Veranstaltungen
„Aber jetzt Schluss mit dem Schweigen“ – Konzert und Lesung im Andenken an Stefan und Lotte Zweig
Donnerstag, 30.04.2026 | 16:00–17:30 Uhr
Solitär der Universität Mozarteum | Mirabellplatz 1, Salzburg
Das Stefan Zweig Haus/Stefan Zweig Zentrum und Literaturarchiv Salzburg an der Universität Salzburg lädt zu einer Gedenkfeier für Stefan und Lotte Zweig mit Lesung und Musik. Den Erben Stefan und Lotte Zweigs verdanken wir eine großzügige Schenkung von über 500 Briefen und Dokumenten, verbunden mit der Verpflichtung, Andenken und Erbe Zweigs zu bewahren und zu verbreiten. Als ein Zeichen der Verbundenheit wird ein Mitglied der Familie – der international renommierte Geiger David Alberman (London) – persönlich das musikalische Programm mitgestalten.
Für Stefan Zweig als überzeugten Humanisten war Europa eine geistige Heimat – ein Kulturraum des Austauschs, der Toleranz und des Friedens. In seinem autobiographischen Erinnerungsbuch Die Welt von Gestern thematisiert Zweig den Zerfall alter Ordnungen sowie die politische Radikalisierung, die in der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Zweiten Weltkrieg gipfelte. Das Werk ist nicht nur literarisches und historisches Dokument, sondern ist als Aufruf gegen Krieg und Faschismus und für ein kulturelles Miteinander auch heute von großer Bedeutung. Die Veranstaltung findet am Jahrestag der Salzburger Bücherverbrennung nach der nationalsozialistischen Machtübernahme vom 30. April 1938 statt, bei der auch Stefan Zweigs Bücher ins Feuer geworfen wurden.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Literaturfrühstück: Mutter und Tochter am Schreibtisch – Christine Haidegger und Meta Merz
Seit 2024 verwahrt das Literaturarchiv Salzburg den gemeinsamen Nachlass von Christine Haidegger (1942–2021) und ihrer Tochter Christina Haidegger (1965–1989), die den Großteil ihrer Texte unter dem Pseudonym Meta Merz veröffentlicht hat. Am 7. Mai 2026, um 10:30 Uhr, stellt Harald Gschwandtner die beiden Autorinnen beim Literaturfrühstück im Literaturhaus Salzburg vor und beleuchtet dabei verschiedene Dimensionen familiären Schreibens.
Christine Haidegger war als Literaturvermittlerin, Herausgeberin und Mentorin für junge Autorinnen fest im literarischen Leben Salzburgs verankert; auch ihr Ehemann Eberhard Haidegger (1940–2025) war neben der Regulärarbeit als Schriftsteller tätig. Meta Merz wurde durch dieses literaturaffine Umfeld in ihrer frühen schulischen wie späteren schriftstellerischen Praxis geprägt: Auch, wenn sie danach strebte, künstlerisch einen anderen Weg als ihre Mutter einzuschlagen, stärkte das Aufwachsen um und mit Literatur ihre Vorraussetzungen als Autorin und ihr Bewusstsein für ein Leben abseits von Konventionen.
Veranstalter ist das Literaturforum Leselampe. Infos zu Eintritt und Kartenreservierung finden Sie hier.
Jahrestagung Austrian Studies Association: Meta Merz – „eine art tag und nachtbuch“
Am Freitag, den 29. Mai 2026, von 19:00 bis 20:30 Uhr ist im Rahmen der Jahrestagung der Austrian Studies Association eine Text- und Klangperformance aus dem Werk von Meta Merz „eine art tag und nachtbuch“ im Europasaal der Edmundsburg (Mönchsberg 2) zu hören.
Die Lyrikerin Frieda Paris hat für den Abend im Rahmen der Jahrestagung der Austrian Studies Association Texte aus dem Nachlass von Meta Merz, der im Literaturarchiv Salzburg aufbewahrt wird, ausgewählt und konstelliert. Gemeinsam mit den elektronischen Klangwelten von Benjamin Lageder geben sie Einblick in das artistische Laboratorium von Meta Merz.Zugleich stehen die Arbeiten der Autorin exemplarisch für eine alternative Gegenkultur, die in Salzburg neben großen Namen und etablierten Institutionen damals wie heute um Anerkennung kämpft.
Die Einführung und Moderation erfolgt durch Harald Gschwandtner (Stefan Zweig Haus | Literaturarchiv Salzburg).
Weitere Informationen finden Sie unter https://w-k.sbg.ac.at/veranstaltung/meta-merz-klang-textperformance/.
