Veranstaltungen
Teilnahmestipendien für Studierende – Thomas-Bernhard-Tage 2026
In diesem Jahr stehen die Thomas-Bernhard-Tage von 9. bis 10. Oktober 2026 unter dem Titel „Die Schule des Lebens“. Dabei werden neben Bernhards Texten auch Querverbindungen zu anderen österreichischen Autor*innen (u. a. Ingeborg Bachmann, Barbara Frischmuth) in den Blick genommen. Zum Auftakt am 9. Oktober liest die Schriftstellerin Sabine Scholl aus ihrem aktuellen Buch Die zweite Haut. Am 10. Oktober bieten wir unter anderem einen offenen Lektüre-Workshop zu Bernhards autobiographischer Erzählung Der Keller an. Details zum Programm finden Sie hier.
Um interessierten Salzburger Studierenden einen kostenlosen Besuch der Veranstaltung zu ermöglichen, schreiben die Studienvertretung Germanistik und das Literaturarchiv Salzburg drei Teilnahme-Stipendien aus. Bewerben können sich alle Studierenden des Fachbereichs Germanistik (Fachstudium und Lehramt) sowie interessierte Student*innen verwandter Studienrichtungen (Geschichte, Komparatistik, Erziehungswissenschaft etc.).
Die Stipendien beinhalten jeweils:
- Zug- und Busfahrt von Salzburg nach Schwarzach/St. Veit und retour (ca. 1,5 h),
- eine Übernachtung inkl. Frühstück in St. Veit von Fr., 9., auf Sa., 10.10.2026,
- ein Mittagessen am Sa im Gasthof Metzgerwirt,
- die Übernahme der Teilnahmegebühr für die beiden Tage.
Die Bewerbung sollte allgemeine Angaben (u.a. Studienschwerpunkte und -fortschritt) und eine kurze Interessensskizze (insges. max. eine Seite) enthalten. Weitere Informationen zum Stipendium finden Sie hier.
Bewerbungen an: Bewerbungsschluss: 15. August 2026
News
Nachruf Max Blaeulich
Das Stefan Zweig Haus | Literaturarchiv Salzburg trauert um den Antiquar, Autor, Verleger und Künstler Max Blaeulich, der am 11. August 2026 nach langer Krankheit in Salzburg verstorben ist.
Max Blaeulich wurde am 18. Juli 1952 als Christian Weinek in Salzburg geboren, wo er Germanistik und Kunstgeschichte studierte. Er betrieb das Antiquariat Weinek in der Steingasse und gründete 2001 den Verlag Tartin Editionen, in dem Texte u. a. von René Char, Marcel Proust, Leonardo Sciascia, Franz Innerhofer, Elfriede Jelinek oder Stefan Zweig erschienen sind. Von 1992 bis 2000 war Blaeulich außerdem Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift Literatur und Kritik, im Wieser Verlag gab er Texte weitgehend vergessener Schreibender heraus. Sein Name ist mit der unbändigen Leidenschaft für Bücher und für das Sammeln, die er regelrecht ausgestrahlt hat, verbunden.
In den sogenannten „Zerrissmuss“-Publikationen erschienen seine eigenen Prosatexte, darüber hinaus verfasste Blaeulich Dramolette und Gedichte. Einem breiteren Publikum wurde er mit den im Residenz Verlag erschienenen Romanen Kilimandscharo zweimeteracht (2005), Gatterbauerzwei oder Europa überleben (2006), Stackler oder die Maschinerie der Nacht (2008) und Unbarmherziges Glück (2014) bekannt. 2009 erhielt er den Buchpreis der Salzburger Wirtschaft.
Max Blaeulich war auch als Maler tätig und gestaltete künstlerische Installationen und Interventionen im öffentlichen Raum. Im Rupertinum Salzburg und in Galerien stellte er sein bildkünstlerisches Werk aus.
Für den Salzburger Autor und Publizisten Karl-Markus Gauß ist Blaeulich „Sprachkünstler, origineller Maler, verwegener Performance-Künstler“ sowie „eine singuläre Persönlichkeit der zeitgenössischen Kunst in Österreich. In allem, was er schuf, lagen Witz und Verzweiflung nahe beisammen.“
Einen Teil von Max Blaeulichs Vorlass konnte das Literaturarchiv Salzburg erst im Juli 2026 erwerben.
Ein Haus für Stefan Zweig
Seit über zehn Jahren widmen sich Literaturarchiv Salzburg und das Stefan Zweig Zentrum der Erforschung, Verbreitung und Vermittlung des literarischen und intellektuellen Vermächtnisses Stefan Zweigs. Nun hat sich die Universtiät Salzburg entschlossen, die Kräfte der beiden Institutionen zu bündeln und ein gemeinsames Haus für für Stefan Zweig zu schaffen. Der Festakt zur Gründung fand am 30. April, dem Gedenktag der Salzburger Bücherverbrennung, statt. Damit wird an die dunkelste Zeit Salzburgs erinnert, die auch Stefan Zweig ins Exil getrieben hat. Dazu passend konnte erstmals ein wertvoller Teil aus dem Nachlass Stefan Zweigs präsentiert werden, der mit der Exilzeit des Schriftstellers in Großbritannien, den USA und Brasilien in Beziehung steht. Der Nachlassteil wurde der Universität Salzburg als großzügiges Geschenk von den Erben Zweigs zur Begründung des Stefan Zweig Hauses überlassen.
Unter Wahrung unserer bisherigen Agenden als regionales Literaturarchiv – neben dem Nachlass Stefan Zweigs also auch unsere Salzburger Bachmann Edition und unsere vielen anderen Bestände österreichischer Autor*innen – werden wir in einer neuen gemeinsamen Struktur mit dem Stefan Zweig Zentrum zusammenwirken. Zukünftig soll diese Zusammenarbeit auch örtlich in den Räumen der Neuen Residenz, verankert werden, sobald die dortigen Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind.
Einen detaillierten Bericht zum Festakt finden Sie hier!