Arbeitsvorhaben Archäologie

Der ländliche Raum von Nordwest-Noricum (Felix Lang)
Parallel zur Ausgrabung des römischen Gutshofes von Neumarkt Pfongau I und der Auswertung der Befunde und Funde ist eine Untersuchung des Salzburger Seenlands (Bereich des Wallersees und der Trumer Seen) in römischer Zeit geplant. Das Hauptaugenmerk ist dabei auf die Struktur der römischen Gutshöfe, ihre Situierung in der Landschaft und potentielle Verkehrsverbindungen gerichtet.
Zudem ist 2020/21 die Untersuchung eines weiteren Gutshofes in Form einer Lehrgrabung geplant.

Das Gräberfeld Kristein-Ost in Lauriacum/Enns (Felix Lang)
In den Jahren 2004–2006 und 2009 wurden in Kristein (SG Enns, OÖ) im Zuge baulicher Maßnahmen sukzessive Gräber freigelegt und deren Inhalte geborgen. Bei dem angeschnittenen Gräberfeld Kristein-Ost handelt es sich um einen römerzeitlichen, birituellen Bestattungsplatz, der in das 2.-3. Jh. datiert. Im Rahmen des angestrebten Projektes sollen die Reste der 89 körperbestatteten sowie der 114 brandbestatteten Individuen anthropologisch untersucht und vorgestellt werden.

Iuvavum/Salzburg (Felix Lang)
Anhand von zwei Fundstellen, Neue Residenz und Kapitelhaus, soll die chronologische Entwicklung von Iuvavum untersucht werden. Zudem sind in wesentlichen Punkten des antiken Stadtbereichs geophysikalische Prospektionen geplant, um Informationen zur Struktur der Stadt zu gewinnen.

Mittelbronzezeitliche Textiltechnologien auf dem griechischen Festland und an der kleinasiatischen Küste – Traditionen, Innovationen, Adaptionen [Arbeitstitel] (Melissa Vetters)
In zwei detaillierten Fallstudien werden mittelbronzezeitliche Textilgeräte und Kontexte aus  Ägina Kolonna im argosaronischen Golf und  Çeşme Bağlararası an der kleinasiatischen Küste untersucht: Technische und funktionale Aspekte der Geräte werden analysiert und, sofern möglich, durch Kontextanalysen chaînes opératoires rekonstruiert. Durch den Vergleich mittelbronzezeitlicher Textiltechniken in der Ägäis und im westlichen Kleinasien soll der ökonomische und gesellschaftliche Stellenwert der Textilproduktion erforscht und Technologietransfer und Herstellungstraditionen untersucht werden. Dies wirft Fragen auf nach der „Minoisierung“ der beiden ägäischen Hafensiedlungen an den Schnittstellen zwischen dem mittelhelladischen griechischen Festland auf der einen bzw. dem mittelbronzezeitlichem (West- und Zentral-)Anatolien auf der anderen Seite.
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Mykenische Terrakotta-Figurinen und Figuren (Melissa Vetters)
Meine Forschungen zur mykenischen Terrakottaplastik umfassen archäologische Kontextanalysen, typologische und ikonographische Untersuchungen (z. B. zu Typenspektren während der Palast- und Nachpalastzeit, zu vergleichbaren Motiven in anderen Gattungen, zu Ritualgewändern u. a.), und Fragen nach dem Stellenwert der Gattung bei der „Mykenisierung“ bzw. den Formationsprozessen der mykenischen Palastgesellschaft oder am Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit. Die Publikationen (eine  Monographie und  diverse Artikel) diskutieren Ritualtheorien und diverse Aspekte mykenischer Religion und integrieren einige Perspektiven der Geschlechterforschung bei der Untersuchung mykenischer Koroplastik.
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