Rückblick 2022

Veranstaltungen

ORF-Lange Nacht der Museen

Auch in diesem Jahr beteiligten wir uns an der ORF-Langen Nacht der Museen.

Unser Programm startete mit dem Workshop „Von Gänsekiel bis Schreibmaschine – Historische Schreibwerkzeuge entdecken“, der zweimal (18.30 bis 19.00 Uhr und 20.30 bis 21.00 Uhr) angeboten wurde. Dabei steht die historische Entwicklung von Schreibwerkzeugen im Mittelpunkt – das Schreiben mit Gänsekiel und Metallfeder bis hin zur Schreibmaschine.

Um 19.30 Uhr fand ein Gespräch mit Brita Steinwendtner statt. Die Autorin und langjährige ORF-Kulturjournalistin sowie von 1990 bis 2012 Leiterin der Rauriser Literaturtage hat ihre große Sammlung von Tonaufnahmen bekannter Autor*innen 2019 dem Literaturarchiv übergeben. Über dieses wertvolle Stück Geschichte der Salzburger Literaturszene hat Brita Steinwendtner, die im Sommer ihren 80. Geburtstag feierte, im Gespräch mit Manfred Mittermayer ebenso erzählt wie von ihrer eigenen literarischen Arbeit. Von 18 bis 21.30 Uhr konnten unsere jüngsten Besucher*innen am Kinderprogramm teilnehmen, bei dem es im Literaturarchiv Bastelspaß für kleine Bücherwürmer zu erleben gab. Während des gesamten Abends, der um 18 Uhr begann und um 1 Uhr nachts endete, fand ein Bücherflohmarkt statt: Das Literaturarchiv braucht Platz und hat daher eine Vielzahl an Literaturzeitschriften, Sachbüchern, belletristischen Werken und schönen antiquarischen Büchern verschenkt.

Tisch zur SchreibwerkstattSetting zum GesprächBastelecke


Songs and Stories for a World of Peace. 30 Jahre World Uranium Hearing

Vor 30 Jahren, im September 1992, fand in Salzburg das World Uranium Hearing (WUH) statt, dessen Delegationen mehrheitlich aus indigenen Gesellschaften stammten und als Opfer von Uranabbau, Bombentests und Strahlenmüll gegen die weltweite Nutzung der Atomspaltung auftraten. Damals wurde die bis hin zum Menschenrechtsrat der UNO wahrgenommene „Declaration of Salzburg“ formuliert, aus der u.a. der internationale Nuclear-Free Future Award und in Folge der erste Uran-Atlas entstanden.

Aus diesem Anlass fand am 13. Sptember 2022 um 19 Uhr im Veranstaltungssaal des Literaturarchivs (HS 2.04, Kapitelgasse 5-7) als Kooperation der Leopold Kohr-Akademie, der Plattform gegen Atomgefahren (PLAGE), des Naturschutzbund Salzburg und der Robert Jungk Bibliothek mit dem LAS ein Abend mit Anna Rondon (Navajo Nation), Liam O’Maonlai (Irland) und Tjan Zaotschnaja (Sibirien) statt.

Foto der Beteiligten
30 Jahre World Uranium Hearing, Salzburg © Manfred Siebinger

Weitere Informationen finden Sie hier.


Symposium „Kapital.Geschlecht“

Unter dem Titel Kapital.Geschlecht veranstaltete der Interuniversitäre Forschungsverbund Elfriede Jelinek der Universität Wien und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) von 12. bis 14. August 2022 ein interdisziplinäres Symposium in Kooperation mit den Salzburger Festspielen (12. August) und dem Literaturarchiv Salzburg (13./14. August). Das Symposium befasste sich mit den Zusammenhängen von Geschlecht, Kapital und patriarchaler Macht – ausgehend vom Werk Elfriede Jelineks und ihrer Thematisierung von Kapitalismus, Neoliberalismus und Rechtspopulismus. Neben Lydia Haider, die eine subversive Neu- und Überschreibung des Textes der Buhlschaft aus Hofmannsthals Jedermann vorgenommen hat, wirkten u.a. die Malerin Xenia Hausner, die Schauspielerinnen Mavie Hörbiger und Sylvie Rohrer, die Sängerinnen Karita Mattila und Hanna Schwarz, die Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen, die Philosophin Lisz Hirn und die Publizistin Carolin Emcke sowie seitens der Universität Salzburg Uta Degner, Robert Hoffmann und Manfred Mittermayer mit.

