Die Vorhalle und das romanische Westportal der Stiftskirche St. Peter

Die Folge nimmt die Hörer·innnen mit in das mittelalterliche Salzburg, genauer in das 13. Jahrhundert, und stellt das romanische Westportal der Stiftskirche St. Peter mit seinem Reliefschmuck im Herzen der Altstadt vor. Hier wurde ein liminaler Raum kreiert, der als Schwelle zwischen dem Profanen und dem Sakralen, zwischen dem Umfeld und dem Kircheninneren, aber auch zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren fungiert. Die bildliche Gestaltung dient dabei keinem geringeren Zweck als der Vermittlung der Heilsbotschaft und weist den christlichen Gläubigen den Weg ins Paradies. Wie wird mit architektonischen und skulpturalen Mitteln dieser Ort der Transformation, aber auch der Kontemplation, geschaffen? Was bedeuten die dargestellten Motive und die zum Einsatz gekommenen Materialien? Inwiefern wirken auch formale Eigenheiten an der Sinngenese mit? Wie gezeigt wird, können die Kirchgänger·innen dank der Reliefdarstellung im Tympanon noch heute die zentrale Glaubensbotschaft des Portals performativ am eigenen Leib erfahren, indem sie die Tür durchschreiten und in den Kircheninnenraum eintreten.
Credits
Autor·innen: Elisabeth Resmann und Georg Steiner
Redaktion, wissenschaftliche Betreuung und Lektorat: Univ.-Prof. Dr. Julia Kloss-Weber
Technische Betreuung: Margit Beling BA in den PLUS mediastudios
Sprecher·innen: Dr. Elisabeth Resmann und Elias Kirchtag, Pater Paulus Koci (Stimme Mönch), Mag. Johann Lindtner (Experte Steinrestauration)
Schnitt und Sound: Dr. Elisabeth Resmann, Dr. Georg Steiner und Margit Beling BA
Musik Intro und Outro: Samuele Ferrari BA
Weitere Musik:
Schrattenbach-Requiem: Solisten, Vokalensemble und Orchester der Stiftsmusik St. Peter, Leitung: MMag. Peter Peinstingl, BA
Gregorianischer Choral: Graduale „Exsurge Domini” (Psalm 9), sirventes berlin, Leitung: Stefan Schuck, https://share.google/zsG2isZU5iNWDM4zm
Interviewpartner·innen und Expert·innen
Dipl.Soz.Päd (FH), Dipl.Theol. Paulus M. Koci OSB ist Priester und Benediktinermönch. Als Theologe und Kenner der Stiftskirche St. Peter erklärt uns Pater Paulus die deutsche Übersetzung und theologischen Hintergründe der lateinischen Inschrift im Tympanon des Westportales der Stiftskirche St. Peter.
Mag. Johann Lindtner ist Steinrestaurator und berät das Stift St. Peter über notwendige Maßnahmen zur Instandhaltung der Vorhalle der Stiftskirche. Die Bestandkartierung (siehe oben) dient in diesem Zusammenhang als Basis für weitere Maßnahmen. Als Experte erläutert er uns die Materialität der Vorhalle und des Portals.
Literatur
Dehio 1986
Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio – die Kunstdenkmäler Österreichs. Salzburg Stadt und Land, Wien 1986.
Dopsch; Spatzenegger 1981
Dopsch, Heinz; Spatzenegger, Hans (Hg.): Geschichte Salzburgs. Die Zeit der Agilolfinger Rupert und Virgil, Salzburg 1981.
Eltz-Hoffmann; Anrather 1993
Eltz-Hoffmann, Lieselotte; Anrather, Oskar: Die Kirchen Salzburgs. Irdische Metaphern einer überirdischen Welt, Salzburg 1993.
Fillitz 1998
Fillitz, Hermann (Hg): Geschichte der bildenden Kunst in Österreich, Bd. 1: Früh- und Hochmittelalter, München/New York 1998.
Fuhrmann 1981
Fuhrmann, Franz: Salzburg in alten Ansichten. Die Stadt, Salzburg 31981.
Höfer 1957–1986
Höfer, Josef; Rahner, Karl (Hg.): Lexikon für Theologie und Kirche, 10 Bde., Freiburg im Breisgau 1957–1986.
Hübner 1792
Hübner, Lorenz: Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihre Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte, Bd. 1: Topographie, Salzburg 1792 [Faks.-Ausg. 1982].
Jahn; Lieb 2015
Jahn, Johannes; Lieb, Stefanie: Wörterbuch der Kunst, Stuttgart 132008.
Kahrlinger 1924
Kahrlinger, Hans: Die romanische Steinplastik in Altbayern und Salzburg 1050–1260, Augsburg 1924.
Kalbaum 2011
Kalbaum, Ulrike: Romanische Türstürze und Tympana in Südwestdeutschland. Studien zu ihrer Form, Funktion und Ikonographie, Münster/New York/München 2011 (zugl. Diss. Universität Freiburg 2009) (Studien zur Kunst am Oberrhein, Bd. 5).
Kirschbaum; Braunfels 1968
Kirschbaum, Engelbert; Braunfels, Wolfgang (Hg.): Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 1: Allgemeine Ikonographie A–Ezechiel, Rom/Freiburg/Basel/Wien 1968.
Kirschbaum; Braunfels 1972
Kirschbaum, Engelbert; Braunfels, Wolfgang (Hg.): Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 4: Allgemeine Ikonographie Saba-Zypressen Rom/Freiburg/Basel/Wien 1972.
Kretschmer 2008
Kretschmer, Hildegard: Lexikon der Symbole und Attribute in der Kunst, Stuttgart 2008.
Messerer 1978
Messerer, Wilhelm: Romanische Portale in Salzburg und Reichenhall, in: Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 117, Salzburg 1978.
Messerer 1981
Messerer, Wilhelm: Romanische Skulpturen in und um Salzburg, in: Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 120 u. 121, Salzburg 1981.
Preis-Maier 2009
Preis-Maier, Silvia: Der Garten in der religiösen Bilderwelt des Mittelalters, Dipl. Klagenfurt 2009.
Schlie 2025
Schlie, Heike: Medieval Bronze Doors as Figura of Heavenly Jerusalem’s Gates. The Materiality of the Virtual in the Iconologies of Matter, Technique, and Object, in: Judith Utz; Martin Fera; Marianne Mödlinger; u.a. (Hg.): Gates to Paradise. Metal Doors of the 11th and 12th Century, Regensburg 2025.
Schütz; Müller 1989
Schütz, Bernhard; Müller, Wolfgang: Deutsche Romanik. Die Kirchenbauten der Kaiser, Bischöfe und Klöster, Freiburg/Basel/Wien 1989.
Tietze 1913
Tietze, Hans: Die Denkmale des Benediktinerstift St. Peter in Salzburg, Wien 1913 (Österreichische Kunsttopographie, Bd. 12).
Vavra 2019
Vavra, Elisabeth (Hg): Die Welt und Gott – Gott und die Welt? Zum Verhältnis von Religiosität und Profanität im „christlichen Mittelalter“, Heidelberg 2019 (Interdisziplinäre Beiträge zu Mittelalter und Früher Neuzeit 9).
Wallpach 1882
Wallpach, Otto: Kurze Baugeschichte der Kirchen und Kapellen der Stadt Salzburg, Salzburg 1882.
Quellen
Die Bibel: Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, Gesamtausgabe, Stuttgart 2018, Joh 10, 7 und Mt 11.