Forschungsagenda: Demokratie

 

Die Forschung in diesem Bereich widmet sich allgemeinen Fragen der Demokratie in Österreich und darüber hinaus. In Österreich wird der Status der Demokratie auf der nationalen wie auch auf der regionalen und lokalen Ebene untersucht. In jüngster Zeit galt das Forschungsinteresse insbesondere der Frage, wie BürgerInnen „Demokratie“ verstehen und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Trotz zahlreicher Demokratiestudien stellt sich immer wieder die Frage, was BürgerInnen tatsächlich denken, da Umfrageeregebnisse oft widersprüchlich sind und unterschiedliche Interpretationen erlauben. Nicht nur gibt es unterschiedliche Konzepte von Demokratie, diese werden auch oft von ExpertInnen definiert und sind für BürgerInnen nur schwer zu verstehen. Umfragen laufen damit Gefahr, Elitenkonstruktionen zu messen oder von den Befragten Antworten zu erhalten, die ExpertInnenwünschen entsprechen. Forschungsergebnisse zu diesem Thema wurden in führenden internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Eigene Umfragen und Umfrageexperimente bildeten dabei die empirische Basis. Die Forschungsagenda wurde mit einem Workshop im Rahmen der ECPR Joint Sessions 2021 gestartet.

Einen wichtigen Schwerpunkt des Forschungsinteresses bildet auch das Verhältnis zwischen europäischer Integration und nationaler Demokratie. Im Vordergrund stehen dabei einerseits die Beziehungen zwischen der EU und nationalen politischen Parteien und Parlamenten, andererseits die Auswirkungen von Krisen auf die Legitimität von EU-Entscheidungen. Im Einzelnen werden hier folgende Fragen untersucht: Wie haben nationale Parlamente und Parteien auf die Herausforderungen der europäischen Integration reagiert? Wie lassen sich Änderungen über Zeit sowie die unterschiedlichen Reaktionen von AkteurInnen erklären? Wie sind nationale Demokratien mit Ereignissen wie der Eurokrise oder der Covid-19-Pandemie und Maßnahmen wie dem Europäischen Semester oder dem EU-Wiederaufbaufonds umgegangen? Welche Faktoren beeinflussen, ob EU-weite Krisen die Legitimität von EU-Entscheidungen eher erhöhen oder eher verringern?

 

Ausgewählte Publikationen


Bücher

2022

2020

 


Artikel in Fachzeitschriften

2021

  • Dolezal, Martin (2021). Die österreichische Protestarena im neuen Jahrtausend: Mobilisierungsstärke, Aktionsformen und Themen, 1998–2016, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, 50(2), 1-13.  https://doi.org/10.15203/ozp.3508.vol50iss2.
  • Habersack, Fabian / Reinhard Heinisch / Armin Mühlböck / Viktoria Jansesberger (2021). Perceived Deprivation and Voter Turnout in Austria: Do Views on Social Inequality Moderate the Deprivation-Abstention Nexus?, in: Political Studies (online veröffentlicht 03/11/2021).  https://doi.org/10.1177/00323217211052758.
  • Maatsch, Aleksandra / Eric Miklin (2021). Representative Democracy in Danger? The Impact of Populist Parties in Government on the Powers and Practices of National Parliaments, in: Parliamentary Affairs, 74(4), 761-769.  https://doi.org/10.1093/pa/gsab006.
  • Miklin, Eric / Martin Dolezal (2021). Positive Side Effects? The Impact of Populist Radical Right Parties in Government on the Media Visibility of the Austrian Parliament, in: Parliamentary Affairs, 74(4), 853-870.  https://doi.org/10.1093/pa/gsab012.
  • Woźniakowski, Tomasz P. / Aleksandra Maatsch / Eric Miklin (2021). Rising to a Challenge? Ten Years of Parliamentary Accountability of the European Semester, in: Politics and Governance, 9(3), 96-99.  https://doi.org/10.17645/pag.v9i3.4690.

2018

  • Heinisch, Reinhard / Thomas Lehner / Armin Mühlböck / Christian H. Schimpf (2018). How do Municipal Amalgamations Affect Turnout in Local Elections? Insights from the 2015 Municipal Reform in the Austrian State of Styria, in: Local Government Studies, 44(4), 465-491.  https://doi.org/10.1080/03003930.2018.1465935.

2016

  • Fallend, Franz / Reinhard Heinisch (2016). Collaboration as successful strategy against right-wing populism? The case of the centre-right coalition in Austria 2000–2007, in: Democratization, 23(2), 1-21. https://Doi:10.1080/13510347.2015.1060223.
  • Heinisch, Reinhard / Armin Mühlböck (2016). Auf die Größe kommt es an! Neue empirische Evidenz zur Wahlbeteiligung in Gemeinden, in: Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft, 10, 165-190.  https://doi.org/10.1007/s12286-016-0307-8.

 


Buchkapitel

2022

  • Dolezal, Martin / Dietmar Halper / Klaus Poier (2022). Kampagneneffekte durch persönliche Kontakte? Ergebnisse eines im Rahmen der oberösterreichischen Landtagswahl 2021 in Wels durchgeführten Wahlkampfexperiments, in: Andreas Khol / Stefan Karner / Wolfgang Sobotka / Bettina Rausch / Günther Ofner (Hg.): Österreichisches Jahrbuch für Politik 2021, Wien, 477-483.

2020

2019

  • Dolezal, Martin (2019). From Party State to Movement Society? Conventional and Unconventional Democratic Practices in Austria, 1974–2018, in: Günter Bischof / David M. Wineroither (Hg.): Democracy in Austria, Contemporary Austrian Studies, Bd. 28, New Orleans-Innsbruck: UNO Press / Innsbruck University Press, 137-155.
  • Dolezal, Martin (2019). Libertäre und autoritäre Positionen im österreichischen Parteiensystem: die Nationalratswahlkämpfe von 1945 bis 2013, in: Martin Dolezal / Peter Grand / Berthold Molden / David Schriffl (Hg.): Sehnsucht nach dem starken Mann? Autoritäre Tendenzen in Österreich seit 1945, Wien-Köln-Weimar: Böhlau Verlag, 117-226.