Rückblick 2026

Veranstaltungen

Tage der Archive 2026 – kunst*voll

Banner für Tage der Archive 2026

Von 8. bis 12. Juni fanden auch dieses Jahr wieder die Tage der Archive statt – mit 18 teilnehmenden Einrichtungen. In einer Woche voller vielfältiger Veranstaltungen zeigten sie, wie unterschiedlich Archivarbeit aussehen kann, wie verschieden die Sammlungen sind und was es in den Archiven der Stadt Salzburg zu entdecken gibt. Dieses Jahr stand mit dem Motto „kunst*voll“ die künstlerische Komponente in historischen und zeitgenössischen Archivobjekten im Mittelpunkt.

Auch das Literaturarchiv Salzburg war mit zwei Veranstaltungen dabei:

Am Montag, den 8. Juni, von 15:00 bis 16:30 Uhr fand im Literaturarchiv der Zeichen- und Malworkshop „Skizze, Wort, Bild“ mit Erwin Einzinger statt. Basierend auf Einzingers charakteristischen Übermalungen großformatiger Bildbände konnten Teilnehmende selbst Übermalungen anfertigen und dabei mit dem Autor ins Gespräch  kommen. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Erwin Einzinger und allen Teilnehmer:innen für den regen Workshopbetrieb und die positiven Rückmeldungen!

Am Donnerstag, 11. Juni, von 15:00 bis 15:45 Uhr stellten wir in der Führung „Mehrfachbegabt“ Dichter:innen in den Fokus, die neben der literarischen Arbeit auch anderwärtig künstlerisch beschäftigt waren. Dabei gab es Einblicke in die Bestände u.a. von Johann Barth, Erwin Einzinger, Charlotte Herzfeld, Georg Rendl, Karl Heinrich Waggerl und Kurt Wölfflin. Auch hier danken wir für Ihr zahlreiches Erscheinen!

Das vollständige Programm der Tage der Archive 2026 finden Sie  hier.


Jahrestagung Austrian Studies Association: Meta Merz – „eine art tag und nachtbuch“

Am Freitag, den 29. Mai 2026, von 19:00 bis 20:30 Uhr war im Rahmen der Jahrestagung der Austrian Studies Association eine Text- und Klangperformance aus dem Werk von Meta Merz „eine art tag und nachtbuch“ im Europasaal der Edmundsburg (Mönchsberg 2) zu hören.

Die Lyrikerin Frieda Paris hat für den Abend im Rahmen der Jahrestagung der Austrian Studies Association Texte aus dem Nachlass von Meta Merz, der im Literaturarchiv Salzburg aufbewahrt wird, ausgewählt und konstelliert. Gemeinsam mit den elektronischen Klangwelten von Benjamin Lageder geben sie Einblick in das artistische Laboratorium von Meta Merz.Zugleich stehen die Arbeiten der Autorin exemplarisch für eine alternative Gegenkultur, die in Salzburg neben großen Namen und etablierten Institutionen damals wie heute um Anerkennung kämpft.

Die Einführung und Moderation erfolgte durch Harald Gschwandtner (Stefan Zweig Haus | Literaturarchiv Salzburg).

Weitere Informationen finden Sie unter  https://w-k.sbg.ac.at/veranstaltung/meta-merz-klang-textperformance/.


Literaturfrühstück: Mutter und Tochter am Schreibtisch – Christine Haidegger und Meta Merz

Seit 2024 verwahrt das Literaturarchiv Salzburg den gemeinsamen Nachlass von Christine Haidegger (1942–2021) und ihrer Tochter Christina Haidegger (1965–1989), die den Großteil ihrer Texte unter dem Pseudonym Meta Merz veröffentlicht hat. Am 7. Mai 2026, um 10:30 Uhr, stellte Harald Gschwandtner die beiden Autorinnen beim Literaturfrühstück im Literaturhaus Salzburg vor und beleuchtete dabei verschiedene Dimensionen familiären Schreibens.

