ECOG 2026: Salzburg wird zur internationalen Drehscheibe für Forschung und Innovation in der Kinder- und Jugendgesundheit
Unter dem Motto „ImpACT – Implementation of Actions to Prevent and Treat Pediatric Obesity“ fand vergangene Woche der 35. Kongress der European Childhood Obesity Group (ECOG) an der Universität Salzburg statt. An der Fakultät für Natur- und Lebenswissenschaften begrüßten die Veranstalter mehr als 300 Wissenschaftler*innen, Mediziner*innen, Gesundheitsfachkräfte und Expert*innen aus 36 Ländern, die gemeinsam aktuelle Herausforderungen und innovative Lösungsansätze zur Prävention und Behandlung von Adipositas im Kindes- und Jugendalter diskutierten.
Das wissenschaftliche Programm widmete sich den zentralen Zukunftsfragen der Kinder- und Jugendgesundheit. Im Fokus standen Präventionsstrategien, innovative Versorgungsmodelle, digitale Gesundheitslösungen, Bewegungs- und Ernährungsinterventionen, Präzisionsmedizin sowie moderne pharmakologische Therapieansätze. Zahlreiche Plenarvorträge, Fachsessions, Workshops und Diskussionsforen boten eine Plattform für den internationalen Wissens- und Erfahrungsaustausch.
Einen besonderen Höhepunkt setzte die Keynote von Sigrid Stagl, Wissenschaftlerin des Jahres 2024. Sie zeigte eindrucksvoll auf, wie eng ökologische, wirtschaftliche und gesundheitliche Entwicklungen miteinander verknüpft sind, und unterstrich die Bedeutung nachhaltiger Rahmenbedingungen für die Gesundheit zukünftiger Generationen.
Auch gesundheitspolitische Fragestellungen standen im Mittelpunkt des Kongresses. Im Rahmen eines international besetzten Policy Round Table diskutierten Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Gesundheitswesen die Wirksamkeit gesundheitspolitischer Maßnahmen, evidenzbasierte Steuerungsinstrumente, wie z. B. steuerliche Anreize auf Lebensmittel, sowie Möglichkeiten zur Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens.
Große Aufmerksamkeit erhielten aktuelle Entwicklungen in der Prävention und Behandlung von Adipositas. Präsentiert wurden neue Erkenntnisse zu digitalen Versorgungsangeboten, E-Health-Anwendungen, nachhaltigem Adipositasmanagement, körperlicher Aktivität sowie modernen medikamentösen Therapien für Kinder und Jugendliche mit Adipositas.
Ein besonderes Anliegen der Veranstalter war die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Im Rahmen des Young Investigator Award wurden sechs junge Forscher*innen für herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet. Die Kurzfassungen der wissenschaftlichen Beiträge werden in der Fachzeitschrift Annals of Nutrition and Metabolism veröffentlicht und damit einem internationalen Fachpublikum zugänglich gemacht.
Univ.-Prof. DDr. Susanne Ring-Dimitriou, Kongresspräsidentin und Organisatorin des Kongresses, zieht eine äußerst positive Bilanz:
„Der ECOG-Kongress 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass die großen Herausforderungen im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit nur durch internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit bewältigt werden können. Besonders erfreulich war die Vielzahl innovativer Beiträge, die konkrete Wege aufzeigen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in Prävention, Therapie und gesundheitspolitisches Handeln übersetzt werden können. Salzburg hat sich einmal mehr als exzellenter Standort für Forschung, Wissenstransfer und internationale Vernetzung präsentiert.“
Auch Univ.-Prof. Dr. med. Daniel Weghuber, Co-Chair des Kongresses und Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Salzburg, betont die Bedeutung der Veranstaltung:
„Die Beiträge des Kongresses haben deutlich gemacht, wie dynamisch sich die Forschung und Versorgung im Bereich der pädiatrischen Adipositas entwickelt. Von innovativen Präventionsprogrammen über digitale Gesundheitsanwendungen bis hin zu modernen medikamentösen Therapien wurden zahlreiche Lösungsansätze vorgestellt, die das Potenzial haben, die Versorgung betroffener Kinder und Jugendlicher nachhaltig zu verbessern. Entscheidend wird sein, diese Evidenz nun rasch in die Praxis und in gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen zu übertragen.“
Neben den wissenschaftlichen Inhalten setzte der Kongress auch ein starkes Zeichen für Nachhaltigkeit. Die Veranstaltung wurde konsequent als Green Meeting und Green Event umgesetzt und am 16. September 2026 mit dem Österreichischen Umweltzeichen UZ 62 ausgezeichnet. Damit unterstrich der Kongress seinen Anspruch, Verantwortung für Gesundheit, Gesellschaft und Umwelt gleichermaßen zu übernehmen.
Die erfolgreiche Durchführung des 35. ECOG-Kongresses stärkt die internationale Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Salzburg und unterstreicht die führende Rolle der Universität Salzburg sowie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Salzburg in der Forschung und Versorgung rund um die Kinder- und Jugendgesundheit. Darüber hinaus entstanden neue wissenschaftliche Kooperationen und Netzwerke, die wichtige Impulse für die zukünftige europäische Forschung und Gesundheitsversorgung liefern werden.
Fotos der Veranstaltung finden Sie im Flickr-Album.
Hier geht’s zum Bericht auf orf.at.
