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Salzburger Armenologin erhält Adjunkt-Professur an der Armenischen Akademie der Wissenschaften

Die Armenologin Jasmine Dum-Tragut von der Paris Lodron Universität Salzburg erhält eine Adjunkt-Professor sowie eine eigene Abteilung mit einem Forschungsteam an der Armenischen Akademie der Wissenschaften.

Das Staatliche Komitee für Hochschulbildung und Wissenschaft der Republik Armenien hat im September 2023 die Finanzierung und Einrichtung von 15 neuen Forschungsgruppen und Adjunkt-Professuren zugesichert. Dadurch können erfahrene ausländische Wissenschaftler*innen ihre herausragenden Forschungsleistungen als Adjunkt-Professor*innen fortführen und eine eigene Abteilung an einer anerkannten Forschungsinstitution in Armenien gründen. Dies schafft eine wichtige Basis für die Grundlagen- und angewandte Forschung und erhöht das Forschungs- und Entwicklungspotential in Armenien.

„Interdisciplinary Armenian Cultural Heritage Studies“

Jasmine Dum-Traguts aktuelles Projekt sind „Interdisziplinäre Studien zum Armenischen Kulturerbe“. Ihr Team in Armenien setzt sich aus der Kulturanthropologin Dr. H. Muradyan, drei Dissertanten, dem Archäologen H. Abrahamyan, dem GIS-Archäologen A. Ananyan und der Kulturwissenschaftlerin A. Safaryan zusammen. Das Team wird am Institut für Archäologie und Ethnographie der Armenischen Akademie der Wissenschaften arbeiten.

Nach dem ersten Forschungsjahr kann Dum-Tragut ihr Team um zwei zusätzliche armenische Doktoranden erweitern. Nach dem zweiten Jahr wird das Projekt in eine eigene Forschungsabteilung am Institut für Archäologie und Ethnographie umgewandelt. Nach Ablauf der fünfjährigen Laufzeit können nach kurzer Evaluierung noch weitere fünf Jahre gewährt werden. Allen Jungwissenschaftler*innen, die im Rahmen des Projektes angestellt wurden, ist eine wissenschaftliche Karriere in diesem neuen Wissenschaftsbereich in Armenien somit garantiert. Dum-Tragut arbeitet von Österreich aus, wird sich aber regelmäßig in Armenien aufhalten, und sich u. a. an gemeinsamer Feldforschung beteiligen.

Zeitgemäßer Ansatz – zeitgemäße Forschung und Nachhaltigkeit

Das Forschungsteam widmet sich dem armenischen Kulturerbe in Theorie und Praxis. Bei Cultural Heritage Studies ist einerseits die Einbettung des Kulturerbes in seinen historischen und gesellschaftlichen Kontext von Bedeutung und andererseits die Interaktion zwischen materiellem und immateriellem Kulturerbe. „Besonders wichtig ist mir die Einbeziehung aller am Kulturerbe Beteiligten, und zwar sowohl der Wissenschaftler*innen als auch der lokalen Bevölkerung“, betont Dum-Tragut.  Das Projekt konzentriert sich auf die Grenzregionen der östlichen Provinzen Tavusch, Gegharkunik und Syunik. Dies soll zur Erhaltung und zum Schutz des durch den armenisch-aserbaidschanischen Konflikt bedrohten armenischen Kulturerbes beitragen. „Unser Erbe“, ein im Rahmen des Projekts entwickeltes, Community-basiertes Bildungsprogramm, soll das Bewusstsein und das Wissen über das eigene Kulturerbe fördern.

Neuer Masterstudiengang

Die Entwicklung eines Masterstudiengangs „Interdisziplinäre armenische Kulturerbe-Forschung“ zielt auf Capacity Building und die Institutionalisierung von Kulturerbestudien auf armenischer Hochschulebene ab. Die österreichische Expertise in den Bereichen Erfassung und Dokumentation des armenischen Kulturerbes bis hin zum Kulturgüterschutz wird auch dazu beitragen, das Wissen über armenisches Kulturerbe, auch seine aktuelle Bedrohung, in unseren Breiten zu verbessern.


Kontakt:
Univ.Doz. Dr. DDr.h.c. Jasmine Dum-Tragut, Bakk.rer.nat
Leiterin Zentrum zur Erforschung des Christlichen Ostens (ZECO) | Leiterin Armenische Studien
Universitätsplatz 1 | 5020 Salzburg | Austria

Dum-Tragut

HR Mag. Gabriele Pfeifer

Leitung Kommunikation & Fundraising

Paris Lodron Universität | Abteilung Kommunikation & Fundraising

Kapitelgasse 4-6 | 5020 Salzburg | Austria

Tel: +43 662 8044 2024

E-Mail an HR Mag. Gabriele Pfeifer

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