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Veröffentlicht am
Januar 28, 2026
Letzte Aktualisierung: Januar 28, 2026

Wie zukunftsfähig ist unser Sozialstaat?

Finanzminister Markus Marterbauer im Expertentalk an der Universität Salzburg

Anlässlich des „2. Salzburger Zirkels“ der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg besuchte Finanzminister Markus Marterbauer am Montag, 26. Jänner die Universität Salzburg.

Nach einem informellen Austausch mit dem Rektorat der Uni Salzburg diskutierte der Finanzminister im Rahmen einer Vorlesung aus Volkswirtschaftslehre mit Studierenden und Angehörigen der Uni über die brennenden Fragen zu den zunehmend angespannten Budgets von Bund, Ländern und Gemeinden und die damit verbundenen Fragen zur langfristigen Sicherung sozialer Leistungen. Für ihn fühle sich die Rückkehr in den Hörsaal ganz selbstverständlich an, so der Finanzminister, habe er doch Jahrzehnte an Universitäten unterrichtet. „Diesen wissenschaftlichen Zugang möchte ich auch als Finanzminister bewahren: Entscheidungen auf Basis von Fakten treffen und sie der Gesellschaft so gut wie möglich erklären“, so Marterbauer. Er stellte sich den Fragen der Studierenden, beantwortete diese sehr fundiert und erläuterte mit zahlreichen Beispielen, Zahlen, Fakten und Studien die aktuelle und zukünftige Entwicklung des Pensionssystems. Der Finanzminister zeigte sich dabei deutlich optimistischer als vielfach in der öffentlichen Debatte dargestellt und unterstrich, dass es Herausforderungen gebe, diese jedoch bewältigt werden könnten. Zugleich sprach er sich deutlich gegen „die große Reform“ aus. Solche umfassenden Systemumbauten funktionierender Strukturen würden seiner Erfahrung nach häufig zum Nachteil eines Großteils der Bevölkerung ausfallen. Die größten Herausforderungen gibt es laut Marterbauer im Gesundheitsbereich, hier würde der Finanzierungsbedarf weiter steigen. „Ich bin zuversichtlich: Ein starker Sozialstaat ist für alle von großem Wert. Klar ist aber auch, dass man ihn nur mit einer entsprechend hohen Abgabenquote finanzieren kann. Eine deutliche Senkung würde zwangsläufig zu Leistungskürzungen führen und wichtige soziale Transfers gefährden,“ so der Finanzminister. Er erteilte somit jenen Forderungen eine Absage, die eine (deutliche) Reduktion der Abgabenquote fordern.

Bei der Abendveranstaltung, die in Kooperation mit den „Salzburger Nachrichten“ im „DAS Kino“ stattfand, standen die Themen Pensionssicherheit, die Finanzierung der öffentlichen Gesundheitsversorgung und die langfristigen Perspektiven des Sozialstaats im Zentrum. Finanzminister Dr. Markus Marterbauer und der Salzburger Arbeits- und Sozialrechtsexperte Univ.-Prof. Rudolf Mosler gaben fundierte Einblicke und diskutierten im von SN‑Redakteur Marco Riebler geleiteten Gespräch mit dem interessierten Publikum.

Die lebhafte Diskussion zeigte das große Interesse an sozialpolitischen Zukunftsfragen und bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, direkt mit Experten ins Gespräch zu kommen.

Finanzminister Marterbauer zu Besuch an der Uni

Dr. Johannes Warter

Universität Salzburg | Arbeits- und Wirtschaftsrecht

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Tel: +43 662 8044-3093

E-Mail an Dr. Johannes Warter

Foto: © Kay Müller