DSP-Kolleg

Interdisziplinäre Erforschung historischer Kulturen (Antike – Mittelalter – Frühneuzeit)

Abstract

Gegenstandsbereich des Kollegs ist die interdisziplinäre wissenschaftliche Erschließunghistorischer Kulturen von der Antike bis in die Frühe Neuzeit. Zwei grundsätzliche Aspekte sind dabei zentral: 1) die Differenz historischer Kulturen zur Gegenwart, also Phänomene der historischen Alterität auf mehreren kulturellen Ebenen wie Politik und Gesellschaft, Ästhetik, Medialität, Geschlechterverhältnisse, kollektive und subjektive Identitäten, Ritualität und Performanz sowie historische „Weisen der Welterzeugung“ (Nelson Goodman) wie Zeit, Raum, Erinnerung, Religion; 2) Phänomene der transhistorischen Wirkung historischer Kulturen auf die Gegenwart, die ebenso auf den genannten kulturellen Ebenen gegeben sind.

Im Zentrum stehen die klassische, vor allem römische Antike, die jüdische Antike, das christliche und das jüdische Mittelalter sowie die Frühneuzeit mit ihren essentiellen Phänomenen des Aufbruchs, der Horizonterweiterung über Europa hinaus. Die Basis der wissenschaftlichen Analyse bilden alle Überlieferungsbereiche, die im Kolleg in ihrem Zusammenhang in den Blick genommen werden, im Sinne aktueller kulturwissenschaftlich-interdisziplinären Praxis. Die beteiligten Institutionen üben diese Formen interdisziplinärer Forschung seit langem, ja sie sind,namentlich IZMF und IMAREAL, zu diesem Ziel eingerichtet worden.

Interdisziplinarität bedeutet zum einen, dass man sich der Interferenz der Gegenstandsbereiche – etwa der historischen Prozesse, der literarischen und künstlerischen Produktion historischer Kulturformen – bewusst ist. Theoretisch und methodisch bedeutet Interdisziplinarität, dass es zugleich produktive Interferenzen in den wissenschaftlichen Arbeitsweisen gibt.

Kulturelle Interferenz ist zudem von Interesse für die Neuprofilierung der genannten historischen Kulturen in synchroner wie diachroner Hinsicht. Im Sinne dieses umfassenden Interferenzverständnisses will sich das Kolleg auch der „Vorläufigkeit“ und „Konstruiertheit“ einer strengen Epochenscheidung bewusst sein und historische Zäsuren wie Kontinuitäten in den Blick nehmen. Folgende thematische Zugänge stehen im Fokus:

  • Materialität und Medialität
  • Performanz und Repräsentationen
  • Digital Humanities
  • Edition

Damit schließt das Kolleg an die Leitmotive der PLUS Art in Context und Digital Life an.