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Veröffentlicht am
September 21, 2026
Letzte Aktualisierung: September 22, 2026

Salzburger Businesslauf 2026: Die „Uni“-corn Runners im Gespräch

„Für sich allein zu laufen ist das eine, aber für ein Team an den Start zu gehen, ist etwas ganz anderes. Da gibt man automatisch schon ein, zwei Prozent mehr.“

Das erfolgreiche Team der Universität Salzburg, die Uni-corn Runners rund um Gerald Bauer, Monika Stadlmann und Szekely Csaba erzählen vom überraschenden dritten Platz beim Salzburger Businesslauf, persönlichen Herausforderungen und dem besonderen Gemeinschaftsgefühl.

Tamara Stangl: Wie habt ihr den Lauf erlebt und was ist euch besonders in Erinnerung geblieben?

Gerald Bauer: Besonders in Erinnerung geblieben sind die vielen Menschen. In der Früh haben meine Kolleg*innen und ich noch nachgeschaut, wie viele Starter*innen vor Ort sein werden. Ehrlicherweise: Wir haben mit rund 3.000 bis 4.000 Läuferinnen gerechnet. Als wir gesehen haben, dass etwa 12.000 Personen am Start sind, war uns klar, dass einiges los sein wird. Letztlich hat es unsere Erwartungen sogar noch übertroffen. Aber genau das macht eine solche Veranstaltung aus. Von der Organisation her war es ideal. Trotz der großen Teilnehmerzahl sind wir uns kaum in die Quere gekommen. Bei einem Innenstadtlauf gehört es einfach dazu, dass es stellenweise eng wird. Insgesamt war es ein tolles Erlebnis, gemeinsam mit so vielen Gleichgesinnten zu laufen. Auch die vielen Motivator*innen entlang der Strecke haben für eine großartige Stimmung gesorgt. Gerade am Ende, wenn man versucht, noch einmal alles herauszuholen, trägt einen das zusätzlich. Für mich war es rundum eine klasse Veranstaltung.

Tamara Stangl: Gab es einen Moment, wo ihr gemerkt habt: „Wir könnten einen Stockerlplatz machen“?

Csaba Szekely: Nein, diesen Moment gab es gar nicht. Ich war körperlich angeschlagen und meine größte Sorge war eher, ob ich meinen Kolleg*innen, wo ich wusste, dass sie richtig schnell sind, den Uni-internen Sieg verderben könnte oder nicht. Ich bin auf Grund ehrlicherwiese nicht ans absolute Limit gegangen und der Lauf hat mir extrem Spaß gemacht. Als ehemaliger Sprinter bin ich es gewohnt 100 Meter gegen sieben andere Athleten zu laufen und beim Businesslauf hatte ich plötzlich hunderte Menschen rechts und links neben mir. Deswegen fand ich es durchaus spannend, dass ich ständig andere Läufer*innen überholen konnte, das kenn ich von den 100 Meter Bewerben in dieser Form gar nicht. Also ja: Mit einem Podestplatz haben wir überhaupt nicht gerechnet, wir waren gemeinsam schon am Heimweg, als online die Ergebnisliste abrufbar war. Erst dann haben wir realisiert, dass wir tatsächlich Dritter geworden sind.

Tamara Stangl: Was war für dich die größte Herausforderung auf der Strecke?

Monika Stadlmann: Grundsätzlich war die Distanz für mich als ehemalige Leistungssportlerin nicht die größte Herausforderung. Die eigentliche Herausforderung lag dann aber in der hohen Teilnehmeranzahl. Durch die kurvige und verwinkelte Strecke wurde mir öfters der Weg abgeschnitten und vor allem im Startbereich war es wichtig in der großen Menschenmenge nicht überlaufen zu werden. Da ich auch nicht die Größte bin, war das sicherlich die größte Herausforderung für mich.

Tamara Stangl: Wie hast du dich auf den Businesslauf vorbereitet?

Csaba Szekely: Also zum Glück musste ich mich nicht auf den Q-Trail vorbereiten und bin „nur“ die 5,7 Kilometer gelaufen. Ich habe erst vergangenes Jahr wieder begonnen zu laufen und nachdem mich Gerald einfach ohne Vorwarnung angemeldet hat, wusste ich, dass ich auch etwas dafür tun muss. Selbst im Urlaub, wo es richtig heiß war, habe ich trainiert und mich insgesamt gut vorbereitet. Für nächstes Jahr werden wir uns überlegen, was wir vielleicht noch besser machen können.

Tamara Stangl: Was ist für dich der Reiz eines solchen Laufes?