Details zur Veranstaltung finden Sie hier.


Symposium „Begegnungen. Stefan Zweig und Thomas Mann“

Anlässlich des 80. Todestages von Stefan Zweig und im Rahmen des 400-Jahre-Jubiläums der Paris Lodron Universität Salzburg organisierten das Stefan Zweig Zentrum, der Fachbereich Germanistik und das Literaturarchiv Salzburg unter Mitwirkung der Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft am 28./29. Juli 2022 ein Symposium mit dem Titel Begegnungen. Stefan Zweig und Thomas Mann. Neben den inhaltlichen Konzeptoren Arturo Larcati, Werner Michler, Manfred Mittermayer und Hans Wißkirchen haben u.a. Konstanze Fliedl, Jutta Linder, Friedhelm Marx, Daniela Strigl und Hans Rudolf Vaget referiert. Begleitend zum Symposium veranstalteten die Salzburger Festspiele am 29. Juli eine von Bettina Hering gestaltete Lesung mit Claudia Michelsen und Martina Gedeck, die Texte von Stefan und Friderike Zweig sowie Thomas und Erika Mann unter dem Titel In aufrichtiger Wertschätzung! vorgetragen haben. DAS KINO zeigte dazu begleitend eine kleine, von Manfred Mittermayer kuratierte Filmreihe.

Details zur Veranstaltung finden Sie hier.


Buchpräsentation „Ein nationalsozialistisch-katholisches Syndrom“

Am Donnerstag, 2. Juni 2022, um 19.00 Uhr fand in unserem Veranstaltungssaal, Kapitelgasse 5–7, 2. Stock, eine Buchpräsentation statt. Josef P. Mautner hat seine 2021 im Verlag Königshausen und Neumann erschienene Studie Ein nationalsozialistisch-katholisches Syndrom. Zugänge zum Werk von Thomas Bernhard vorgestellt.

Heinrich Schmidinger, Manfred Mittermayer, Josef P. Mautner, Helga Embacher; Foto: LAS

Gemeinsam mit dem Autor diskutierten die Historikerin Helga Embacher und der Philosoph und Theologe Heinrich Schmidinger in einem von Manfred Mittermayer moderierten Gespräch über diesen viel beachteten Aspekt der Literatur Bernhards. Weitere Informationen finden Sie hier.


Stefan-Zweig-Filmreihe

Das LAS kooperierte gemeinsam mit dem Stefan Zweig Zentrum und DAS KINO im Rahmen der Stefan-Zweig-Filmreihe mit dem Literaturfest Salzburg.

Am Donnerstag, 19. Mai, führte Manfred Mittermayer im Anschluss an Maria Schraders Film „Vor der Morgenröte“ ein Gespräch mit Oliver Matuschek und Stephan Resch, am Freitag, 20. Mai, sprach er nach der neuen Verfilmung der „Schachnovelle“ durch Philipp Stölzl mit dem Drehbuchautor Eldar Grigorian. Am Samstag, 21. Mai, führte er in den Film „Grand Budapest Hotel“ von Wes Anderson ein. Weitere Informationen zur Stefan-Zweig-Filmreihe finden Sie  hier.


Rauriser Literaturtage 2022

Die 51. Rauriser Literaturtage fanden von 30. März bis 3. April 2022 statt. In diesem Jahr standen die Lesungen und Gespräche unter dem Thema „Von Tieren und Menschen“. Der Rauriser Literaturpreis 2022 ging an Anna Albinus für ihre Novelle „Revolver Christi“, der Förderungspreis 2022 an Alexandra Koch für ihren Text „vatern muttern künd“. Bei den Literaturtagen hat eine Gruppe Studierender des Salzburger Fachbereichs Germanistik ein Publikumsgespräch mit Anna Albinus geführt.

