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Von der Toleranz zur Anerkennung

In der Zeit der Aufklärung ändert sich das philosophische und kulturelle Verständnis von „Toleranz“ in Europa. Goethe bringt es in seiner berühmten Maxime von 1829 auf den Punkt: „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung seyn; sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“ Diese Entwicklung hat viel mit der Deklaration der Menschenrechte zu tun, die Ende des 18. Jahrhunderts erstmals erfolgte. Sie bewirkt, dass die Komponente der Anerkennung, die der Toleranz inhärent ist, so stark hervortritt, dass sich der Begriff der „Toleranz“ in jenen der „Anerkennung“ (im Sinne Hegels) „aufhebt“. Unser heutiges Verständnis von Toleranz nimmt hier seinen Anfang.

Published on 16 May 2024
Herzliche Einladung! Foto: © Fachbereich Bibelwissenschaft und Kirchengeschichte

Marko Feingold Distinguished Fellowship

The so-called Judensau is the most well-known, and most prevailing, anti-Jewish motif in the German-speaking countries in the 13th-16th century. It is found on stone reliefs, in wood cuttings, on churches and public buildings, and later in printed works. The effect of this imagery, which identifies Jews with pigs, has unfortunately not ended with the Middle Ages. The public display of such images is now forbidden, or, when found on old buildings, accompanied with historical information. Yet the anti-Jewish use of the pig pertains, hidden and less hidden, specifically today when antisemitism is more alive than ever. This lecture focuses on the origins of the Judensau image, and similar motifs, in Biblical, ancient Christian and ancient Jewish sources, and their Wirkungsgeschichte in the Middle Ages until today.

Published on 15 May 2024

Unser Geist ist Weltgeist

Stefan Zweig (1881–1942) war einer der meistgelesenen Autoren seiner Zeit. Nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs verstand er sich als Europäer und Weltbürger, nicht nur aus einem humanistischen Bildungsideal heraus. Er leitete sein Weltbürgertum bewusst aus seiner jüdischen Herkunft und den Quellen des Judentums ab. »Unser Geist ist Weltgeist«: Mit diesem Programmsatz ermutigte Zweig die Juden und Jüdinnen seiner Zeit, die (erzwungene) Zerstreuung unter die Völker als Aufgabe zu begreifen. Als Auftrag, den wachsenden Nationalismus zu bekämpfen und für ein völkerverbindendes Weltbürgertum einzutreten.

Published on 13 May 2024

News

Infoabend zum MA Religious Studies in Salzburg ONLINE

Montag, 18. Juni 2024 | 18.00 Uhr | via ZOOM LINK | Meeting-ID: 715 3417 7028 | 7nNX2J

Religious Studies beschäftigt sich mit Religionen, Spiritualitäten und Weltanschauungen als Kulturwissenschaft. Sie analysiert Texte, Rituale, Medien, Gegenstände, Geschichte, Räume, Ästhetik, Ökonomie, Konflikte sowie Lern- und Dialogprozesse von Individuen und Gesellschaft. Die Religionswissenschaft untersucht dabei auch Veränderungen durch Migration, Pluralisierung und globale Dynamiken im Kontext von religiöser Identität und Spiritualität.

Published on 28 May 2024

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Foto: © Salzburger Nachrichten

Wie ist Jesus weiß geworden

Weißheit – Rassismus und Kolonialismus ist in der Theologie sehr groß, sagt Eske Wollradohne Zögern. Die Frage war: Wie groß war der Anteil des weißen europäischen Christentums an Kolonialismus und Rassismus? Dies gelte in zweifacher Hinsicht. „Einmal hat das westliche Christentum eine Farbsymbolik entwickelt, die benutzt werden konnte, um die vermeintliche Höherwertigkeit der Weißen zu begründen. Schon sehr früh hatte in den christlichen Quellen alles Helle, Weiße, Leuchtende mit Heiligkeit, mit dem Göttlichen, dem Reinen zu tun. Im Gegensatz dazu wurde das Dunkle, das Schwarze verbunden mit dem Negativen, dem Bösen“, sagt die Geschäftsführerin des Evangelischen Zentrums Frauen und Männer in Hannover, die sich intensiv mit Rassismus, Weißsein und Postkolonialismus auseinandersetzt. „Das andere ist, dass das westliche Christentum das Kreuz umgekehrt hat zum Schwert und damit die Legitimationsgrundlage geboten hat für die Kolonisierungsprozesse, indem vermeintlich Gott an der Seite derer ist, die andere Völker unterwerfen, weil das Christentum vermeintlich überlegen ist.“

Published on 27 May 2024
Foto: © Kay Müller

Lange Nacht der Forschung

Am 24. Mai 2024 öffnete die Katholisch-Theologische Fakultät der Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS) ihre Türen für die „Lange Nacht der Forschung“, eine faszinierende Gelegenheit, um hautnah an spannenden Forschungsprojekten teilzunehmen. Mit rund 180 Forschenden, die ihre Expertise einbrachten, versprach die Veranstaltung ein facettenreiches Programm für neugierige Besucher:innen jeden Alters. 25 Stationen gaben Einblick in die Forschung an der PLUS. 

Published on 27 May 2024
Foto: © MIG-Pictures e.U. / Michaela Greil

Frieden braucht Geschlechtergerechtigkeit in Religionen

Geschlechtergerechtigkeit ist laut der Theologin Michaela Quast-Neulinger eine notwendige Voraussetzung für ein Zusammenleben in Frieden. Die Religionsgemeinschaften müssten dabei “einen wesentlichen Beitrag leisten”, sagte die Innsbrucker Professorin für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft am Mittwochabend bei einem Vortrag an der Universität Salzburg. Auch Papst Franziskus und Großimam Ahmed Al-Tayyeb hätten dies in der sogenannten “Erklärung von Abu Dhabi” festgestellt bei ihrer Forderung einer “Kultur des gegenseitigen Respekts”.

Published on 27 May 2024