Hans-Stegbuchner-Preisverleihung

Zum bereits 21. Mal wird am Donnerstag, den 12. Mai 2022, der Hans-Stegbuchner-Preis für herausragende Masterarbeiten sowie Dissertationen an 2 Studierende des Fachbereichs Mathematik verliehen. Die Veranstaltung findet im Dekanatssitzungssaal an der Naturwissenschaftlichen Fakultät statt.

Der 1998 verstorbene, am Fachbereich von 1980 – 1998 als Universitätsdozent tätige Dr. Hans Stegbuchner, ist Initiator des Preises, welcher nunmehr vom Raiffeisenverband Salzburg gesponsert wird, welchem wir für die langjährige Zusammenarbeit ganz herzlich danken.

Wir freuen uns sehr auf unsere Ehrengäste Rektor Hendrik Lehnert, Mag. Thomas Nussbaumer vom Raiffeisenverband Salzburg, Oberärztin Dr. Birgit Stegbuchner und natürlich die PreisträgerInnen Sebastian Heintze und Nicole Vorderobermeier.

Einladung
Flyer

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Fotos: Fr. Dorn, Raiffeisenverband Salzburg

  • Preisträger
    v.l.: Mag. Nussbaumer | Preisträgerin Dr. Vorderobermeier | Dekan Bathke | Preisträger Dr. Heintze | Rektor Lehnert | FB Leiter Prof.Dr. Schröder | Betreuer Prof. Dr. Fuchs | Betreuer Prof. Dr. Blatt
  • Preisträger

Verleihung des Hans-Stegbuchner-Preises 2022

Für das Studienjahr 2021 wurden Dr. Nicole Vorderobermeier und Dr. Sebastian Heintze mit dem Hans-Stegbuchner-Preis des Fachbereichs Mathematik der Universität Salzburg ausgezeichnet. Beide haben herausragende Dissertationen verfasst und konnten die Jury überzeugen, dass ihnen der mit 500 Euro dotierte Preis zugesprochen wird.

Der Hans-Stegbuchner-Preis wurde als besondere Auszeichnung für herausragende Abschlussarbeiten von Dr. Hans Stegbuchner im Jahr 1994 ins Leben gerufen. Im Gedenken an den früh verstorbenen Dozenten des Fachbereichs wurde der Preis in Hans-Stegbuchner-Preis umbenannt und über mehrere Jahre aus dem Nachlass einer von Dr. Hans Stegbuchner gegründeten Firma zur Entwicklung von CAD-Systemen finanziert. Nach einer zwischenzeitlichen Finanzierung durch das Rektorat wird das Preisgeld seit 2014 dankenswerterweise vom Raiffeisenverband Salzburg gesponsert.

Am 12. Mai fand die festliche Preisverleihung im Dekanatssitzungssaal in der Hellbrunner Straße statt. In einer kurzen Eröffnungsrede begrüßte Fachbereichsleiter Univ.-Prof. Dr. Andreas Schröder die Preisträgerin und den Preisträger sowie den Rektor der Universität Salzburg, Prof. Dr. Hendrik Lehnert, Mag. Thomas Nussbaumer, Geschäftsleiter vom Raiffeisenverband Salzburg und die zahlreichen Gäste der Veranstaltung.

Rektor Lehnert betonte in seiner Festrede die hohe Wertschätzung und Wichtigkeit des Preises für die Universität Salzburg und rief in Erinnerung, dass der Preis in großer Tradition nunmehr seit 28 Jahren vergeben wird. Dir. Nussbaumer legte viel Herz in seine Rede und ließ Erinnerungen an sein eigenes Mathematikstudium an der Universität Salzburg für das Publikum aufleben. Er hob hervor, dass junge Forscherinnen und Forscher gefördert werden müssen: „Um Bildungsangebote muss man sich kümmern, das ist auch für Raiffeisen Salzburg sehr wichtig. Talent, Kreativität und Ideenreichtum sind die Treiber und Treibstoff für die Zukunft. Wenn man nachhaltig in unserer Region wettbewerbsfähig sein möchte, führt kein Weg daran vorbei.“ Der Raiffeisenverband Salzburg werde daher den Hans Stegbuchner-Preis auch weiterhin finanziell unterstützen und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Ihre hervorragende Arbeit auszeichnen. Der Preis solle zeigen, dass Wissenschaft einen immens großen Stellenwert hat. Dir. Nussbaumer betont, dass der Beitrag der Mathematik zur Zukunftsfähigkeit unseres Landes beachtlich sei.

