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Veröffentlicht am
März 27, 2026
Letzte Aktualisierung: März 27, 2026

Neue Professur für Römisches Recht an der Universität Salzburg: Philipp Klausberger im Portrait

Mit März 2026 hat Philipp Klausberger die Professur für Römisches Recht und modernes Privatrecht an der Universität Salzburg übernommen. Klausberger, geboren 1981 in Steyr, studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wo er sein Diplomstudium 2004 abschloss und im selben Jahr mit dem Würdigungspreis des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur ausgezeichnet wurde.

Klausberger setzte seine akademische Ausbildung mit dem Doktoratsstudium an der Uni Wien fort und promovierte 2007 mit einer Dissertation zum Thema „Der Versionsanspruch ex alieno contractu: Zum römisch-rechtlichen Ursprung und zu aktuellen Problemen der Haftung für Bereicherung aus fremden Verträgen“.

Für seine Forschungsleistungen erhielt der Rechtswissenschafter 2008 den Doc Award der Stadt Wien. Klausberger begann seine Universitätskarriere als Studienassistent am Institut für Römisches Recht und Antike Rechtsgeschichte der Universität Wien, wo er nach Abschluss des Diplomstudiums Universitätsassistent wurde. 2016/17 und ab 2019 war er am Institut für Römisches Recht und Rechtsgeschichte der Universität Innsbruck tätig. Seine Habilitation zum Thema Objektive und subjektive Zurechnungsgründe im klassischen römischen Haftungsrecht schloss er 2019 an der Universität Wien ab, gleichzeitig wurde ihm die Lehrbefugnis für Römisches Recht verliehen. Er wirkt seit 2013 auch als Gastdozent im Sommerseminar für Österreichisches Recht an der Universität Ljubljana mit und ist seit 2023 Mitglied des Akademischen Beirats des Innsbrucker Forums für Bank- und Versicherungsrecht.,

Neben Forschung und Lehre ist Klausberger auch praktisch tätig. Seit 2006 fungiert er als of Counsel bei Brandl Talos Rechtsanwält:innen, 2008/09 absolvierte er seine Gerichtspraxis beim Bezirksgericht für Handelssachen Wien, der Staatsanwaltschaft Wien und dem Handelsgericht Wien.

Philipp Klausberger beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit grundlegenden Fragen des Privatrechts aus historisch‑vergleichender Perspektive. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Überzeugung, dass das Privatrecht ein System zur friedlichen Lösung von Konflikten darstellt – ein rechtlich geordnetes Instrument, das hilft, Konflikte zwischen widerstreitenden Interessen verbindlich zu entscheiden. Dabei knüpft er an die reiche Tradition des Römischen Rechts an, das eine Vielzahl von Rechtsordnungen bis heute prägt. Die kontinentaleuropäischen Rechtsordnungen wurzeln – anders als das anglo‑amerikanische Common Law – tief im römischen Recht der Antike. Ein zentrales Anliegen Klausbergers ist die Erkenntnis, dass das Repertoire möglicher Lösungen solcher Konflikte begrenzt ist – eine Einsicht, die schon Theo Mayer‑Maly, einer seiner bedeutenden Vorgänger an der Universität Salzburg, treffend formuliert hat.

Auch wenn sich die konkreten Lebenssachverhalte im Laufe der Jahrhunderte verändert haben, bleiben die grundlegenden Strukturen privatrechtlicher Konflikte bemerkenswert konstant. Letztlich spielt es keine Rolle, ob jemand einen kranken Esel erwirbt oder ein Auto mit unzulässiger Abschalteinrichtung, ob ein Wintersturm das Auslaufen eines antiken Handelsschiffs oder eines modernen Jumbojets verhindert, oder ob der gut gemeinte Rat, Titius ein Darlehen zu gewähren, in dessen Insolvenz endet – ebenso wie sich die Empfehlung zum Kauf von Lehman‑Wertpapieren ex post als wenig lukrativ entpuppte. „Meine Forschung verfolgt diese wiederkehrenden Problemmuster bis zu ihren Ursprüngen im römischen Recht und analysiert, wie die modernen Privatrechtsordnungen Kontinentaleuropas darauf jeweils Antworten entwickelt haben,“ so Klausberger.

An der Universität Salzburg vermittelt er in seinen Lehrveranstaltungen – darunter die Vorlesung Historische Grundlagen und Allgemeine Lehren des Römischen Rechts sowie die Vorlesung Römischrechtliche Grundlagen des geltenden Privatrechts (Schwerpunkt: Sachen- und Obligationenrecht), begleitet von der dazugehörigen Übung Römisches Recht – mit Bezug auf das geltende Privatrecht – die praktische Fallorientierung der Rechtswissenschaft. Zudem betreut er Seminare für Diplomand:innen und Dissertant:innen und unterrichtet gemeinsam mit Wolfgang Faber und Johannes Flume die Vorlesung Comparative Private Law.

Besonders wichtig ist ihm dabei, Studierenden zu zeigen, dass das Jusstudium kein Auswendiglernen von Gesetzen ist, sondern es immer darum geht, die Gründe für eine juristische Entscheidung zu verstehen und kritisch zu reflektieren. „Juristisches Arbeiten bedeutet stets, sich mit konkreten Fällen auseinanderzusetzen. Das zeigt sich besonders deutlich im Römischen Recht, in dem die antiken Juristen die praktische Rechtsdurchsetzung im Prozess in den Mittelpunkt stellten“, hält Klausberger fest.

Den Ruf an die Universität Salzburg hat Philipp Klausberger mit großer Freude angenommen. Er schätzt den lebendigen wissenschaftlichen Austausch, die überschaubare und persönlich geprägte Studienumgebung sowie die Möglichkeit, ein eigenes Team aufzubauen und junge Forscher:innen auf ihrem Karriereweg zu begleiten. Die besondere Lage der Fakultät im Herzen der Salzburger Altstadt empfindet er als besonders attraktiv. „Die ganze Stadt ist Bühne“ war das Konzept von Max Reinhardt für die Salzburger Festspiele, frei abgewandelt könnte man sagen: „Die ganze Stadt ist Universität“, so der Rechtswissenschafter.

In den kommenden Jahren möchte er die internationale Sichtbarkeit der Fakultät weiter stärken. Dazu gehören der Ausbau des Erasmus-Netzwerks, die Weiterführung der Summer School on Global Comparative Private Law, die von seinem Vorgänger J. Michael Rainer initiiert wurde, sowie die Planung eines internationalen Fachkongresses in Salzburg.

Privat lebt Philipp Klausberger in einer Lebensgemeinschaft mit einer Juristin, die er während seiner Studienzeit kennengelernt hat. Seine Familie ist eng mit der Universität Salzburg verbunden: Mutter, Vater und Bruder haben hier studiert. Zu seinen Hobbys zählen klassische Musik, Oper, Theater, Reisen, das Radfahren (Rennrad und Mountainbike) sowie das Bergwandern.

Die Universität Salzburg heißt Philipp Klausberger am Fachbereich Privatrecht, Fakultät für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, sehr herzlich willkommen.

Philipp Klausberger

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