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Das neue Literaturarchiv Salzburg: ein Treffpunkt nicht nur für die Wissenschaft

Am 19. April 2012 wurde das neu gegründete Literaturarchiv Salzburg im Rahmen einer festlichen Veranstaltung eröffnet. Die von Rektor Heinrich Schmidinger initiierte Institution fand aufgrund der Übersiedlung des Instituts für Kunstgeschichte in den neu errichteten Unipark ihre Heimstatt in der Kapitelgasse finden. Geleitet wird das neue Archiv von Dr. Manfred Mittermayer, weitere Mitarbeiter sind Hildemar Holl und Elke Tomasi.

Das Literaturarchiv wird – analog zum seit fünf Jahren erfolgreich arbeitenden Stefan Zweig Centre – als Forschungszentrum von Universität, Land und Stadt Salzburg geführt. Es soll einerseits eine Serviceeinrichtung bilden, die Vor- und Nachlässe von Autorinnen und Autoren mit Salzburg-Bezug erwirbt, sie fachgerecht betreut und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Andererseits soll das neue Archiv in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Germanistik wissenschaftliches Arbeiten mit den Archivbeständen ermöglichen und dabei auch selbst literaturwissenschaftliche Forschung betreiben.

Als erste umfangreiche Erwerbung der neuen Institution steht seit Anfang des Jahres das gesamte Archiv des Residenz Verlags (von der Gründung bis zum Weggang aus Salzburg 2004) für die Forschung zur Verfügung. Damit ist über die Geschäftskorrespondenz, eine umfangreiche Rezensionssammlung und zahlreiche Typoskripte die Tätigkeit eines der prägenden österreichischen Verlage des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Als weiterer bemerkenswerter Ankauf ist das Typoskript zum jüngsten Roman des Salzburger Büchner-Preisträgers Walter Kappacher, „Land der roten Steine“, seit kurzem im Literaturarchiv zugänglich.

Wichtiger Kooperationspartner des Literaturarchivs ist die Stiftung Salzburger Literaturarchiv. Sie wurde unter dem ursprünglichen Namen „Salzburger Literaturarchiv“ 1977 von Adolf Haslinger, Ordinarius am Institut für Germanistik der Universität Salzburg, gegründet und 1996 in eine Stiftung umgewandelt. Ein großer Teil der im Archiv aufbewahrten Sammlung von Autographen und Fotos befindet sich im Besitz dieser Institution.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Zusammenarbeit verfügt das Literaturarchiv Salzburg bereits jetzt über etwa 5000 Bücher und mehr als 25 Literaturzeitschriften sowie literarische Archivalien von über 60 Autorinnen und Autoren. Darunter sind Namen wie Gerhard Amanshauser, Alois Brandstetter, Peter Handke, Franz Innerhofer, Gert Jonke, Walter Kappacher, Christoph Ransmayr, Kathrin Röggla, Julian Schutting, Karl Heinrich Waggerl, Maria Zittrauer und Stefan Zweig. Zur Sammlung zählen unter anderem Gesamt- und Teilnachlässe von Salzburger Autorinnen und Autoren, einzelne Manuskripte, Typoskripte, Briefe, Bibliotheken, Teilbibliotheken, Bilder, Fotos, Ton- und Bildträger, einzelne Werke und Gegenstände aus dem Besitz von Autoren.

Als erste umfangreiche Erwerbung der neuen Institution steht seit Anfang des Jahres das gesamte Archiv des Residenz Verlags (von der Gründung bis zum Weggang aus Salzburg 2004) für die Forschung zur Verfügung. Damit ist über die Geschäftskorrespondenz, eine umfangreiche Rezensionssammlung und zahlreiche Typoskripte die Tätigkeit eines der prägenden österreichischen Verlage des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Als weiterer bemerkenswerter Ankauf ist das Typoskript zum jüngsten Roman des Salzburger Büchner-Preisträgers Walter Kappacher, „Land der roten Steine“, seit kurzem im Literaturarchiv zugänglich.

Eine der geplanten Erwerbungen betrifft den literarischen Nachlass von Ingeborg Bachmann, der sich im Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek befindet; er soll in Hinkunft als Kopie auch im Literaturarchiv Salzburg der Forschung zugänglich sein und damit als Basis für Editionsvorhaben dienen. Außerdem strebt das Literaturarchiv Salzburg eine intensive Zusammenarbeit mit dem Thomas-Bernhard-Archiv Gmunden an. Unter den zukünftigen Vorhaben des Literaturarchivs Salzburg sind u.a. Vorträge, Symposien, aber auch Ausstellungen; eine davon wird sich bereits im laufenden Jahr mit Peter Handke beschäftigen, der im Dezember 2012 seinen 70. Geburtstag feiert.

Das Literaturarchiv Salzburg ist im Rahmen der Öffnungszeiten (Dienstag und Donnerstag: 10.00 – 12.30 Uhr und 13.00 – 16.00 Uhr, Mittwoch: 13.00 – 16.00 Uhr, Montag und Freitag: nach Vereinbarung) allgemein zugänglich. Es wendet sich an Forscherinnen und Forscher etwa aus den Fachgebieten Germanistik, Geschichte, Literatur- und Kulturwissenschaften, aber auch an Personen aus den Bereichen Journalistik, Verlags- und Medienwesen sowie an Studierende und alle an der Literatur Interessierten.