Christine Haidegger war als Literaturvermittlerin, Herausgeberin und Mentorin für junge Autorinnen fest im literarischen Leben Salzburgs verankert; auch ihr Ehemann Eberhard Haidegger (1940–2025) war neben der Regulärarbeit als Schriftsteller tätig. Meta Merz wurde durch dieses literaturaffine Umfeld in ihrer frühen schulischen wie späteren schriftstellerischen Praxis geprägt:  Auch, wenn sie danach strebte, künstlerisch einen anderen Weg als ihre Mutter einzuschlagen, stärkte das Aufwachsen um und mit Literatur ihre Vorraussetzungen als Autorin und ihr Bewusstsein für ein Leben abseits von Konventionen.

Veranstalter war das Literaturforum Leselampe. Weitere Informationen finden Sie  hier.


„Aber jetzt Schluss mit dem Schweigen“ – Konzert und Lesung im Andenken an Stefan und Lotte Zweig

Donnerstag, 30.04.2026 | 16:00–17:30 Uhr
Solitär der Universität Mozarteum | Mirabellplatz 1, Salzburg

Das Stefan Zweig Haus/Stefan Zweig Zentrum und Literaturarchiv Salzburg an der Universität Salzburg haben zu einer Gedenkfeier für Stefan und Lotte Zweig mit Lesung und Musik eingeladen. Den Erben Stefan und Lotte Zweigs verdanken wir eine großzügige Schenkung von über 500 Briefen und Dokumenten, verbunden mit der Verpflichtung, Andenken und Erbe Zweigs zu bewahren und zu verbreiten. Als ein Zeichen der Verbundenheit hat ein Mitglied der Familie – der international renommierte Geiger David Alberman (London) – persönlich das musikalische Programm mitgestaltet.

Für Stefan Zweig als überzeugten Humanisten war Europa eine geistige Heimat – ein Kulturraum des Austauschs, der Toleranz und des Friedens. In seinem autobiographischen Erinnerungsbuch Die Welt von Gestern thematisiert Zweig den Zerfall alter Ordnungen sowie die politische Radikalisierung, die in der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Zweiten Weltkrieg gipfelte. Das Werk ist nicht nur literarisches und historisches Dokument, sondern ist als Aufruf gegen Krieg und Faschismus und für ein kulturelles Miteinander auch heute von großer Bedeutung. Die Veranstaltung fand am Jahrestag der Salzburger Bücherverbrennung nach der nationalsozialistischen Machtübernahme vom 30. April 1938 statt, bei der auch Stefan Zweigs Bücher ins Feuer geworfen wurden.

Weitere Informationen finden Sie hier.


Lesung und Buchpräsentation: Erwin Einzinger – Aus dem Zuckerlautomat am Marktplatz kam ein Kaugummi-Koalabär

Am 16. April 2026 um 17 Uhr fand in der art bv Berchtoldvilla (Josef-Preis-Allee 12) ein Abend für und mit Erwin Einzinger statt.Vor beinahe fünfzig Jahren erschien 1977 mit Lammzungen in Cellophan verpackt der erste Gedichtband des Autors. Im Laufe der Jahre kamen neben Romanen, Prosaarbeiten und Übersetzungen noch zahlreiche weitere Lyrikbände dazu. 2024 wurde Erwin Einzinger für sein Lebenswerk mit dem Georg-Trakl-Preis für Lyrik ausgezeichnet. Sein literarischer Vorlass wird seit 2025 im Literaturarchiv Salzburg aufbewahrt.

Im Rahmen der Veranstaltung las der Autor aus seinem neuesten Gedichtband Aus dem Zuckerlautomat am Marktplatz kam ein Kaugummi-Koalabär. Im Gespräch mit Harald Gschwandtner und mit musikalischer Untermalung gab Einzinger Einblick in die literarischen Stationen seines Lebens.

Die Veranstaltung war eine Kooperation des Literaturarchivs mit der Leopold Kohr-Akademie im Rahmen der Veranstaltungsreihe Akademisches Wirtshaus. Weitere Informationen finden Sie hier.

Wir bedanken uns für den zahlreichen Besuch!