Assoz.-Prof. Dr. Simon Blatt hob in seiner Laudatio über Dr. Nicole Vorderobermeier hervor, dass sie „perfekt organisiert“ sei, so dass sie an mehreren Projekten mitarbeiten und gleichzeitig vier wissenschaftliche Arbeiten fertigstellen konnte. Mit viel Begeisterung betonte Prof. Blatt, dass „Nicole kein eindimensionaler Mensch“ sei, sich in vielen Themenbereichen auch außerhalb der Mathematik engagiere. Um nur einige wenige Punkte herauszugreifen war sie unter anderem Vorsitzende der Studienrichtungsvertretung Mathematik (2013-2015), Referentin für Bildungspolitik der ÖH an der PLUS (2013-2014) sowie 2. stv. Vorsitzende der ÖH an der PLUS(2014-2015). Ihr derzeitiger Arbeitgeber, die Deutsche Bundesbank, könne sich glücklich schätzen, sie als Spezialistin für quantitative Risikoanalyse gewonnen zu haben. In einem Kurzreferat veranschaulicht Dr. Vorderobermeier mit allgemein verständlichen Grafiken die Themen ihrer Doktorarbeit „Regularity Theory and Gradient Flows of Geometric Curvature Energies for Curves“. Die Arbeit stellt im Gebiet der geometrischen Knotentheorie einen Zusammenhang zwischen geometrischen Eigenschaften einer Kurve im Raum und deren Knotentyp her und beschäftigt sich mit Regularitätseigenschaften von optimalen Knotenausformungen sowie mit Evolutionsgleichungen verwandter geometrischer Krümmungsenergien.

Die Laudatio für Dr. Sebastian Heintze hielt Univ.-Prof. Dr. Clemens Fuchs, der viel Sympathie für die schnelle Auffassungsgabe und die hohe Motivation seines ehemaligen Dissertanten zeigte. „Dr. Heintze hat nicht nur seine gesamte To-do Liste mathematischer Probleme in Rekordzeit abgearbeitet, sondern hat auch seine Doktorarbeit bereits nach 2,5 Jahren fertig gestellt“, so Prof. Fuchs. Gerne hätte er weiterhin mit Dr. Heintze in der Arbeitsgruppe Diskrete Mathematik herausfordernde Probleme gelöst. Prof. Fuchs wünschte Dr. Heintze „alles Gute“ für seine derzeitige Position als PostDoc an der TU Graz am Institut für Analysis und Zahlentheorie. Dr. Heintze beschrieb anschließend in seinem Kurzreferat die Vielzahl der mathematischen Untersuchungen seiner Doktorarbeit „New results on Diophantine problems related to linear recurrences“. Er veranschaulichte unter anderem, dass die mathematisch aufgefasste „Ganzzahligkeit“ sich grundlegend von der Schulmathematik unterscheidet. Die Komplexität seiner Ergebnisse brachte er eindrucksvoll zur Geltung. In seiner Dissertation werden Diophantische Probleme im Zusammenhang mit Diophantischen Gleichungen und linear rekursiven Folgen betrachtet.

Einen emotionalen Höhepunkt gab es am Ende der Festveranstaltung. Oberärztin Dr. Birgit Stegbuchner, Tochter des verstorbenen Dr. Hans Stegbuchner, drückte in einer bewegenden Ansprache ihren herzlichen Dank für die Preisverleihung aus und betonte, dass der Preis auch heute noch eine große Bedeutung für die Familie Stegbuchner habe. Sie freute sich, dass ihr Vater mit dem Preis einen Rahmen geschaffen habe, der die Studierenden sowie deren Betreuerinnen und Betreuer sehr motiviere.