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Veröffentlicht am
Januar 14, 2026
Letzte Aktualisierung: Januar 14, 2026

Aus den Vereinigten Staaten nach Salzburg

Dr. Pirmin Schlicke verstärkt die Universität Salzburg mit Spitzenforschung in Mathematischer Onkologie

Dr. Pirmin Schlicke ist seit 1. Jänner 2026 als APART-USA Fellow der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Fachbereich Biowissenschaften und Medizinische Biologie der Universität Salzburg als Postdoktorand tätig.

Der 32-jährige Forscher kommt aus dem Oberallgäu und bringt internationale Erfahrung aus dem MD Anderson Cancer Center der University of Texas (Houston) und der Technischen Universität München mit. Seine Arbeit verbindet mathematische Modellierung und klinische Onkologie. Er arbeitet an der Schnittstelle von klinischer Krebsforschung und Datenwissenschaft.

Mit dem Förderprogramm „APART-USA“ stellt die Österreichische Akademie der Wissenschaften 25 Stipendien à 500.000 Euro bereit, um Postdocs aus den USA für österreichische Hochschulen zu gewinnen. Ziel ist es, auf die Veränderungen in der US-Forschungslandschaft zu reagieren – darunter der Konflikt zwischen der Trump-Regierung und Universitäten sowie eingefrorene Forschungsgelder. Die Universität Salzburg erhielt eines dieser Stipendien.

Pirmin Schlicke promovierte in Angewandter Mathematik an der TU München und war dort als Postdoktorand tätig, bevor er 2024–2025 als Postdoktorand am MD Anderson Cancer Center, einem der weltweit führenden Krebsforschungszentren, forschte. Schlicke war unter anderem an der Konzeption einer klinischen Studie beteiligt, die erstmals mathematisch abgeleitete Strahlendosis-Anpassungen für Kopf-Hals-Krebs-Patienten testet. Ziel der Forschung ist es, klinische Routinedaten in präzisionsmedizinische Ansätze zu integrieren und so die Behandlung von Patientinnen und Patienten nachhaltig zu optimieren.

Für seine Arbeit erhielt Schlicke zahlreiche Auszeichnungen, darunter das APART-USA Fellowship, den Lewis-Woelpert-Preis der Society for Mathematical Biology, ein Fellowship des Institute for Data Science in Oncology des MD Anderson Cancer Centers sowie mehrere Teaching Awards. Er hat bereits mehrfach in führenden Fachzeitschriften wie dem British Journal of Cancer publiziert und hält regelmäßig Keynotes auf internationalen Konferenzen. Zudem meldete er 2025 ein US-Patent für Methoden zur Analyse der Interkonnektivität von Primärtumoren und Metastasen an.

Für Pirmin Schlicke war die Unsicherheit in der US-Forschungspolitik unter Donald Trump (eingefrorene Forschungsgelder, Visumsprobleme) sowie der Wunsch nach stärkerer Lehrtätigkeit und stabileren Bedingungen in Europa, entscheidend für den Wechsel zurück aus den Staaten.  In den USA ist der Lehranteil in Professuren deutlich geringer ausgeprägt als in Europa. Zudem bietet die auf vier Jahre ausgerichtete Förderung die Perspektive sich längerfristig an der Universität Salzburg zu etablieren.

Österreich hat sich für den Biomathematiker als besonders attraktiver Wissenschaftsstandort erwiesen.  „Das Land ist international deutlich sichtbarer, als es seine Größe vermuten lässt. Salzburg bietet zudem eine etablierte akademische Infrastruktur und einen klaren Anker in der Lehre. Die Universität Salzburg genießt internationale Reputation, und die dortigen Institutionen waren mir bereits vor meiner Entscheidung bekannt“, so Schlicke.

In Salzburg arbeitet Pirmin Schlicke in der Forschungsgruppe Computational Systems Biology von Nikolaus Fortelny am Fachbereich Biowissenschaften und Medizinische Biologie. Sein Schwerpunkt liegt auf der mathematischen Onkologie und der Entwicklung prädiktiver Modelle für die Krebsmedizin. Ziel ist es, Metastasen frühzeitig zu erkennen und Therapieentscheidungen zu optimieren – auch dann, wenn bildgebende Verfahren klinisch an ihre Grenzen stoßen. „Unsere Modelle sollen Szenarien simulieren und beantworten: Welche Behandlung hat die besten Erfolgschancen?“ so Schlicke. Darüber hinaus arbeitet der Forscher an Ansätzen, die Routinedaten für die prädiktive Onkologie nutzbar machen. „So könnte künftig bereits ein einzelnes Bild ausreichen, um den Krankheitsverlauf besser zu verstehen und personalisierte Therapien zu ermöglichen. Die Universität Salzburg bietet dafür eine hervorragende Infrastruktur, lokale Anbindung zu weiteren etablierten und relevanten Forschungsstätten und internationale Sichtbarkeit“, ergänzt Schlicke.

Die Universität Salzburg heißt Pirmin Schlicke in Salzburg herzlich willkommen. Rektor Bernhard Fügenschuh freut sich mit dem Postdoktoranden einen international anerkannten Wissenschafter für den Bereich der mathematischen Onkologie gewonnen zu haben. „Sein Wechsel aus den Vereinigten Staaten ist ein deutliches Signal für die Attraktivität Österreichs als Forschungsstandort und insbesondere für die internationale Reputation unserer Universität. Dr. Schlicke wird mit seiner Expertise einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der wissenschaftlichen Exzellenz in Salzburg leisten“, betont Rektor Fügenschuh.


Kontakt

Dr. Pirmin Schlicke | Fachbereich Biowissenschaften und Medizinische Biologie | Hellbrunner Straße 34 | 5020 Salzburg

Pirmin Schlicke

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