CoverUniversitätsbibliothek Salzburg
„… gegen das Vergessen“

30. April 1938 – 30. April 2018

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80 Jahre nach der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten auf dem Residenzplatz in der „schönen Stadt“ Salzburg (Georg Trakl) erinnerte die Universitätsbibliothek Salzburg an dieses erschreckende Fanal. Die gesamte Fensterfront zur Hofstallgasse im Erdgeschoß der Universitätsbibliothek wurde zum Erinnerungspfad. Die Inhalte der „Gedenkfenster“ stützten sich auf zeitgenössische Salzburger Quellen und die wissenschaftliche Aufarbeitung. Es sollte aufgezeigt werden, wohin die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit sowie der Freiheit der Kunst letztendlich führen können.

Die Universitätsbibliothek Salzburg thematisierte im Projekt „… gegen das Vergessen“ die Problematik von Zensur und öffentlicher Vernichtung von Kunst und Kultur im Kontext der deutschen Bücherverbrennungen von 1933. Bereits während des Austrofaschismus (1934–1938) wurden Gewerkschaftsbüchereien geschlossen und vor allem marxistische und sozialdemokratische Bücher aus den öffentlichen Büchereien entfernt. Doch erst nach dem „Anschluss“ kam es am 30. April 1938 in Salzburg zur ersten und einzigen öffentlich inszenierten Bücherverbrennung in Österreich in Nachahmung der Bücherverbrennungen 1933 in Deutschland.

Wissenschaftlichen Bibliotheken war die Sammlung und Aufbewahrung verbotener Literatur unter strengen Auflagen und Einschränkung der Nutzung erlaubt. Daher hat die »Studienbibliothek«, die Vorgängerin der Universitätsbibliothek Salzburg, kein Buch für die Bücherverbrennung ausgesondert.