Gerald Bauer: Ganz klar der Teamgedanke. Für sich allein zu laufen ist das eine, aber für ein Team an den Start zu gehen, ist etwas ganz anderes. Da gibt man automatisch schon ein, zwei Prozent mehr. Besonders schön finde ich, dass man mit so vielen Kolleg*innen der Universität gemeinsam teilnehmen kann. Da läuft plötzlich rechts von dir jemand aus dem Nachbarbüro und links von dir jemand aus der anderen Abteilung. Dieses Gemeinschaftsgefühl ist etwas ganz Besonderes. Und auch wenn es zwischendurch anstrengend wird, man mobilisiert die letzten Reserven und kämpft sich wirklich bis ins Ziel.

Tamara Stangl: Was war dein erster Gedanke als das Ergebnis feststand?

Monika Stadlmann: Unser Kollege hatte die Vorgabe ausgegeben, dass wir die Uni-interne-Wertung gewinnen müssen. Natürlich wünscht man sich immer auch einen Platz am Podest zu erreichen, und das hat schlussendlich auch überraschend geklappt. Besonders gefreut  hat uns, dass wir damit auch eine tolle Werbung für die Universität und den Fachbereich Sportwissenschaften machen konnten. Und so haben wir mit dem dritten Platz, natürlich auch Luft nach oben fürs kommende Jahr.

Tamara Stangl: Was steht nach diesem sportlichen Ereignis als Nächstes an? Gibt es schon ein neues sportliches Ziel?

Monika Stadlmann: Das ist eigentlich das komplette Gegenteil vom Salzburger Businesslauf. Im Oktober nehme ich an einem Backyard Ultra teil und habe mir vorgenommen, 100 Kilometer zu laufen.

Tamara Stangl: Dabei wünschen wir viel Erfolg!

Zu den Läufer*innen der Universität Salzburg

Monika Stadlmann, Gerald Bauer und Csaba Szekely sicherten sich beim Salzburger Businesslauf am vergangenen Donnerstag mit einer Gesamtzeit von 1:35:49 den dritten Platz in der Kategorie Q-Trail Business Team Mixed. In dieser Wertung absolviert ein Teammitglied den Q-Trail, während die beiden weiteren Teammitglieder die Strecke des Businesslaufs bestreiten. Mit 11,9 Kilometern, vier Bergen und nahezu 300 Höhenmetern gilt der Q-Trail als Österreichs größter City Trail Run und als besonders anspruchsvolle Erweiterung des Salzburger Businesslaufs. Die Businesslauf-Strecke führt über 5,7 Kilometer durch die Salzburger Altstadt. Monika Stadlmann erreichte eine Zeit von 00:23:26, Csaba Szekely 00:26:40 und Gerald Bauer absolvierte den Q-Trail in 00:45:43.

Monika Stadlmann, Gerald Bauer und Csaba Szekely verbindet nicht nur die Teilnahme am Salzburger Businesslauf, sondern auch ihre tägliche Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Sport und Wissenschaft. Monika Stadlmann leitet am Fachbereich Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg das Ausdauerlabor und ist in der Arbeitsgruppe Trainings- und Bewegungswissenschaft tätig. Gerald Bauer und Csaba Szekely arbeiten als Sportwissenschaftler im Olympiazentrum Salzburg-Rif und betreuen Hochleistungssportler*innen unter anderem in den Bereichen Trainingsplanung, Trainingssteuerung und Leistungsdiagnostik. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Sportwissenschaften und dem Olympiazentrum ermöglicht es, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die sportliche Praxis einzubringen und Athlet*innen bestmöglich zu unterstützen.

Das Olympiazentrum Salzburg-Rif zählt zu den sechs österreichischen Olympiazentrumsstandorten und bietet Hochleistungssportler*innen optimale Rahmenbedingungen für Training und Wettkampfvorbereitung. Herzstück ist die sogenannte „Olympic High Performance Unit“, die die Bereiche Sportwissenschaft, Sportmedizin, Sportpsychologie, Ernährungswissenschaft und sportphysiotherapeutische Betreuung vereint. Die erfolgreiche Kooperation mit dem Fachbereich Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg trägt wesentlich zu diesem ganzheitlichen Betreuungsansatz bei. Dass dieser Weg erfolgreich ist, wurde 2025 erneut bestätigt: Dem Olympiazentrum Rif wurde für den Zeitraum 2025 bis 2028 erneut das Gütesiegel „Olympiazentrum“ verliehen.

Szekely Stadlmann Bauer (c) Müller

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Foto: © Kay Müller | v.l.n.r.: Csaba Szekely, Monika Stadlmann, Gerald Bauer (mit den frisch überreichten Urkunden der Universität Salzburg)