Tage der Archive 2026 – kunst*voll
Von 8. bis 12. Juni finden auch dieses Jahr wieder die Tage der Archive statt – mit 18 teilnehmenden Einrichtungen. In einer Woche voller vielfältiger Veranstaltungen zeigen sie, wie unterschiedlich Archivarbeit aussehen kann, wie verschieden die Sammlungen sind und was es in den Archiven der Stadt Salzburg zu entdecken gibt. Dieses Jahr steht mit dem Motto „kunst*voll“ die künstlerische Komponente in historischen und zeitgenössischen Archivobjekten im Mittelpunkt.
Auch das Literaturarchiv Salzburg ist dieses Jahr wieder mit zwei Veranstaltungen dabei:
Am Montag, den 8. Juni, von 15:00 bis 16:30 Uhr findet im Literaturarchiv der Zeichen- und Malworkshop „Skizze, Wort, Bild“ mit Erwin Einzinger statt. Basierend auf Einzingers charakteristischen Übermalungen großformatiger Bildbände, bietet der Workshop die Gelegenheit, selbst Übermalungen anzufertigen und dabei mit dem Autor ins Gespräch zu kommen. Teilnehmer:innenanzahl: max. 9 Personen.
Am Donnerstag, 11. Juni, von 15:00 bis 15:45 Uhr stellen wir in der Führung „Mehrfachbegabt“ Dichter:innen in den Fokus, die neben der literarischen Arbeit auch andernwaltig künstlerisch beschäftigt waren. Dabei wird es Einblicke in die Bestände u.a. von Johann Barth, Erwin Einzinger, Charlotte Herzfeld, Georg Rendl, Karl Heinrich Waggerl und Kurt Wölfflin geben. Teilnehmer:innenanzahl: max. 12 Personen.
Beide Veranstaltungen finden im Literaturarchiv, Pfeifergasse 6 (2. Stock), statt. Aufgrund der begrenzenten Teilnehmer:innenanzahl bitten wir um Voranmeldung an oder telefonisch unter 0662/8044-4910.
Das vollständige Programm finden Sie hier.
News
Teilnachlass Stefan Zweigs im Kulturpool Österreich
Der in Salzburg verwahrte Teilnachlass von Stefan Zweig ist nun neben unserer Plattform stefanzweig.digital seit 13.11.2025 auch über den österreichischen Kulturpool online zugänglich.
Der Kulturpool ist das zentrale Übersichts- und Suchportal für das digitalisierte Kulturerbe Österreichs. Mithilfe des Kulturpools können Museen, Bibliotheken und Archive übergreifend durchsucht und Kulturschätze im Detail erforscht werden. Im Zuge des Förderprogramms Kulturerbe digital wurde auch die Digitalisierungsinitiative des Literaturarchivs gefördert und das Migrieren der Digitalisate auf die Kulturplattform ermöglicht. Wir wünschen viel Freude beim Stöbern!
Ein Haus für Stefan Zweig
Seit über zehn Jahren widmen sich Literaturarchiv Salzburg und das Stefan Zweig Zentrum der Erforschung, Verbreitung und Vermittlung des literarischen und intellektuellen Vermächtnisses Stefan Zweigs. Nun hat sich die Universtiät Salzburg entschlossen, die Kräfte der beiden Institutionen zu bündeln und ein gemeinsames Haus für für Stefan Zweig zu schaffen. Der Festakt zur Gründung fand am 30. April, dem Gedenktag der Salzburger Bücherverbrennung, statt. Damit wird an die dunkelste Zeit Salzburgs erinnert, die auch Stefan Zweig ins Exil getrieben hat. Dazu passend konnte erstmals ein wertvoller Teil aus dem Nachlass Stefan Zweigs präsentiert werden, der mit der Exilzeit des Schriftstellers in Großbritannien, den USA und Brasilien in Beziehung steht. Der Nachlassteil wurde der Universität Salzburg als großzügiges Geschenk von den Erben Zweigs zur Begründung des Stefan Zweig Hauses überlassen.
Unter Wahrung unserer bisherigen Agenden als regionales Literaturarchiv – neben dem Nachlass Stefan Zweigs also auch unsere Salzburger Bachmann Edition und unsere vielen anderen Bestände österreichischer Autor*innen – werden wir in einer neuen gemeinsamen Struktur mit dem Stefan Zweig Zentrum zusammenwirken. Zukünftig soll diese Zusammenarbeit auch örtlich in den Räumen der Neuen Residenz, verankert werden, sobald die dortigen Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind.
Einen detaillierten Bericht zum Festakt finden Sie hier!