Toskanatrakt

Toskantrakt der Salzburger Residenz

Im Gegensatz zu seiner Bezeichnung als „Kleiner Palazzo Pitti“ hat sich der im Volksmund übliche Name „Toskanatrakt“ für die heutige Heimstätte der Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg in der Salzburger Residenz über Jahrhunderte erhalten. Erst relativ spät in der wechselvollen Geschichte des Bischofshofes zog jener aus der Toskana vertriebene Großerzherzog Ferdinand IV. samt Hofstaat hier ein und verhalf dem Bau zu seinem heutigen Namen.

Erzbischöfe wie Wolf Dietrich, Markus-Sittikus und Hieronymus Colloredo hatten den Bau schon zuvor nach ihren jeweiligen Bedürfnissen und den Vorstellungen der Zeit adaptieren lassen. So wollte Erzbischof Wolf-Dietrich aus dem mittelalterlichen Wohn- und Wirtschaftshof einen Renaissancepalast machen. Er errichtete die Dietrichsruh, einen Renaissancegarten (heute ein teilweise gepflasteter Hof) mit Wasserspielen und grottenartigen Nischen und daneben einen zweiten mit Grotten und sprudelndem Wasser, ähnlich einem manieristisch anmutenden Garten. Zeugnis aus der Zeit von Markus Sittikus gibt die Sala terrena, eine neun Meter hohe Durchgangshalle mit zwei freistehenden und zwei Halbsäulen aus Marmor sowie einer prächtig gemalten Stuckdecke. Auch der letzte Salzburger Fürst und Erzbischof Hieronymus Colloredo prägte den Bau – unter ihm erhielt der Nordwestteil der Residenz weitgehend seine heutige Form und es entstand ein Mitteltrakt zwischen den beiden Höfen. Auch Colloredos Nachfolger als weltliche Herrscher, die Mitglieder des Kaiserhauses und der Linie Habsburg-Toskana, ließen in ihrer Regierungszeit Umbauten durchführen.

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