Eine Frage, die sich generell stellt:

Labortierhaltung – was ist das?

Die Labortierhaltung bezieht sich auf die spezielle Pflege und Unterbringung von Tieren, die in wissenschaftlichen Forschungsstudien eingesetzt werden. Diese Tiere, oft als Labortiere bezeichnet, dienen dazu, menschliche Krankheiten zu studieren, Medikamente zu testen, physiologische Prozesse zu erforschen oder andere wissenschaftliche Fragen zu beantworten. Labortierhaltung umfasst verschiedene Aspekte, darunter:

Mäuse sind soziale Lebewesen – Gesellschaft und Käfig enrichment (Röhren und Häuschen) sind sehr wichtig
  • Unterbringung: Labortiere werden in speziellen Einrichtungen oder Labortierhaltungseinheiten untergebracht. Diese Einrichtungen müssen hohe Standards erfüllen, um das Wohlbefinden der Tiere sicherzustellen. Die Art der Unterbringung hängt von der Tierart, den experimentellen Anforderungen und ethischen Standards ab.
  • Ernährung: Die Ernährung der Labortiere muss sorgfältig kontrolliert und überwacht werden. Tägliche Kontrollen durch das Tierpflegepersonal stellen sicher, dass den Labortieren sowohl Futter als auch Wasser uneingeschränkt „ad libitum“ zur Verfügung gestellt wird und die Tiere die erforderlichen Nährstoffe erhalten. Die Ernährung kann je nach Art der Forschung und den Bedürfnissen der Tiere variieren.
  • Gesundheitskontrolle: Labortiere unterliegen regelmäßigen Gesundheitskontrollen, um sicherzustellen, dass sie frei von Krankheitserregern sind. Dies dient nicht nur dem Wohl der Tiere, sondern auch der Zuverlässigkeit der Forschungsergebnisse.
  • Zuchtprogramme: In einigen Fällen werden Labortiere speziell für bestimmte Forschungszwecke gezüchtet. Dies ermöglicht es, genetisch kontrollierte Populationen zu erhalten, was wichtig für reproduzierbare Experimente ist.
  • Verhaltensmanagement: ForscherInnen und TierpflegerInnen sind bestrebt, das natürliche Verhalten der Tiere zu berücksichtigen, die Umgebung so stressfrei wie möglich zu halten. Dies umfasst ein kontrolliertes Raumklima (Temperatur, Licht, Belüftung) und die Sicherstellung von Ruhephasen für die Tiere. Darüber hinaus sind die Bereitstellung von Beschäftigungsmaterialien „enrichment“ in den Käfigen und das Unterbringen der Tiere in sozialen Gruppen essenzieller Bestandteil einer artgerechten Haltung.

  • Ethik und Tierwohl: Labortierhaltung ist ein komplexes und anspruchsvolles Feld, das auf einer ausgewogenen Berücksichtigung von wissenschaftlichen und ethischen Überlegungen basiert. Eine Labortierhaltung muss den ethischen Richtlinien und den behördlich vorgegebenen Standards entsprechen. Dies schließt die Minimierung von Schmerzen und Leiden der Tiere ein und erfordert, dass ForscherInnen alternative Methoden in Betracht ziehen, um Tierversuche zu reduzieren, wie es im 3R-Prinzip (Ersetzen, Reduzieren, Verfeinern) festgelegt ist.

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Fotogalerie – SPF Tierräume und Hygienebereich (klicken)

Auf den Bildern sind unsere Tierräume 1 bis 5 der SPF Tierhaltung zu sehen. Bild 6 – der Hygienebereich für Käfigwäsche und Käfigbefüllung.

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Fotogalerie – Autoklav / Eingriffsräume (klicken)

Die Bilder zeigen unseren befahrbaren Autoklaven outside und inside (mit H2O2 Generator), unseren ET Raum (Embryo-Transfer) und unseren Eingriffsraum für WissenschaftlerInnen.

 

Konventionelle Tierhaltung

Der konventionell hygienische Bereich der Tierhaltung besteht aus mehreren Tierräumen, wobei ein Quarantäneraum zur Unterbringung von gesundheitlich nicht hinreichend definierten Tieren und ein Infektionsraum, zur Unterbringung von Tieren mit gesicherter Infektion inkludiert sind. Alle Tierräume sind mit individuell belüfteten Käfigsystemen (IVC) ausgestattet, um den Tieren die bestmöglichen hygienischen Unterbringungsbedingungen zu bieten.

Zusätzliche sind ein Tierraum mit dem in-vivo Imaging System und ein Raum für operative Eingriffe Bestandteile der konventionellen Tierhaltung. Alle Tierräume im konventionellen Haltungsbereich sind durch elektronische Schlüssel gesichert und nur von geschultem Personal und den WissenschaftlerInnen betretbar.

Konventionelle Tierhaltung 3
Konventionelle Tierhaltung 1

Konventionelle Tierhaltung 1
Konventionelle Tierhaltung 2

 

Hygienebereich

Der Hygienebereich einer Labortierhaltung bezieht sich auf die Einrichtungen und Verfahren, die dazu dienen, eine hygienisch-saubere Umgebung für das Wohlergehen der Labortiere aufrechtzuerhalten. Dieser Bereich umfasst verschiedene Maßnahmen zur Verhinderung von Kontaminationen und zur Gewährleistung einer sicheren Umgebung für die Tiere sowie für das Personal.

Eine spezielle Abwurfstation für verschmutzte Käfige ist ebenso selbstverständlich wie eine befahrbare Rackwasher-Einheit, in der Käfige und Käfigmaterial gewaschen und anschliessend befüllt und autoklaviert werden.

Hygienebereich der ZTH
Der Hygienebereich mit befahrbarem Rackwasher, Abwurfstation und Käfig-Befüllung
Autoklav outside
Frisch befüllte IVC-Käfige zur Sterilisierung im befahrbaren Autoklaven

 

IVC-Käfigsysteme

IVC (kurz für „Individually Ventilated Cage“ oder einzeln belüfteter Käfig) sind spezielle Käfige, die in der biomedizinischen Forschung und insbesondere in der Tierhaltung für Labormäuse verwendet werden. Sie sind so konzipiert, dass jeder Käfig einen abgeschlossenen Hygienebereich darstellt, wodurch eine individuelle Kontrolle der Umgebung, einschließlich Belüftung und Temperatur, ermöglicht wird. Dies erfolgt in speziellen IVC-Racks mit angeschlossenem Belüftungssystem. Dieses Belüftungssystem versorgt jeden Käfig separat mit steriler Luft, wobei in den Käfigen leichter Überdruck erzeugt wird. Dadurch können potenzielle Kreuzkontaminationen zwischen den Käfigen minimiert werden, was für die Gesundheit der Tiere und für valide Forschungsergebnisse essenziell ist. 

IVC Cage
IVC Käfig in einer Umsetzstation