Veranstaltungen

Thomas Bernhards Immanuel Kant inszeniert von Cassandra Rühmling

Anlässlich von Thomas Bernhards 95. Geburtstag inszeniert die Regisseurin und Schauspielerin Cassandra Rühmling in Salzburg dessen Komödie Immanuel Kant. Die Premiere des 1978 verfassten und uraufgeführten Stücks findet am 29.10. um 19:30 Uhr im Café Bazar (Salzburg) statt. 

Rühmlings Inszenierung bietet einen neuartigen und ungewohnten Zugang zu Thomas Bernhards Persiflage auf den großen Denker der Aufklärung, den er „auf hoher See“ nach Amerika reisen lässt.  Es ist eine „Schifffahrt im Kopf, bei der der reine Geist auf den Zeitgeist unserer Gegenwart prallt.“ 

Weitere Termine:

  • FR, 23.10., 20:00 Uhr – Vorpremiere im Kulturhaus Emailwerk Seekirchen
  • MO, 26.10., 19:30 Uhr – Wien-Premiere im Café Korb Wien
  • FR, 30.10., 19:30 Uhr – Café Bazar
  • FR, 06.11., 19:00 Uhr – Kulturkreis Großgmain Hotel Vötterl
  • SA, 07.11., 19:30 Uhr – Seehotel Schwan Gmunden
  • FR, 13.11., 19:30 Uhr – Café Bazar
  • SA, 14.11., 19:30 Uhr – Café Bazar
  • FR, 20.11., 19:30 Uhr – Café Bazar
  • SA, 21.11., 19:30 Uhr – Café Bazar

Am 29. und 30.10. sowie am 13. und 20.11. in Salzburg und bei den Gastspielen in Großgmain am 6.11. sowie in Gmunden am 7.11. finden jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn Einführungsvorträge von Bernhard Judex bzw. Harald Gschwandtner (beide Stefan Zweig Haus | Literaturarchiv Salzburg) statt. 

Weitere Informationen zu der Veranstaltung und der Möglichkeit, Karten zu reservieren, finden Sie  hier. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Lesung und Gespräch mit Erich Wolfgang Skwara

Anlässlich seines Aufenthalts in Europa ist der in den USA lebende Autor und Literaturwissenschaftler Erich Wolfgang Skwara am 10. November 2026 um 19:00 Uhr zu Gast im Literaturarchiv Salzburg. 

Der 1948 in Salzburg geborene Schriftsteller wird aus seinem aktuellen Lyrikband Sprungbrett und Sarg. Späte Gedichte 1998–2023 (edition keiper 2026) und dem Romanprojekt Der Reiseleiter lesen. In einem Werkstattgespräch wird Skwara, dessen Vorlass sich seit 2020 im Literaturarchiv Salzburg befindet, mit Bernhard Judex (Literaturarchiv Salzburg) über das Verfassen von Texten, seinen Zugang zur Literatur sowie über kulturspezifische Phänomene und Wahrnehmungen reflektieren. 

Skwara, der 1986–2010 an der San Diego State University lehrte und abwechselnd in Paris und Florenz lebte, erhielt 2002 den Hermann-Lenz-Preis und bekam 2003 den Berufstitel Professor verliehen. Neben dem Verfassen von Gedichten und zahlreichen Romanen ist er auch als Übersetzer aus dem Französischen (u. a. von Gustave Flaubert oder Jean-Jacques Rousseau) sowie Englischen (u. a. Tennessee Williams) tätig. 

Die Veranstaltung findet im Lesesaal des Literaturarchivs Salzburg (Zugang: Kapitelgasse 5–7, 2. Stock) statt. Im Anschluss laden wir zu einem kleinen Umtrunk ein. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!


News

Nachruf Max Blaeulich

Das Stefan Zweig Haus | Literaturarchiv Salzburg trauert um den Antiquar, Autor, Verleger und Künstler Max Blaeulich, der am 11. August 2026 nach langer Krankheit in Salzburg verstorben ist.

Max Blaeulich wurde am 18. Juli 1952 als Christian Weinek in Salzburg geboren, wo er Germanistik und Kunstgeschichte studierte. Er betrieb das Antiquariat Weinek in der Steingasse und gründete 2001 den Verlag Tartin Editionen, in dem Texte u. a. von René Char, Marcel Proust, Leonardo Sciascia, Franz Innerhofer, Elfriede Jelinek oder Stefan Zweig erschienen sind. Von 1992 bis 2000 war Blaeulich außerdem Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift Literatur und Kritik, im Wieser Verlag gab er Texte weitgehend vergessener Schreibender heraus. Sein Name ist mit der unbändigen Leidenschaft für Bücher und für das Sammeln, die er regelrecht ausgestrahlt hat, verbunden.

In den sogenannten „Zerrissmuss“-Publikationen erschienen seine eigenen Prosatexte, darüber hinaus verfasste Blaeulich Dramolette und Gedichte. Einem breiteren Publikum wurde er mit den im Residenz Verlag erschienenen Romanen Kilimandscharo zweimeteracht (2005), Gatterbauerzwei oder Europa überleben (2006), Stackler oder die Maschinerie der Nacht (2008) und Unbarmherziges Glück (2014) bekannt. 2009 erhielt er den Buchpreis der Salzburger Wirtschaft.

Max Blaeulich war auch als Maler tätig und gestaltete künstlerische Installationen und Interventionen im öffentlichen Raum. Im Rupertinum Salzburg und in Galerien stellte er sein bildkünstlerisches Werk aus.

Für den Salzburger Autor und Publizisten Karl-Markus Gauß ist Blaeulich „Sprachkünstler, origineller Maler, verwegener Performance-Künstler“ sowie „eine singuläre Persönlichkeit der zeitgenössischen Kunst in Österreich. In allem, was er schuf, lagen Witz und Verzweiflung nahe beisammen.“

Einen Teil von Max Blaeulichs Vorlass konnte das Literaturarchiv Salzburg erst im Juli 2026 erwerben.


Ein Haus für Stefan Zweig

Seit über zehn Jahren widmen sich Literaturarchiv Salzburg und das  Stefan Zweig Zentrum der Erforschung, Verbreitung und Vermittlung des literarischen und intellektuellen Vermächtnisses Stefan Zweigs. Nun hat sich die Universtiät Salzburg entschlossen, die Kräfte der beiden Institutionen zu bündeln und ein gemeinsames Haus für für Stefan Zweig zu schaffen. Der Festakt zur Gründung fand am 30. April, dem Gedenktag der Salzburger Bücherverbrennung, statt. Damit wird an die dunkelste Zeit Salzburgs erinnert, die auch Stefan Zweig ins Exil getrieben hat. Dazu passend konnte erstmals ein wertvoller Teil aus dem Nachlass Stefan Zweigs präsentiert werden, der mit der Exilzeit des Schriftstellers in Großbritannien, den USA und Brasilien in Beziehung steht. Der Nachlassteil wurde der Universität Salzburg als großzügiges Geschenk von den Erben Zweigs zur Begründung des Stefan Zweig Hauses überlassen. 

Unter Wahrung unserer bisherigen Agenden als regionales Literaturarchiv – neben dem Nachlass Stefan Zweigs also auch unsere Salzburger Bachmann Edition und unsere vielen anderen Bestände österreichischer Autor*innen – werden wir in einer neuen gemeinsamen Struktur mit dem Stefan Zweig Zentrum zusammenwirken. Zukünftig soll diese Zusammenarbeit auch örtlich in den Räumen der Neuen Residenz, verankert werden, sobald die dortigen Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind. 

Einen detaillierten Bericht zum Festakt finden Sie hier!