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Politikwissenschaftlerin Spilker mit Ars Docendi Staatspreis ausgezeichnet

Gabriele Spilker, Professorin für Methoden der Politikwissenschaft an der Universität Salzburg wurde gestern Abend in Wien mit dem Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre an Österreichs Hochschulen ausgezeichnet. Der Preis wird in fünf Kategorien vergeben und ist mit je 7.000 Euro dotiert. Spilker ist die Gewinnerin in der Kategorie „Lernergebnisorientierte Prüfungskultur und deren Verankerung in der Lehrveranstaltung“.

Mit dem Ars Docendi Staatspreis soll die große Bedeutung der Lehre im Wissenschaftssystem hervorgehoben werden. Er wurde heuer zum 8. Mal vergeben.

Wie unterscheidet sich der Wohlfahrtsstaat in den verschiedenen europäischen Ländern und welche Auswirkungen hat dies auf die jeweilige Bevölkerung? Wie wirkt sich die Globalisierung auf die Fähigkeit von Regierungen aus, Firmen zu regulieren? Kommt es durch die Zunahme des globalen Wettbewerbs zu einem Druck auf Staaten, die Steuern für Firmen zu senken? Sinken Arbeitnehmerstandards durch eine Zunahme von internationalem Handel und Investitionen oder verstärken sie sich vielleicht sogar? Um solche inhaltlichen Fragen ging es im Wintersemester 2018/19 an der Universität Salzburg im Seminar „Vergleichende Politische Ökonomie“ von Gabriele Spilker.

Nun wurde die Politikwissenschaftlerin für die Gestaltung dieses Seminars mit dem Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre an Österreichs Hochschulen (Kategorie „Lernergebnisorientierte Prüfungskultur und deren Verankerung in der Lehrveranstaltung“) ausgezeichnet. Im Fokus des Seminars stand aber nicht nur die Vermittlung inhaltlicher Kompetenzen, sondern vor allem auch ein innovatives Lehr- und Lernkonzept, sagt Gabriele Spilker. „Es war ein Experiment, um den Studierenden die Kompetenzen der Moderations- bzw. Diskussionsleitung näherzubringen und ihnen somit ein aktives Lernen zu ermöglichen. Ich habe versucht das Seminar derart zu gestalten, dass diese Kompetenzen im Vordergrund stehen und nicht, wie sonst häufig, ein reines Nebenprodukt sind. Durch die speziellen Anforderungen kamen überaus tolle Stunden zustande: die Studierenden haben Parlamentssitzungen nachstellen lassen, eine Podiumsdiskussion veranstaltet, das Weltcafé umgesetzt oder auch Policy-Briefs für Politikverantwortliche schreiben lassen.“

Und Spilker ergänzt. „Mein Ziel als Universitätslehrerin ist es, Studierende nicht nur ein Thema inhaltlich begreifbar zu machen und damit Wissen zu vermitteln, sondern sie zu ermutigen das neuerlernte Wissen kritisch zu hinterfragen, es zu analysieren und die theoretischen Inhalte auf reale, empirische Situationen und Ereignisse zu übertragen. Ich möchte Studierende dazu anregen, selbstständig zu denken.“

Die Akzeptanz für das Seminar war dementsprechend sehr hoch, wie die hervorragenden Evaluierungsergebnisse (6.8 von 7) zeigten. Spilker gewann aufgrund dieses Seminars bereits den Lehrpreis der Universität Salzburg. Dass sie nun auch mit dem Ars Docendi Staatspreis ausgezeichnet wird, freut sie sehr. „Ein neues Konzept umzusetzen ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Das dies so gut funktioniert hat und dabei den Studierenden und mir auch noch viel Freude bereitet hat, ist für sich genommen schon toll. Zusätzlich noch den Staatspreis für dieses Seminar zu erhalten, ist eine großartige Bestätigung.“

Gabriele Spilker ist Professorin für Methoden der Politikwissenschaft am Fachbereich Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Salzburg. Sie promovierte an der ETH Zürich im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunktes „Herausforderungen für die Demokratie im 21. Jahrhundert“ (2009). Danach war sie als Fritz-Thyssen Fellow am Weatherhead Center of International Affairs der Harvard University (2011-2012), Oberassistentin in der „International Political Economy“ Gruppe von Professor Dr. Thomas Bernauer am Center for Comparative and International Studies (CIS) der ETH Zürich (2012-2013) sowie erst Assistenzprofessorin dann assoziierte Professorin für Internationale Politik (2014-2020), seit Juni 2020 Professorin für Methoden der Politikwissenschaft an der Universität Salzburg. In ihrer Forschung beschäftigt sich Gabriele Spilker mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Migration und Konflikte, sowie mit Fragen der internationalen politischen Ökonomie und der internationalen Kooperation. Sie hat unter anderem im British Journal of Political Science, International Organization, Journal of Politics und Nature Climate Change publiziert. Gabriele Spilker ist Teil der Scientists4Future S4F in Salzburg.

Der Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre an Österreichs öffentlichen Universitäten, Fachhochschulen, Privatuniversitäten und Pädagogischen Hochschulen wird ausgeschrieben, um einerseits die große Bedeutung der Lehre im Wissenschaftssystem und andererseits die notwendige Kooperation im tertiären Bildungssektor entsprechend hervorzuheben, sowie die damit verbundene Qualitätsentwicklung in der Hochschullehre insgesamt zu unterstützen. Der Preis wird in fünf Kategorien vergeben und ist mit jeweils € 7.000 dotiert.  Der „Ars Docendi-Staatspreis für exzellente Lehre an den öffentlichen Universitäten Österreichs“ wurde 2013 erstmals verliehen.

Die Auszeichnung der Preisträgerinnen und Preisträger am 24. September 2020 erfolgte durch Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, BM für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Die Festrede hielt Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin an der Universität Marburg.

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Gabriele Spilker
Professorin für Methoden der Politikwissenschaft
Fachbereich Politikwissenschaft und Soziologie der Paris Lodron Universität Salzburg
Rudolfskai 42, 5020 Salzburg

Web:   www.uni-salzburg.at/pol/spilker

Prof. Dr. Gabriele Spilker. Foto: Andreas Kolarik

Prof. Dr. Gabriele Spilker. Foto: Andreas Kolarik, 04.12.15