Rauris_Foto2017
© David Sailer

Das anlässlich des Jubiläumsjahres 2021 in Kooperation mit dem LAS erschienene reich illustrierte  Begleitbuch „Rauris 1971–2021. Ein halbes Jahrhundert Literaturtage innergebirg“ ist nach wie vor lieferbar: im Buchhandel oder über . Wir leiten Ihre Bestellung gerne weiter ().


Ausstellungen

Jubiläumsausstellung „Aus der Ordnung“

Nach zweijähriger Pause fand wieder eine Ausstellung des Literaturarchivs statt. Diesmal hatte sie einen besonderen Anlass: Das Literaturarchiv Salzburg feierte 2022 sein zehnjähriges Bestehen.

Foto zur Ausstellungseröffnung

Ausstellungseröffnung: Sebastian Lankes, Manfred Mittermayer, Harald Preuner, Andrea Klambauer, Hendrik Lehnert, Wolfgang Pfeifenberger; Foto: Andreas Kolarik

Von 14. Juni bis 4. September 2022 zeigten wir deshalb in der Max-Gandolph-Bibliothek die Ausstellung „Aus der Ordnung“, mit zehn ungewöhnlichen Stationen und einer Reihe überraschender Exponate zu speziellen Fragen und Herausforderungen der Archiv-Arbeit.

Foto zur Ausstellungseröffnung

„10 Jahre Literaturarchiv Salzburg“; Foto: Andreas Kolarik

Die Ausstellung fand in Kooperation mit dem Salzburg Museum statt und war in Verbindung mit dem laufenden Museumsangebot, aber auch separat zu besichtigen.

Zur Konzeption der Ausstellung finden Sie hier weitere Informationen.


„Stefan Zweig. Weltautor“ – Ausstellung im Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek

Das Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek zeigte von 11. Juni 2021 bis 4. September 2022 eine Sonderausstellung zum „Weltautor“ Stefan Zweig, die in Zusammenarbeit mit dem Stefan Zweig Zentrum und dem Literaturarchiv Salzburg entstanden ist. In der von Bernhard Fetz und Arturo Larcati kuratierten Schau waren neben Originalen aus der ÖNB vor allem wesentliche Dokumente aus dem Stefan-Zweig-Bestand des Literaturarchivs erstmals öffentlich zu sehen. Der im Hanser Verlag erschienene  Begleitband zur Ausstellung ist im Buchhandel erhältlich.


Carl Zuckmayers Henndorfer Jahre

Unter diesem Titel ist eine Begleitpublikation des Literaturarchivs Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Henndorf und dem Stefan Zweig Zentrum zur Ausstellung Der „Wiesmühlkreis“: Carl Zuckmayers bunte Welt in Henndorf (Literaturhaus Henndorf, 29. Mai 2021 – 31. Mai 2022) anlässlich des 125. Geburtstags von Carl Zuckmayer erschienen. Sie widmet sich in Beiträgen u.a. von Silvia Bengesser und Bernhard Judex (LAS) sowie Arturo Larcati (SZZ) den Künstlerfreundschaften des Autors, der schriftstellerischen Tätigkeit seiner Frau Alice Herdan-Zuckmayer, seinen Beziehungen zu Stefan Zweig, Johannes Freumbichler und Thomas Bernhard sowie den Umständen seiner Vertreibung aus Österreich 1938.

Cover der Broschüre

Carl Zuckmayers Henndorfer Jahre. Hg. von Manfred Mittermayer, Gabriele Dau und Arturo Larcati. Salzburg, Henndorf 2021. ISBN 987-3-200-07691-4 Preis: Euro 9,80


Ausstellung zu H. C. Artmann im Literaturhaus Salzburg

Der österreichische Poet H. C. Artmann (1921–2000), der 1972 bis 1995 in Salzburg lebte, hätte 2021 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass zeigte das Literaturhaus Salzburg von 11. Juni 2021 bis 22. April 2022 unter dem Titel H. C. Artmann 100 eine Ausstellung von Dichterporträts des Fotografen Sepp Dreissinger. Außerdem wurde das Schaffen Artmanns in thematischen Vitrinen gewürdigt. Als Kooperationspartner hat das Literaturarchiv Salzburg zahlreiche Dokumente aus seinen Beständen zur Verfügung gestellt.