Montag17.05.21
Die Tabula Peutingeriana. Eine antike Karte im digitalen Zeitalter. Die Tabula Peutingeriana, seit 2007 UNESCO Welterbe, ist ein einzigartiges Zeugnis der Kartographie Geschichte. Das uns vorliegende Exemplar ist eine um 1200 n. Chr. entstandene Darstellung geographischen Wissens, dessen letzte antike Überarbeitung um 435 anzusetzen ist. Da es sich um die einzige großformatige Karte handelt, die aus der Antike überliefert ist, wird klar, wie essentiell es für unser Verständnis der Raumauffassung in der Antike ist, dieses wichtige Zeugnis zu analysieren. Singulär ist bereits das kuriose Format dieser Pergamentrolle: Mit einer Länge von knapp 6,80 m und einer Höhe von lediglich 33 cm bildet die Tabula die Oikumene von Iberien (der Anfang ist leider nicht erhalten) bis Indien in einer extremen Verzerrung ab. Wir fassen hier eine antike Traditionslinie nichtmaßstäblicher Karten außerhalb der hochelitären mathematischen Geographie, die Rückschlüsse auf das geographische Wissen eines breiteren Publikums innerhalb der römischen Oberschicht erlaubt und seit über 250 Jahren immer wieder neue wissenschaftliche Diskussionen entfacht. Das DFG-Projekt „Kommentar zur Tabula Peutingeriana“ greift diese Forschungskontroversen auf und fokussiert dabei vor allem auf folgende Aspekte: Zeitstellung und Entstehungsstufen, Bezüge zu anderen Kartenwerken sowie literarisch-geographischen Quellen, Design, geographische Korrektheit und Benutzbarkeit, Zweckbestimmung und Publikum, sowie Umfang der mittelalterlichen Modifikationen und möglicher Kopistenfehler. Der bei der Kommentierung und Auswertung der rund 3.500 Toponyme gewählte Zugang ist in vielerlei Hinsicht innovativ: Die gängigen Theorien zu Datierung, Quellen und Zweckbestimmung werden in Frage gestellt. So wird eine frühhellenistische Grundform der TP angenommen, woraus sich Konsequenzen für die Geschichte der antiken Kartographie als Ganzes ergeben, die neu zu durchdenken ist, da die Tabula nicht mehr als Resultat einer griechisch-römischen Kartographie, sondern vermutlich als Frühprodukt in dieser Entwicklungsgeschichte zu sehen ist. Außerdem sollen statt einer fixen Datierung die verschiedenen Bearbeitungsstufen im Vordergrund stehen. Die TP soll dabei als „work in progress“ gedeutet werden, deren Zweckbestimmung mit ihren sich wandelnden historisch-kulturellen Hintergründen möglicherweise wechselte. Gestützt auf moderne Raumtheorien soll die TP als ein Kulturzeugnis verstanden werden, das dokumentiert, wie Menschen diese besondere Form der Darstellung eines geographischen, aber auch gesellschaftlichen, politischen und religiösen Raumes im Wandel der Zeit genutzt haben. Ihre Deutung als Wissensspeicher und Medium der Memoria erlaubt Rückschlüsse auf Methoden, Möglichkeiten und Grenzen des Generierens und Tradierens von Wissen allgemein. Die Erstellung eines Kommentars ist in vielerlei Hinsicht Pionierarbeit, die vor einige Schwierigkeiten gestellt ist: Insbesondere zum westlichen Africa existieren bislang nur wenige, verstreute Vorarbeiten. Auch zu den Regionen östlich des Römischen Reiches kann oftmals nur auf vereinzelte, aus dem späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammende Veröffentlichungen, nicht jedoch auf umfassende Referenzwerke rekurriert werden. Univ. Prof. Dr. Monika Frass Fachbereichsleiterin * Online Termin *18:00 Uhr
Dienstag18.05.21
klima ◦ musik ◦ wandel ◦ erfahren ‖ Musik im Anthropozän Ausgangspunkt ist die Fragestellung, inwiefern Musik und das „wicked problem“ Klimawandel miteinander verwoben sind. Was hat Musik mit dem Anthropozän und dem Klimawandel zu tun? Wie ist es (noch) möglich mit der und in der veränderten Umwelt zu musizieren? Wie viel Musik steckt im Klimawandel selbst? Und wie kann mit Musik Empathie und Mit-Gefühl für die Umwelt erzeugt werden? Der Vortrag behandelt nicht nur Musik über das Anthropozän, gleichzeitig soll gemeinsam darüber nachgedacht werden, wie im Anthropozän und mit dem Klimawandel Musik gemacht werden kann. Welcher Verantwortung müssen sich Musikpraktiken heute stellen? Was macht „gute“ Musik im Anthropozän aus? Zuletzt soll anhand von Best-Practice-Beispielen ein Blick in die Zukunft geworfen werden: Welche Zukunftsmusiken und inwiefern können Musiker:innen als Seismograph:innen und Zukunftsforscher:innen neue Wege eröffnen in ein post-katastrophisches Miteinander? Die Ringvorlesung des Doktoratskollegs „Die Künste und ihre öffentliche Wirkung: Dynamiken des Wandels“ problematisiert aktuelle Transformationsprozesse unserer Weltbeziehungen und wirft Fragen nach deren ästhetischen, politischen, ökologischen, soziokulturellen Implikationen auf.* Online Termin *17:30 Uhr
Dienstag18.05.21
Webinar: Prüfungsfragen formulieren und in Online-Tests umsetzen: Möglichkeiten, Erfahrungen und Best Practice Dieses Semester wird es erneut viele Online-Prüfungen zu gestalten geben. Möchten Sie sich für die Vorbereitung Input und Anregungen holen? Dann nutzen Sie die Gelegenheit am Webinar „Prüfungsfragen formulieren und in Online-Tests umsetzen: Möglichkeiten, Erfahrungen und Best Practice“ mit Frau MMag. Dr. Olivia Vrabl, Dipl. Ing. Dr. Walter Gruber und dem ZFL-Team teilzunehmen.* Online Termin *15:00 Uhr
Vortragsreihe SS 2021

Der Fachbereich Erziehungswissenschaft bietet im Sommersemester 2021 wieder eine Vortragsreihe zum Thema „Erziehungswissenschaftliche
Migrationsforschung in vergleichender Perspektive“.

© Ditact/PLUS

Die Anmeldung zu den Kursen der ditact_womens IT summer studies der Universität Salzburg, welche von 23.08. – 04.09.2021 stattfindet, ist geöffnet!

Perpetua

Über „Gefängnis und Gefängniserfahrung als Erzählmotiv christlicher Märtyrerberichte“ berichtet Univ.-Prof. Dr. Christoph Schubert (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) 19. Mai 2021 um 17.30 in einem Online-Vortrag.