Forschungsexkursion nach Armenien
im Mai/Juni 2027 unter der Leitung von Jasmine Dum-Tragut
Armenien – das älteste christliche Land der Welt – verfügt über eine faszinierende, jahrtausendealte Kulturlandschaft an der Schnittstelle zwischen Orient und Okzident. Die Landschaft ist reich an prähistorischen Stätten, frühchristlichen Denkmälern, Klöstern und Festungen inmitten rauer Bergwelt. Viele dieser Orte sind jedoch vergessen, gefährdet und nur unzureichend erforscht oder erhalten. Zugleich besitzt Armenien bedeutende materielle Kulturgüter, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen, sowie zahlreiche Traditionen und Formen traditionellen Wissens, die in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurden. Auf dieser Forschungsexkursion folgen wir den Spuren des armenischen Weltkulturerbes, aber auch vergessener Stätten und Traditionen.
Armenien-Forschungsexkursion
27. Mai bis 5. Juni 2027
Exkursionsleitung
Prof.ap.Prof.Dr.DDr.h.c. Jasmine Dum-Tragut B.rer.nat.
Armenische Studien
Zentrum zur Erforschung des Christlichen Ostens/Leiterin
Plakat Armenien-Exkursion 2027
Fortschritte bei Österreich-Grabungen im Kloster Arakelots
Ein Team um die Salzburger Armenologin Jasmine Dum-Tragut erforscht die unbekannte Geschichte des Klosters aus dem 13. Jahrhundert – „Immer, wenn wir glauben, wir sind jetzt einen wesentlichen Schritt weiter, scheint ein neues Rätsel aufzutauchen.“
Im nordarmenischen Kloster Arakelots ging im September 2026 die zweite Phase der umfangreichen österreichisch-armenischen Grabungs- und Forschungsarbeiten zu Ende. Unter der Leitung der Salzburger Armenologin Prof. Jasmine Dum-Tragut ist ein österreichisch-armenisches Team dabei, der weitgehend unbekannten Baugeschichte des Klosters auf den Grund zu gehen. Die erste Grabungsphase fand im April 2026 statt; nach den jüngsten Arbeiten habe sich das Aussehen des Klosters bereits wesentlich verändert, „neue Baustrukturen wurden freigelegt sowie auch weit über 120 architektonische Bauteile und Keramik aus dem Schutt und aus der Erde gegraben“, berichtet Dum-Tragut.

ICO-Jahrestagung 2026: „Armenisches Christentum im Nahen Osten – Geschichte, Gegenwart, Zukunft“
21. bis 22. September 2026
Die Armenische Kirche spielt weit über ihr Kernland Armenien hinaus im gesamten Nahen Osten eine bedeutende Rolle. Zugleich ist diese Kirche – wie alle Kirchen – in Bedrängnis und steht vor großen Herausforderungen. Bei der Jahrestagung wurde nach Syrien, ins Heilige Land oder auch in dieTürkei geblickt und die Armenier in Österreich in den Blick genommen. Dazu kamen spannende Einblicke in die Arbeit der ICO im gesamten Nahen Osten, ein Bericht der Partnerorganisation Oeuvre d’Orient sowie Gottesdienste, die das Programm abrundeten. Die Tagung wurde von der ICO gemeinsam mit der Salzburger PRO-ORIENTE-Sektion und dem Zentrum zur Erforschung des christlichen Ostens an der Universität Salzburg (ZECO) veranstaltet.


JESH-Stipendiatin der ÖAW an den Armenischen Studien im ZECO – Zentrum zur Erforschung des Christlichen Ostens
Das Zentrum zur Erforschung des Christlichen Ostens, Abteilung Armenische Studien, begrüßt im Juli 2026 Dr. Ovsanna Khachatryan für zwei Monate als Gastwissenschaftlerin. Dr. Khachatryan, Handschriften- und Literaturwissenschaftlerin am renommierten Matenadaran – Mesrop-Mashtots-Forschungsinstitut für alte Handschriften in Jerewan, Armenien –, ist seit Jahren eng mit den Armenischen Studien in Salzburg verbunden. Ihre wissenschaftliche Expertise belegt sie durch die Mitarbeit am FWF-Projekt „Meeting in the Body of the Horse“, den Erhalt eines Artsakh Cultural Heritage Grants sowie ein einmonatiges Internship im Bereich der Armenischen Studien/Digital Humanities. Als assoziiertes Mitglied des ZECO kehrt sie nun dank eines JESH-Stipendiums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften nach Salzburg zurück. Ihr interdisziplinäres Forschungsvorhaben „Healing through Words: Prayers and spells in Armenian Medical Manuscript Tradition“ integriert sich dabei nahtlos in das bestehende Forschungsprofil der Armenischen Studien in Salzburg.
