Neue Professorin für Wissenschaftstheorie: Philosophie der Physik
Patricia Palacios erforscht komplexe Phänomene mit physikalischen Modellen
Mit Oktober 2026 wurde Patricia Palacios zur Universitätsprofessorin für Wissenschaftstheorie: Philosophie der Physik am Fachbereich Philosophie der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Salzburg berufen. Die international anerkannte Wissenschaftsphilosophin beschäftigt sich mit den Grundlagen physikalischer Theorien, der Erklärung komplexer biologischer und gesellschaftlicher Phänomene sowie mit der Rolle wissenschaftlicher Modelle. Mit ihrer Forschung und einem prestigeträchtigen ERC-Grant stärkt sie den Schwerpunkt Wissenschaftsphilosophie am Fachbereich Philosophie der Universität Salzburg.
Von Santiago de Chile nach Salzburg
Geboren in Santiago de Chile, studierte Patricia Palacios Philosophie und Physik an der University of Chile. Während ihres Studiums absolvierte sie zudem ein einjähriges Austauschprogramm in Physik an der Universität Leipzig und erwarb anschließend einen Master in Wissenschaftsphilosophie an der London School of Economics. Palacios promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Bereich Philosophie der Physik. Ihre Dissertation verfasste sie zum Thema „Phase Transitions: Philosophical Topics“. Patricia Palacios habilitierte sich 2022 mit der Arbeit „Emergence, Reduction, and Idealizations in Science“.
Internationale Forschung mit hoher Sichtbarkeit
Seit 2018 forscht und lehrt Patricia Palacios an der Universität Salzburg. Zunächst als Universitätsassistentin in einer Tenure-Track-Position, seit 2022 als Universitätsdozentin. Forschungsaufenthalte führten sie unter anderem an die University of California, Irvine, und die University of Minnesota. Ihre Arbeiten präsentierte sie weltweit an renommierten Institutionen wie der Harvard University, der University of Oxford, dem Santa Fe Institute und der Nanyang Technological University Singapore.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie zuletzt durch die Einwerbung eines ERC-Grants in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro für das Forschungsprojekt „MACBeh – Model Adaptation in the Study of Critical Behavior“. Zudem leitet sie die neue „Salzburg Complexity Group“, bestehend aus sieben Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, die im Kontext ihres ERC-Projekts sowie des FWF-Projekts „Knowledge in Crisis forschen. Palacios fungiert in diesem Projekt als Key Researcher.
Forschung an den Schnittstellen von Physik, Philosophie und Gesellschaft
Im Zentrum ihrer Forschung stehen die Wissenschaftsphilosophie, die Philosophie der Physik, die Komplexitätsforschung und die Klimawissenschaften. Besonders interessiert sie die Frage, wie physikalische Modelle dazu beitragen können, komplexe biologische oder soziale Prozesse besser zu verstehen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf sogenannten Idealisierungen in wissenschaftlichen Modellen. Diese vereinfachten Darstellungen spielen etwa in der Klimaforschung eine zentrale Rolle.
Kritisches Denken als Kern wissenschaftlicher Bildung
Auch in der Lehre setzt Patricia Palacios klare Schwerpunkte. Sie unterrichtet unter anderem Wissenschaftstheorie, Wirtschaftsphilosophie, Philosophie der Klimawissenschaften, Philosophie der Komplexitätswissenschaften sowie wissenschaftliche Methodologie.
Besonders wichtig ist ihr die Förderung kritischen Denkens: „Wir werden oft aufgefordert, der Wissenschaft zu vertrauen. Die Wissenschaftsphilosophie hilft dabei zu verstehen, warum wissenschaftliche Methoden so erfolgreich sind, wo ihre Grenzen liegen und wie wissenschaftlicher Fortschritt entsteht. Sie ermutigt dazu, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen kritisch zu reflektieren.“
Forschung ausbauen und neue Kooperationen schaffen
Mit der Professur möchte Patricia Palacios die internationale Sichtbarkeit der Salzburger Wissenschaftsphilosophie weiter stärken. Geplant sind neue wissenschaftliche Veranstaltungsformate, die Einbindung internationaler Gastforscherinnen und Gastforscher sowie der Ausbau bestehender Forschungsnetzwerke.
Ein besonderes Anliegen ist ihr zudem die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Mozarteum. Öffentliche Formate an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft sollen neue Perspektiven eröffnen und Forschung einem breiten Publikum zugänglich machen. Inhaltlich möchte sie künftig verstärkt zur Physik Schwarzer Löcher sowie zu den Grundlagen moderner physikalischer Theorien forschen.
Salzburg als Ort für Forschung und Lebensqualität
An der Universität Salzburg schätzt Patricia Palacios insbesondere das kollegiale Umfeld, die ausgezeichneten Forschungsbedingungen und die hohe Lebensqualität der Stadt. „Die Universität bietet hervorragende Voraussetzungen für Forschung und Lehre. Und wenn man das Büro verlässt, ist die beeindruckende Salzburger Landschaft nie weit entfernt.“
Privat ist die Wissenschafterin mit einem italienischen Wissenschaftsphilosophen verheiratet und Mutter von zwei dreisprachig aufwachsenden Töchtern. In ihrer Freizeit tanzt sie gern argentinischen Tango, spielt Geige und ist regelmäßig in der Kletterhalle anzutreffen.
Die Universität Salzburg gratuliert Patricia Palacios herzlich zur Berufung als Professorin für Wissenschaftstheorie: Philosophie der Physik und wünscht alles Gute für den neuen Aufgabenbereich.
KONTAKT:
Palacios Patricia, Univ.-Prof. Dr. BA. MSc. | Philosophie an der GW Fakultät
Franziskanergasse 1/I | 5020 Salzburg | Austria
Tel.: +43 662 8044 4082
