friedrich Zähringer, 1920
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    The artist himself: Zähringer als Teil seiner Serie "Bauernköpfe", 1920
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    Hier prallen verschiedene Modernen aufeinander: das Jugendstil-Entree der Kunsthalle Mannheim von 1907 mit Constantin Brancusis "Großer Fisch" von 1939/1968
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    Ebenfalls feinster Jugendstil: Maske von einem der Prachtbauten um den Wasserturm, zu denen auch die Kunsthalle Mannheim gehört