Tropische Waldvögel leiden massiv unter Waldverlust und Klimawandel Erkenntnisse aus einer Langzeitstudie in Kenia
Eine neue Langzeitstudie aus den Taita Hills in Kenia zeigt, dass Jungvögel tropischer Waldvögel erheblich unter Waldzerstörung und steigenden Temperaturen leiden. Über mehr als zehn Jahre untersuchten Forschende, darunter Gladys Kung’u, Doktorandin und Erstautorin, sowie Beate Apfelbeck, Letztautorin und Jan Habel, vom Fachbereich Umwelt- und Biodiversität der Universität Salzburg, die Entwicklung von Nestlingen tropischer Waldvögel in acht unterschiedlich großen und unterschiedlich stark degradierten Waldgebieten unter Berücksichtigung hormoneller Stressindikatoren.
Die Ergebnisse zeigen, dass Nestlinge in kleinen Waldfragmenten oder Gebieten mit geringer Baumkronenbedeckung eine deutlich schlechtere Körperkondition aufweisen, während hohe Temperaturen ihre Entwicklung zusätzlich belasten.
„Tropische Waldvögel, wie der Keniabülbül leiden unter Habitatverschlechterung und Hitze. Intakte, große Waldflächen mit dichter Baumkrone schützen vor Hitze und Trockenheit und bieten wichtige klimatische Puffer. Damit wird die Entwicklung der Jungvögel stabilisiert“, so Beate Apfelbeck.
Obwohl sich einige Körpermerkmale der Jungvögel flexibel an hohe Temperaturen anpassen, können nicht alle Wachstumsprozesse der Doppelbelastung aus schlechter Lebensraumqualität und hohen Temperaturen standhalten. Die Studie macht deutlich, wie wichtig der Erhalt großer, intakter Waldflächen und geschlossener Baumkronendächer ist, um tropische Vogelarten langfristig zu schützen und Biodiversität in Zeiten des Klimawandels zu stärken.
Der Artikel ist in Global Change Biology erschienen.
