Ivan Bedzhov: Neuer Professor für Biowissenschaften und Medizinische Biologie an der Universität Salzburg
International anerkannter Experte erforscht die ersten Schritte des Lebens
Ungewollte Kinderlosigkeit betrifft heutzutage rund jede sechste Person weltweit und zählt zu den großen Herausforderungen der modernen Medizin. Trotz Fortschritte in der Reproduktionsmedizin bleibt insbesondere die erfolgreiche Einnistung eines Embryos in die Gebärmutter eine der größten Hürden auf dem Weg zu einer Schwangerschaft.
Mit Dr. Ivan Bedzhov gewinnt die Universität Salzburg einen international ausgewiesenen Experten, der genau an diesen grundlegenden biologischen Prozessen forscht.
Ivan Bedzhov studierte Molekularbiologie an der Universität Sofia und absolvierte anschließend den Masterstudiengang „Genetic and Cell Engineering“. Für seine wissenschaftliche Laufbahn wechselte er nach Deutschland, wo er 2011 am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik promovierte. Bereits während seiner Dissertation entwickelte er ein besonderes Interesse an der frühen Embryonalentwicklung und den Mechanismen, mit denen Zellen miteinander kommunizieren, um die Entwicklung eines neuen Organismus zu koordinieren.
Sein weiterer wissenschaftlicher Weg führte ihn an das renommierte Gurdon Institute der University of Cambridge. Dort untersuchte er als Postdoktorand, wie Embryonen bereits in den frühesten Entwicklungsstadien komplexe Formen und Strukturen ausbilden. Im Jahr 2015 gründete er eine eigene Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin in Münster.
Seine Forschung konzentriert sich seither auf die Frage, wie sich aus einer einzelnen Zelle ein komplexer Organismus entwickelt und wie Embryonen mit ihrer mütterlichen Umgebung interagieren.
An der Universität Salzburg wird Bedzhov insbesondere jene biologischen Prozesse erforschen, die den Beginn des Lebens prägen. Ein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Selbstorganisation von Zellen während der frühen Embryonalentwicklung. Dabei untersucht er, wie aus einer befruchteten Eizelle schrittweise komplexe Gewebe und Strukturen entstehen.
Ein besseres Verständnis dieser Vorgänge kann wichtige Erkenntnisse darüber liefern, warum es zu frühen Schwangerschaftsverlusten kommt oder wie bestimmte Entwicklungsstörungen entstehen.
Ein zweiter Schwerpunkt widmet sich der Kommunikation zwischen Embryo und Mutter während der frühen Schwangerschaft. Hierbei wird analysiert, wie sich der Embryo in der Gebärmutter einnistet, mit mütterlichen Geweben in Kontakt tritt und mit Zellen des Immunsystems interagiert. Da die Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter deutlich abnimmt, wird Bedzhov zudem untersuchen, wie sich diese Wechselwirkungen im Laufe des Alterungsprozesses verändern. Langfristig sollen die gewonnenen Erkenntnisse dazu beitragen, Fruchtbarkeitsbehandlungen weiter zu verbessern und die Erfolgschancen einer Schwangerschaft zu erhöhen.
Darüber hinaus beschäftigt sich der Tierphysiologe mit der sogenannten embryonalen Diapause. Dabei können Embryonen ihre Entwicklung vorübergehend pausieren und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Die Erforschung dieser Prozesse eröffnet neue Perspektiven für die Konservierung von Embryonen. Dieses Wissen könnte künftig auch für andere Bereiche der Medizin, etwa für das Verständnis ruhender Krebszellen, von Bedeutung sein.
In der Lehre wird Bedzhov sich auf die Vermittlung grundlegender zellulärer und molekularer Mechanismen physiologischer Prozesse konzentrieren, also wie sich Organismen weiterentwickeln und organisieren. In weiterer Folge plant er spezialisierte Lehrveranstaltungen zu Reproduktionsbiologie, früher Säugetierentwicklung, Stammzellbiologie, genetischen Technologien sowie medizinisch unterstützter Fortpflanzung und In-vitro-Fertilisation.
Besonderen Wert legt Bedzhov darauf, bei Studierenden wissenschaftliche Neugier, kritisches Denken und die Begeisterung für neue Erkenntnisse zu fördern. „Lehre und Forschung sollten immer auch die Faszination des Unbekannten vermitteln. Studierende sollen sich ermutigt fühlen, Fragen zu stellen, neue Ideen zu verfolgen und ihren eigenen Weg zu wissenschaftlichen Entdeckungen zu finden“, betont der Wissenschaftler.
Für seine Entscheidung zugunsten der Universität Salzburg waren insbesondere die hervorragenden wissenschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten, die Chance zum Aufbau neuer Forschungsaktivitäten sowie das kollegiale Umfeld ausschlaggebend. Besonders beeindruckt zeigte er sich von der Offenheit, dem Engagement und der internationalen Ausrichtung des Universitätsstandorts.
Ivan Bedzhov ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, beim Lesen von Science-Fiction- und Fantasyromanen oder beim Spielen von Videospielen.
Die Universität Salzburg heißt Ivan Bedzhov herzlich willkommen und gratuliert ihm zur Berufung!
KONTAKT:
Univ. Prof. Dr. Ivan Bedzhov | Biowissenschaften und Medizinische Biologie
Hellbrunner Straße 34 | 5020 Salzburg | Austria
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