The Rector‘s Column: Weihnachtsbrief

The Rector’s Column, Folge 4 | 22.12.2020 Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Studierende, das Jahr 2020 wird uns mit seinen zahlreichen Herausforderungen – im privaten wie auch im beruflichen Sinn – wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Es war geprägt von der COVID-19 Pandemie, die uns alle seit beinahe einem Jahr begleitet und unseren privaten und beruflichen Alltag radikal verändert hat. Im sehr persönlichen Bereich hat uns die Pandemie gezeigt (und gelehrt), dass das Gefühl der Stärke, vielleicht auch das der Unverletzlichkeit, erschüttert wurde. Vieles, was nicht denkbar und vorstellbar war, wurde Wirklichkeit – weltweit wurden Unsicherheit und Angst bestimmende Gefühle und haben unser Familien- und Sozialleben geprägt. Gleichzeitig haben bewährte Vorstellungen wieder an Bedeutung gewonnen – die (Rück)Besinnung auf Gesundheit, die engere Umgebung, auf reduziertere, aber stabilisierende Begegnungen. Ein sokratisches Wort fällt hier ein: „Bedenke, dass die menschlichen Verhältnisse allesamt unbeständig sind. Dann wirst du in glücklichen Zeiten nicht übermütig fröhlich und in unglücklichen Zeiten nicht allzu traurig sein.“ Auch unsere beruflichen Tätigkeiten haben sich dramatisch verändert. Unsere Aktivitäten in Forschung, Lehre und Verwaltung mussten in großen Teilen auf digitalem Wege stattfinden, was gerade interuniversitäre Diskussionsprozesse nicht immer vereinfacht hat. Vor allem auch bei der Umsetzung der anstehenden Änderungen an unserer PLUS fehlten und fehlen die persönlichen Gespräche, die bei diesem so wesentlichen Thema überaus wichtig für die gesamte Gesprächsatmosphäre sind. Gerade im Sinne eines transparenten Kommunikationsprozesses ist dieser unmittelbare Austausch essenziell – ein Austausch, der der Idee der Universität und der PLUS entsprechend offen, ehrlich und ohne Scheu erfolgen sollte. Hier hofft das gesamte Rektoratsteam, dass sich dieser Prozess im kommenden Jahr noch konstruktiver gestalten lässt. Denn wir sollten uns nicht dazu verleiten lassen, unterschiedliche Zugänge, Erkenntnis- und andere Interessen gegeneinander auszuspielen. Sie sind alle wertvoll und werden auch noch in Zukunft für den Erneuerungsprozess benötigt. Vor allem aber ergänzen sie sich gegenseitig, und nur eine pluralistische Zugangsweise schützt uns vor einseitigen Handlungen. Dieser Reformprozess hat auch die PLUS im vergangenen Jahr geprägt. Manchmal sind große Veränderungen auf einen Schlag notwendig, ein anderes Mal erfolgt der Wandel über einen längeren Zeitraum und in kleinen Schritten. Das Rektorat hat einen Prozess eingeleitet, in dem viele Veränderungen in sicher raschem (und mancher bzw. manchem vielleicht auch in zu raschem) Tempo eingeleitet wurden. Entscheidend ist es nun, dass diese Veränderungen weiter gemeinsam diskutiert, entwickelt und umgesetzt werden. Daher wird das kommende Jahr von einem spannenden, partizipativen „change management“ Weg geprägt sein, der Veränderungen in Form und Geschwindigkeit so gestaltet, dass alle Mitarbeiter*innen den Weg mitbeschreiten und bewältigen können. Franz Kafka hat geschrieben, dass „Wege dadurch entstehen, dass man sie geht“.  Dem ist wenig hinzuzufügen – nur eben, dass man sie gemeinsam geht und dazu dürfen wir Sie herzlich einladen. Dass die PLUS die Herausforderungen des Jahres 2020 so erfolgreich meistern konnte, ist Ihr Verdienst. Deshalb möchte ich mich zu allererst bei Ihnen allen für die Arbeit, die Sie im vergangenen Jahr geleistet haben, und Ihr Engagement in dieser schwierigen Zeit herzlich bedanken. Außerdem möchte ich Ihnen im Namen des gesamten Rektoratsteams frohe und besinnliche Weihnachtsfeiertage und ein glückliches und vor allem gesundes Neues Jahr wünschen. Die Ereignisse des Jahres haben uns gelehrt, dass die urchristlichen Werte, nämlich Glaube, Liebe, Hoffnung – die das eigentliche Geheimnis der Weihnachtsbotschaft sind – uns in dieser Zeit helfen und Sicherheit (zurück)geben. Wir wünschen Ihnen allen, dass Sie in einer Zeit, die aufgrund der aktuellen Covid-19-bedingten Entwicklungen noch ruhiger als geplant ausfallen wird, etwas Erholung und Entspannung finden. Wir wünschen Ihnen auch, dass Sie Weihnachten – trotz allem – als ein Fest der Freude, der Liebe erleben und als ein Fest, dass die Rückbesinnung auf die wahren Werte des Lebens zulässt. Bei allen Widrigkeiten, die es in den letzten Monaten zu bewältigen galt, eröffnet das Neue Jahr auch spannende und innovative Perspektiven und wird uns anspornen, mit neuem Schwung an die vor uns liegenden Aufgaben zu gehen. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit 2021 ein für uns und unsere PLUS großartiges Jahr erleben werden. Mit herzlichen Grüßen, Ihr Hendrik Lehnert für das gesamte Rektoratsteam